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L-Thyroxin-Einnahme … darauf sollten Sie beim Frühstück besser verzichten!

Abführmittel (Laxantien) können die Wirkung von L-Thyroxin-Präparaten zunichte machen.

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Quelle: pixabay.com / User: mandarinMD / Titel: yogurt-2408029_960_720 / Lizenz: CC0

Eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) geht meistens mit einer quälenden Verstopfung sowie hartnäckigem Übergewicht einher. Deshalb greifen etliche SchilddrüsenpatientInnen zu ballaststoffreichen Lebensmitteln und/oder natürlichen Abführmitteln.

Verdauungsfördernde Nahrungsmittel:

  • Milchprodukte (Molke, Kefir)
  • Weizenkleie, Leinsamen, Flohsamen
  • Enzymgetränke (Brottrunk, Kombucha)
  • Trockenobst (Pflaumen)
  • Rhabarber-, Rote Beete-, Sauerkraut-Saft
  • Sennesblättertee
  • Glauber-, Bittersalz

Insbesondere die weit verbreitete Erhöhung des Ballaststoffanteils soll für eine gesunde Darmflora sorgen, die Darmaktivität fördern, die Ausscheidung von vermeintlichen Stoffwechselgiften begünstigen, die Darmentleerung beschleunigen und so letztendlich die ersehnte Gewichtsabnahme unterstützen.

Im Hinblick darauf wird allerdings oft vergessen, dass die Aufnahme von L-Thyroxin einige Zeit beansprucht. Die Darmpassage in diesem Zeitfenster gezielt zu beschleunigen ist deshalb kontraproduktiv. Die Schilddrüsenhormone würden nicht vollständig aufgenommen und teilweise sogar ungenutzt mit dem Stuhl einfach wieder ausgeschieden. Deshalb ist es wichtig, dass zwischen der L-Thyroxin-Einnahme und einer sehr ballaststoffreichen Mahlzeit bzw. der Einnahme von Abführmitteln immer einige Stunden liegen.

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Unverträglichkeit der Zusatzstoffe: Gibt es L-Thyroxin-Präparate für Allergiker?

Allergien gegen die Zusatzstoffe in den handelsüblichen L-Thyroxin-Präparaten sind sehr selten. Im Einzelfall kann es aber sinnvoll sein die unterschiedlichen auf dem Markt erhältlichen Schilddrüsenhormonmedikamente auszuprobieren.

→ L-Thyroxin: Welche Präparate gibt es? Welcher Hersteller ist am besten?

Im Hinblick darauf sei insbesondere auf die L-Thyroxin-Präparate in flüssiger Form (Eferox® Lösung zum Einnehmen aus Deutschland, L-Thyroxin Henning® Tropfen aus Deutschland sind momentan nicht lieferbar, L-Thyroxine Serb® aus Frankreich) sowie die L-Thyroxin-Gelkapseln → Tirosint® aus der Schweiz verwiesen. Unverträglichkeit der Zusatzstoffe: Gibt es L-Thyroxin-Präparate für Allergiker? weiterlesen

L-Thyroxin: Welche Präparate gibt es? Welcher Hersteller ist am besten?

In Deutschland gibt es eine ganze Reihe von Schilddrüsenhormonmedikamenten, die alle den gleichen Wirkstoff (Levothyroxinnatrium, abgekürzt L-Thyroxin) enthalten.

Diese L-Thyroxin-Präparate werden von unterschiedlichen Pharmaunternehmen für den deutschen Markt hergestellt. Einige der Hersteller haben zudem auch noch mehrere Produkte auf dem Markt, die sie sowohl unter ihrem Markennamen als auch über weniger bekannte Tochterunternehmen als sogenanntes Generikum (Nachahmerpräparat, d.h. wirkstoffgleiche Kopie des Markenpräparats) vertreiben.  L-Thyroxin: Welche Präparate gibt es? Welcher Hersteller ist am besten? weiterlesen

Lieferengpässe bei Schilddrüsenpräparaten

In den vergangenen Jahren haben sich die Lieferschwierigkeiten der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH bzgl. der Schilddrüsenpräparate gehäuft. Die möglichen Ursachen dafür beleuchtet der am 06. Januar 2017 auf doccheck.com veröffentlichte Artikel “Lieferengpässe: Wer ist schuld?“.

Siehe dazu auch unter gelbe-liste.de:

  • Lieferengpass L-Thyroxin Henning® Pulver, Sanofi-Aventis Deutschland GmbH (Ab 05.01.2017 wieder lieferbar)
  • Lieferengpass Thyrotardin®-inject, Sanofi-Aventis Deutschland GmbH (Lieferengpass bis voraussichtlich Ende Februar 2017)
  • Lieferengpass L-Thyroxin Henning® Tropfen, Sanofi-Aventis Deutschland GmbH (Seit 13.03.2015 Dauer der Lieferschwierigkeiten ist unbekannt). Siehe dazu auch die zweiseitige Information über Chargenrückrufe mehrerer Chargen L-THYROXIN Henning® Tropfen. ” Zitat: “Die Tabletten können auch in suspendierter Form verabreicht werden. Hierzu lässt man die Tablette [Anm.: L-Thyroxin Henning® 25 Tablette] in etwas Wasser (10 bis 15 ml) zerfallen und verabreicht die entstehende feine Verteilung (sie ist für jede Einnahme frisch  zuzubereiten!) mit etwas weiterer Flüssigkeit (5 bis 10 ml).” (Quelle: www.bfarm.de)
  • Lieferengpass Jodetten Henning 1 x wöchentlich (voraussichtlich 01.07.17 – 01.12.17)

Therapie mit L-Thyroxin kann Darmkrebsrisiko senken

Rund acht Millionen Menschen in Deutschland nehmen täglich ein Schilddrüsenmedikament ein. Die meisten dieser SchilddrüsenpatientInnen werden wegen einer Unterfunktion der Schilddrüse behandelt und erhalten L-Thyroxin.

Eine an der renommierten, englischen Universität Oxford durchgeführte Studie ergab jetzt, dass diese weit verbreitete Schilddrüsenhormontherapie das Darmkrebsrisiko senken kann. Dabei gilt: Je länger das L-Thyroxin-Präparat bereits eingenommen wird, umso geringer scheint das Darmkrebsrisiko zu sein.

Quelle: B. Boursi, K. Haynes, R. Mamtani, Y. Yang “Thyroid dysfunction, thyroid hormone replacement and colorectal cancer risk.” J Natl Cancer Inst. 2015 Apr 8;107(6):djv084.

Hashimoto-Thyreoiditis bei Kindern und Jugendlichen: L-Thyroxin-Therapie schon bei Euthyreose?

Für Heranwachsende mit euthyreoter Hashimoto-Thyreoiditis gibt es bisher keine eindeutige Behandlungsempfehlung. Es ist unter Medizinern umstritten, ob sich die frühzeitige Gabe von L-Thyroxin positiv auf den Krankheitsverlauf auswirkt oder nicht.

Im Rahmen der nachfolgenden Doktorarbeit wurden die Daten von 38 Mädchen und 8 Jungen mit Hashimoto-Thyreoiditis über einen Zeitraum von 3 Jahren ausgewertet. Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass die Schilddrüsenhormongabe bei ausgeglichener Schilddrüsenhormonstoffwechsellage keinen Nutzen hat. Untersucht wurden die möglichen Auswirkungen auf die Schilddrüsengröße, die Schilddrüsenwerte, die Höhe der Schilddrüsenautoantikörper sowie allgemeine Gesundheitsparameter wie Körpergröße, Gewicht, Blutdruck und Fettstoffwechsel.

Johanna Magh “Soll man die euthyreote Autoimmunthyreopathie Hashimoto bei Kindern und Jugendlichen mit L-Thyroxin behandeln? Ergebnisse einer randomisierten Untersuchung” (Dissertation), Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Aut-idem-Verbot für Levothyroxin-Natrium geplant

Der gemeinsame Bundesausschuss hat am 13. Mai 2014 ein Aut-idem-Verbot für sieben verschiedene Wirkstoffe und Wirkstoff-Kombinationen beschlossen. Darunter auch für Levothyroxin-Natrium sowie die Kombination von Levothyroxin-Natrium und Kaliumiodid.

Ausführliche Informationen dazu gibt es unter Arzneimittel-Richtlinie/Abschnitt M und Anlage VII: Einleitung eines Stellungnahmeverfahrens – Bestimmung von Arzneimitteln, deren Ersetzung durch ein wirkstoffgleiches Arzneimittel ausgeschlossen ist (1. Tranche) auf der Internetseite des Gemeinsamen Bundesausschusses. Direktlink wurde gelöscht, weil die Seite am 05.07.18 nicht mehr erreichbar war.
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