Kategorie-Archiv: Schilddrüsenerkrankungen bei Kindern

Kindgerechte Erklärung von Fehlfunktionen der Schilddrüse

Von der Schilddrüsen-Liga Deutschland e.V. gibt es seit inzwischen drei Jahren eine → Schilddrüsenbroschüre mit dem Titel „Luckys Welt“ die sich speziell an Kinder und Jugendliche richtet.

Screenshot http://lucky.patienten-bibliothek.de/home
Screenshot http://lucky.patienten-bibliothek.de/home

Jetzt wurde zudem noch eine Online-Version von Lucky’s Welt entwickelt. Schöne Idee, die hoffentlich vielen schilddrüsenkranken Kindern und ihren Eltern weiterhilft!

Wenn Kinder eine Schilddrüsenüberfunktion entwickeln, denken Ärzte oft zunächst an ADHS oder eine Ess-Störung (Magersucht, Bulimie). Bei einer Schilddrüsenunterfunktion wird von Medizinern manchmal fälschlicherweise eine Depression, Faulheit oder mangelnde Intelligenz des Kindes unterstellt. Und seltene Begleiterkrankungen wie die Hashimoto-Enzephalopathie werden  als (schizophrene) Psychose interpretiert.

Die Liste möglicher Fehldiagnosen bei schilddrüsenkranken Kindern ist lang und das folgende Buch diesbezüglich sehr aufschlussreich.

Nico Charlier:  „Somatische Differenzialdiagnosen psychischer Symptome im Kindes- und Jugendalter“ (Amazon-Partnerlink)

Buch-Neuerscheinung 12. März 2016

 

Merck Serono unterstützt 8. Internationale Woche der Schilddrüsengesundheit

Merck, ein führendes Wissenschafts- und Technologieunternehmen, hat heute seine Beteiligung an der 8. Internationalen Woche der Schilddrüsengesundheit (ITAW) vom 23. bis 29. Mai bekannt gegeben.

Die diesjährige Informationskampagne widmet sich dem Thema der nicht diagnostizierten bzw. unbehandelten Schilddrüsenerkrankungen bei Millionen von Kindern in aller Welt, die unwissend an einer Fehlfunktion leiden könnten.[1],[2],[3] Eine jüngste, von Merck beauftragte internationale Studie brachte zu Tage, dass 84 % der Mütter die gängigsten Symptome von Schilddrüsenerkrankungen nicht korrekt identifizieren können. Bleiben diese Erkrankungen unbehandelt, können sie sich nachteilig auf das Wachstum, die Gehirnentwicklung und das allgemeine Wohlbefinden eines Kindes auswirken.[4],[5],[6] Merck Serono unterstützt 8. Internationale Woche der Schilddrüsengesundheit weiterlesen

Schilddrüsenoperation bei einem Kind mit Morbus Basedow

In der Online-Ausgabe der Zeit wurde vor einigen Tagen ein Artikel veröffentlicht, den ich hier gern weiterempfehlen möchte. Es geht um ein 14jähriges Mädchen, welches wegen einer Morbus Basedow-Erkrankung an der Schilddrüse operiert wurde. Mit dem Text „Kinder im Krankenhaus. Jetzt musst du tapfer sein“ ermöglicht der Autor Christian Heinrich den Eltern betroffener Kinder eine gute Einschätzung dessen was auf ihre Familie im Zusammenhang mit einer notwendigen Operation der Schilddrüse zukommt.

Schmerzfreie Blutentnahme zur Kontrolle der Schilddrüsenwerte bei Kindern

Bei schilddrüsenkranken Kindern ist die regelmäßige Untersuchung von TSH, fT3 und fT4 besonders wichtig. Die damit verbundene Blutentnahme wird von Kindern allerdings oft als schmerzhaft und angsteinflößend erlebt. Sie weinen, schreien und wehren sich deshalb gegen diese Behandlung. Als Folge werden sie von den Eltern und/oder Arzthelferinnen festgehalten, was die Blutentnahme für die Kinder nicht selten erst zu einer traumatischen Erfahrung macht.

Aber das muss nicht so sein, sondern es gibt eine ganz einfache Möglichkeit die dabei hilft, dass die Blutentnahme für die Kinder schmerzfrei ist! Leider wissen viele Eltern hierzulande davon jedoch nichts. Schmerzfreie Blutentnahme zur Kontrolle der Schilddrüsenwerte bei Kindern weiterlesen

Hashimoto-Thyreoiditis bei Kindern und Jugendlichen: L-Thyroxin-Therapie schon bei Euthyreose?

Für Heranwachsende mit euthyreoter Hashimoto-Thyreoiditis gibt es bisher keine eindeutige Behandlungsempfehlung. Es ist unter Medizinern umstritten, ob sich die frühzeitige Gabe von L-Thyroxin positiv auf den Krankheitsverlauf auswirkt oder nicht.

Im Rahmen der nachfolgenden Doktorarbeit wurden die Daten von 38 Mädchen und 8 Jungen mit Hashimoto-Thyreoiditis über einen Zeitraum von 3 Jahren ausgewertet. Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass die Schilddrüsenhormongabe bei ausgeglichener Schilddrüsenhormonstoffwechsellage keinen Nutzen hat. Untersucht wurden die möglichen Auswirkungen auf die Schilddrüsengröße, die Schilddrüsenwerte, die Höhe der Schilddrüsenautoantikörper sowie allgemeine Gesundheitsparameter wie Körpergröße, Gewicht, Blutdruck und Fettstoffwechsel.

Johanna Magh „Soll man die euthyreote Autoimmunthyreopathie Hashimoto bei Kindern und Jugendlichen mit L-Thyroxin behandeln? Ergebnisse einer randomisierten Untersuchung“ (Dissertation), Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Linktipps: Schilddrüsenerkrankungen bei Kindern

Obwohl Schilddrüsenerkrankungen auch bei Kindern ausgesprochen häufig sind ist mir kein einziges Buch bekannt welches sich speziell mit diesem Thema beschäftigt. Hier möchte ich Ihnen heute aber eine ganze Reihe von Weblinks vorstellen die Ihnen weiterführende Informationen zum Thema „Schilddrüsenerkrankungen bei Kindern“ bieten.

Die letzte Überprüfung der Links war am 10.09.15 – sollten Links zwischenzeitlich nicht mehr funktionieren, freue ich mich über einen Hinweis. Danke :-)

Mögliche Risiken für die Kinder schilddrüsenkranker Mütter

Vererbung der Veranlagung für die Entwicklung von Hashimoto oder Basedow
Quelle: pixabay.com
Quelle: pixabay.com

Die Schilddrüsen-autoimmunerkrankung selbst wird nicht direkt vererbt. Aber die genetische Prädisposition, d.h. die Veranlagung für die Hashimoto-Thyreoiditis oder den Morbus Basedow wird weitergegeben.

Ob die Krankheit später beim Kind ausbricht, ist aber von weiteren Faktoren abhängig. Vereinzelt wird in der Literatur darauf hingewiesen, dass das Risiko höher ist, wenn die Mutter neben der autoimmunen Schilddrüsenerkrankung (Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow) noch an weiteren Autoimmunerkrankungen leidet.

Übertragung der Schilddrüsenautoantikörpern

Die Autoantikörper der Schilddrüse (TSH, TG-AK, TRAK) können auf das ungeborene Baby übertragen werden. Das Risiko für eine Übertragung der Schilddrüsenautoantikörper hängt unter anderem von der Höhe des mütterlichen Antikörpertiters ab, weswegen es sinnvoll sein kann im Vorfeld der Schwangerschaft das Spurenelement Selen einzunehmen um diesen abzusenken. Dies funktioniert aber leider nicht bei allen Betroffenen der autoimmunen Schilddrüsenerkrankungen.

Welchen Schaden die von der Mutter übertragenen Antikörper beim Baby anrichten können, ist bislang noch nicht zweifelsfrei geklärt. Bei der Übertragung der beim Morbus Basedow vorkommenden TRAK (TSH-Rezeptor-Antikörper) kann sich beim Kind möglicherweise eine vorübergende Schilddrüsenüberfunktion entwickeln, die allerdings nach wenigen Monaten nachlassen sollte, weil es sich dabei nicht um eine eigenständige Morbus Basedow-Erkrankung des Kindes handelt.

Neugeborenenscreening auf Schilddrüsenfehlfunktion

Damit möglicherweise bestehende Erkrankungen der Schilddrüse beim Säugling zeitnah diagnostiziert und therapiert werden können, gibt es in Deutschland seit fast 30 Jahren die Vorschrift, dass jedes Neugeborene kurz nach der Geburt (3. – 5. Tag) auf eine Schilddrüsenfehlfunktion untersucht wird. Dazu wird dem Baby ein Tropfen Blut aus der Ferse entnommen und im Labor untersucht.

Dieses Neugeborenen-Screening umfasst die Bestimmung der TSH-Konzentration die bei Schilddrüsenfehlfunktionen wie einer Hyperthyreose oder Hypothyreose deutlich verändert sind. Schilddrüsenerkrankungen werden so sehr frühzeitig erkannt und können sofort behandelt werden. Dadurch sind beim Baby keine bleibenden Einschränkungen zu erwarten, sondern es kann sich altersgerecht normal entwickeln.

Genetische Ursachen von Schilddrüsenerkrankungen bei Kindern

Inzwischen ist es bei einem kleinen Teil der angeborenen Schilddrüsenerkrankungen möglich die genetische Ursache für die Fehlfunktion herauszufinden. Die dazu notwendigen aufwendigen und kostspieligen Untersuchungsmethoden werden bislang jedoch fast ausschließlich im Rahmen von Forschungsprojekten in ausgewählten medizinischen Zentren eingesetzt.

Bei den die Schilddrüse betreffenden Erbkrankheiten wird zwischen Schilddrüsen-Anlage-Defekten und Schilddrüsen-Hormonsynthese-Störungen unterschieden. Bei der Entschlüsselung der zuletzt genannten Schilddrüsenhormonsynthesestörungen, die in der Regel mit einer Schilddrüsenunterfunktion einhergehen, ist die medizinische Forschung deutlich weiter fortgeschritten.

Angeborene Schilddrüsenfehlfunktionen führen wie bereits erwähnt sehr häufig zu einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), während es eher selten zu einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) kommt. Genetische Ursachen von Schilddrüsenerkrankungen bei Kindern weiterlesen

Schilddrüsenerkrankungen bei Kindern – Krankheitssymptome

Die Krankheitssymptome die durch eine Schilddrüsenerkrankung verursacht werden können sind individuell sehr unterschiedlich. Gerade bei Kindern und Jugendlichen können sich Krankheiten der Schilddrüse auf vielfältigste Weise äußern.

Einige charakteristische Beschwerden sind nachfolgend tabellarisch dargestellt. Wie die Erfahrung von Eltern betroffener Kinder zeigt ist die Zuordnung der Symptome insbesondere bei Kindern mit Hashimoto-Thyreoiditis oftmals nicht so eindeutig möglich wie hier in diesen Tabellen dargestellt. Bei an einer Hashimoto-Thyreoiditis erkrankten Kindern können demnach sowohl die hier dargestellten Symptome der Unterfunktion als auch der Überfunktion zeitgleich auftreten. Das macht es auch für die behandelnden Ärzte sehr schwierig, so dass es häufiger zu Fehldiagnosen kommt. Bei der Schilddrüsenüberfunktion wird oft zunächst an ADHS oder eine Ess-Störung (Magersucht, Bulimie) gedacht. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion wird gelegentlich eine Depression, Faulheit oder mangelnde Intelligenz des Kindes unterstellt. Schilddrüsenerkrankungen bei Kindern – Krankheitssymptome weiterlesen