Schlagwort-Archiv: Schilddrüsenoperation

Risiken der Schilddrüsenoperation, Teil 4: Horner-Syndrom

Definition

Klassifikation nach ICD-10: G90.2 Horner-Syndrom

Andere Bezeichnungen: Horner-Trias, Claude Bernard-Horner-Syndrom, Präganglionäres Horner-Syndrom

1869 erstmals beschrieben von dem Schweizer Augenarzt Johann Friedrich Horner

Als Horner-Syndrom wird ein dreiteiliger Symptomkomplex (Verengung der Pupille, Herabhängen des Oberlids, Zurücksinken des Auges in die Augenhöhle) aufgrund einer Schädigung des Ganglion stellatum bezeichnet. Das Ganglion stellatum ist eine komplizierte Ansammlung von Nerven im Bereich der unteren Halsregion. Risiken der Schilddrüsenoperation, Teil 4: Horner-Syndrom weiterlesen

Risiken der Schilddrüsenoperation, Teil 2: Hypoparathyreoidismus

Definition

Klassifikation nach ICD-10:

Andere Bezeichnung: Nebenschilddrüsenunterfunktion

Beim Hypoparathyreoidismus handelt es sich um einen Parathormonmangel aufgrund einer Unterfunktion der Nebenschilddrüsen. Die insgesamt vier Nebenschilddrüsen (Glandulae parathyroideae) liegen etwas unterhalb der Schilddrüse. Sie bilden das Parathormon. Dieses Hormon ist entscheidend, wenn es darum geht für einen ausreichend hohen Calciumspiegel im Blut zu sorgen. Wenn die Nebenschilddrüsen nicht richtig funktionieren bedeutet dies, dass sie zu wenig Parathormon ausschütten. Dies bezeichnen Ärzte als Hypoparathyreoidismus. Fehlt das Parathormon kommt es in der Folge zwangsläufig auch zu einem Calciummangel, der sogenannten Hypokalzämie. Risiken der Schilddrüsenoperation, Teil 2: Hypoparathyreoidismus weiterlesen

Risiken der Schilddrüsenoperation, Teil 1: Wundheilungsstörungen

Normaler Heilungsprozess

In den ersten Tagen nach einer Schilddrüsenoperation kommt es im Bereich der Operationswunde häufig zu

  • Schwellungen
  • Rötungen
  • kleineren Blutungen
  • Blutergüssen
  • leichten Verhärtungen

Das ist Ausdruck eines ganz normalen Heilungsprozesses und kein Grund zur Besorgnis. Meist bilden sich diese Auffälligkeiten dann auch zeitnah ohne weitere Behandlung von allein wieder zurück. Risiken der Schilddrüsenoperation, Teil 1: Wundheilungsstörungen weiterlesen

Chirurgische Therapie der Struma nodosa

Im Deutschen Ärzteblatt wurden aktuell gleich zwei Artikel zur chirurgischen Therapie der Struma nodosa veröffentlicht.

N. Rayes, D. Seehofer, P. Neuhaus: “Chirurgische Therapie bei beidseitiger benigner Struma nodosa: Abwägung zwischen Radikalität und Komplikationen“, Dtsch Arztebl Int 2014; 111(10): 171-8; DOI: 10.3238/arztebl.2014.0171

R. Gärtner: “Struma nodosa: Umsichtige Indikation zur Operation“, Dtsch Arztebl Int 2014; 111(10): 169-70; DOI: 10.3238/arztebl.2014.0169

Heiße oder kalte Knoten in der Schilddrüse sind ein relativ häufiger Befund. Aber auch wenn diese nur selten bösartig sind, haben viele betroffene PatientInnen Angst vor Schilddrüsenkrebs. Die Folge ist, dass sie gemeinsam mit ihren behandelnden ÄrztInnen oft vorschnell die Entscheidung zu einer operativen Entfernung der Schilddrüse treffen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle noch einmal auf das vor wenigen Monaten veröffentlichte Interview mit Prof. Dr. Georg Brabant hinweisen, der sich zu diesem Umstand äussert und auf die Frage eingeht, wann eine Operation der Schilddrüse wirklich indiziert ist.

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Chirurgische Therapie von gut- und bösartigen Schilddrüsenerkrankungen

Der nachfolgende Text wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Dr. Andrea Beuleke und Prof. Dr. Joachim Jähne (Klinik für Allgemein- u. Visceralchirurgie, Schwerpunkt endokrine u. onkologische Chirurgie, Henriettenstiftung Hannover).

1. Anatomische und funktionelle Grundlagen

Die schmetterlingsförmige Schilddrüse liegt vor bzw. seitlich der Luftröhre unterhalb des Kehlkopfes. Sie gehört zu den endokrinen Drüsen des Menschen und produziert jodhaltige Hormone. Diese üben eine aktivierende Funktion auf Grundumsatz und Stoffwechsel aus und greifen somit in viele Funktionen des Körpers ein. Direkt hinter der Schilddrüse zieht beidseits neben der Luftröhre der Stimmbandnerv, der für eine intakte Sprachfunktion verantwortlich ist, zum Kehlkopf. Daneben finden sich auf beiden Seiten der Schilddrüse jeweils zwei sogenannten Nebenschilddrüsen, die für den Calcium-Stoffwechsel des Körpers von Bedeutung sind.

2. Erkrankungen der Schilddrüse

Die häufigste Erkrankung der Schilddrüse – die knotige oder auch gleichmäßige Vergrößerung, auch Kropf oder Struma genannt – wird durch Jodmangel hervorgerufen. Wird der Schilddrüse über die Nahrung zu wenig Jod zugeführt, versucht die Schilddrüse durch Wachstum und Vergrößerung diesen Jodmangel auszugleichen. Diese Vergrößerung kann mit Knotenbildung einhergehen und ist manchmal auch äußerlich sichtbar. Meistens liegt hierbei eine normale Stoffwechselfunktion der Schilddrüse vor.

Ferner gibt es Schilddrüsenerkrankungen, die sich durch Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse auszeichnen. Diese können mit einer Vergrößerung oder Knotenbildung der Schilddrüse einhergehen. Außerdem gibt es auch bösartige Tumore (Karzinome) der Schilddrüse. Chirurgische Therapie von gut- und bösartigen Schilddrüsenerkrankungen weiterlesen

ABBA-Operationstechnik (axillo-bilateral-breast approach)

Bei der ABBA-Methode (axillo-bilateral-breast approach) handelt es sich um eine 2005 in Deutschland eingeführte, neuartige Schilddrüsenoperationstechnik.

Das Besondere ist, dass dabei auf den Schnitt am Hals komplett verzichtet wird. Es gibt also später dort keine sichtbare Narbe. Wie funktioniert das? Nötig sind dafür drei circa fünf Millimeter kleine Schnitte. Die Chirurgen führen Spezialinstrumente über zwei Schnitte in beiden Brustwarzen ein und schieben sie direkt unter der Haut bis zur Schilddrüse vor. Über einen dritten Schnitt in einer Achselhöhle gelangt eine kleine Kamera bis zur Schilddrüse, mit deren Hilfe der Eingriff über den Monitor kontrolliert wird.

Die Operation dauert 60 bis 90 Minuten und wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Der Krankenhausaufenthalt verkürzt sich auf zwei Tage.

Die ABBA-Methode ist allerdings nicht für alle Schilddrüsenpatienten geeignet. Voraussetzung dafür ist, dass die Schilddrüse ein bestimmtes Größenvolumen nicht überschritten hat, kein Verdacht auf Schilddrüsenkrebs besteht und die Schilddrüse auch noch nicht voroperiert ist.

→ Schilddrüsenoperation – Operationstechniken (Kocher’scher Kragenschnitt, MIVAT, ABBA, EndoCATS)

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Neue Operationstechnik: MIVAT

Die MIVAT (minmally-invasive video-assisted thyroidectomy) ist eine Kombination aus der klassischen Operationsmethode (Kocher’scher Kragenschnitt) und der endoskopischen Chirurgie.

Diese Operationstechnik wurde 1998 von dem italienischen Chirurgen Prof. Paolo Miccoli in Pisa entwickelt und ist inzwischen die am weitesten verbreitete Operationsmethode in der minimal-invasiven Schilddrüsenchirurgie.

Bei diesem Verfahren wird, wie bei der klassischen Operation, ein Schnitt im Halsbereich gewählt. Während der Kocher’sche Kragenschnitt allerdings üblicherweise 4 bis 6 cm lang ist, kommen Operateure bei der MIVAT mit ungefähr der Hälfte des herkömmlichen Schnittes aus. Das Operationsgebiet wird mit Wundhaken offen gehalten. Die Präparation der einzelnen Strukturen erfolgt unter endoskopischer Sicht, d.h unter Verwendung einer 5-mm-Staboptik und Videomonitor.

Die MIVAT ist allerdings nicht für alle Patienten geeignet. Bislang wurden in erster Linie kleinere Knoten und Schilddrüsenvergrößerungen unter 25 ml Volumen nach diesem Verfahren operiert.

→ Schilddrüsenoperation – Operationstechniken (Kocher’scher Kragenschnitt, MIVAT, ABBA, EndoCATS)

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Schilddrüsenoperation – Operationstechniken

Kocher’scher Kragenschnitt

Die Standardschnittführung bei Schilddrüsenoperationen ist der Kocher’sche Kragenschnitt, ein vier bis sechs Zentimeter langer Querschnitt im unteren Halsbereich der nach Möglichkeit in den Verlauf einer Hautfalte gelegt wird. Benannt ist der Kocher’sche Kragenschnitt nach Emil Theodor Kocher, der bereits 1876 die erste Schilddrüsenoperation durchgeführt hat.

Seit Ende des vergangenen Jahrhunderts werden darüber hinaus aber immer wieder neue Verfahren für die Schilddrüsenoperation entwickelt und getestet. Dabei geht es nicht mehr in erster Linie darum die Risiken der Schilddrüsenoperation zu vermindern, sondern das Hauptanliegen ist es Schilddrüsenpatienten schonender zu operieren und zu versuchen, dass die als Folge der Schilddrüsenoperation entstehende Narbe am Hals möglichst unauffällig oder sogar vollständig vermieden wird. Als minimal invasiv werden im Hinblick darauf Operationstechniken bezeichnet bei denen die Schilddrüsenoperation durch kleine Schnitte mit Hilfe von Endoskopen und Videomonitor durchgeführt wird. Schilddrüsenoperation – Operationstechniken weiterlesen

Wird bei einer Schilddrüsenoperation immer die gesamte Schilddrüse entfernt?

Nein. Ob die Schilddrüse vollständig oder nur teilweise entfernt werden muss, hängt von der zugrunde liegenden Erkrankung ab.

Bei einem Schilddrüsenkarzinom wird immer eine möglichst vollständige Entfernung der gesamten Schilddrüse (Thyreoidektomie) angestrebt.

Eine Strumaresektion (Strumektomie) wird hingegen bei gutartigen Schilddrüsenerkrankungen eingesetzt. Dabei wird ein Teil des Schilddrüsengewebes stehen gelassen.

Manchmal reicht auch eine Hemithyreoidektomie (Entfernung eines Schilddrüsenlappens), wenn es beispielsweise durch einen Schilddrüsenknoten zu einer einseitigen Schilddrüsenvergrößerung gekommen ist und der zweite Schilddrüsenlappen gesund ist.

Bei einer Enukleation wird nur ein einzelner Schilddrüsenknoten entfernt und das umgebene Schilddrüsengewebe geschont. Allerdings kommt es danach häufig zu Rezidiven (Wiederauftreten von Schilddrüsenknoten) weswegen diese Operationsmethode heute nur noch selten angewendet wird.

→ Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter dem Tag “Schilddrüsenoperation”

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