Kategorie-Archiv: Schilddrüse allgemein

Genetischer Hintergrund von Schilddrüsenhormonspiegeln weiter erforscht

Gesundheitsdaten aus Vorpommern liefern erneut wertvolle Informationen für den medizinischen Fortschritt

Wissenschaftler haben zahlreiche Gene entdeckt, die den Spiegel von Schilddrüsenhormonen beeinflussen und zu einem erhöhten Risiko für Schilddrüsenüber-und-unterfunktionen führen. Rund zehn Prozent der Bevölkerung leidet unter derartigen Störungen. Fehlfunktionen der Schilddrüse erhöhen unter anderem das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und deren Todesfolge. Bei zwei dieser Gene konnten die Funktion als Transport von Schilddrüsenhormonen in die Zelle bzw. eine direkte Beeinflussung des Hormonstoffwechsels aufgezeigt werden. Dadurch stellen sie potenzielle Zielgene für die zukünftige Medikamentenentwicklung dar. Die Studienergebnisse wurden Ende Oktober in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Communications“*veröffentlicht. Genetischer Hintergrund von Schilddrüsenhormonspiegeln weiter erforscht weiterlesen

Studie zu den Folgen mütterlicher Schilddrüsenfehlfunktionen für die Kinder

Es gibt eine interessante Auswertung der Daten von zwischen 1989 und 2013 geborenen dänischen  Kinder im Hinblick auf die Auswirkungen mütterlicher Schilddrüsenerkrankungen.

Die Untersuchung legt nahe, dass Kinder, die von Frauen mit einem Morbus Basedow oder einer Hashimoto-Thyreoiditis geboren wurden, im Kindes- und Jugendalter eine übermäßige Krankheitsanfälligkeit aufweisen. Das Risiko beispielsweise einen Typ-1-Diabetes zu entwickeln war dabei für die Kinder Morbus Basedow-kranker Mütter besonders hoch. Ob dies ursächlich auf mütterliche Schilddrüsenantikörper, die Behandlung mit Schilddrüsenhemmern (Thyreostatika) oder die erbliche Veranlagung zurückzuführen ist, muss allerdings noch in weiteren Studien geklärt werden.

Quelle: Line Riis Jølving u.a. “Chronic diseases in the children of women with maternal thyroid dysfunction: a nationwide cohort study”, Fulltext free.

Referenzwerte für die Jodzufuhr

Wieviel Microgramm Jod pro Tag von welcher Altersgruppe aufgenommen werden sollten ist unter Wissenschaftlern umstritten. Insbesondere bei den Zufuhrempfehlungen für Neugeborene, (Klein-)Kinder und Jugendliche handelt es sich mehr oder weniger um Schätzwerte.

Literatur:

Therapie endokrinologischer Notfälle

Mit Schilddrüsenerkrankungen verbindet man meistens keine lebensbedrohlichen Situationen in denen rasch gehandelt werden muss. Krankheiten der Schilddrüse verlaufen im Gegenteil für gewöhnlich eher schleichend. Endokrinologische Notfallsituationen gibt es in der Schilddrüsenmedizin aber auch, beispielsweise die kontrastmittelinduzierte Hyperthyreose, die thyreotoxische Krise oder das Myxödemkoma. Informativ im Hinblick darauf ist der am 12. September 2018 veröffentlichte Artikel “Endokrinologische Notfälle” der AutorInnen Dr. Rebekka Giger, Dr.Roman Trepp und Dr. Katrin Feller (Swiss Medical Forum).

Fragwürdige Berichterstattung zur Hashimoto-Thyreoiditis

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist zunehmend häufiger ein Thema in den Boulevardmedien – auch in unserem Nachbarland Österreich. Am 18.09.18 erschien beispielsweise im Kurier (österreichische Tageszeitung) der Artikel Hashimoto: Die neue Volkskrankheit. Dieser hat nicht nur in unserem Nachbarland für Kopfschütteln gesorgt. Klare Worte gab es hingegen vom Präsidenten der Österreichischen Schilddrüsengesellschaft Dr. Wolfgang Zechmann (Leserbrief). Vielen Dank dafür!

 

Geplante Einführung einer geänderten Formulierung von Euthyrox® auch in Deutschland

Am 26. Juli 2018 wurde von der Merck KGaA die Pressemitteilung “Merck erhält die Empfehlung zur Zulassung für die neue Formulierung von Euthyrox® in 21 EU-Ländern” veröffentlicht.

Einige Monate zuvor, am 19. April 2018, fand eine Sitzung des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zur “Geplanten Einführung einer geänderten Formulierung von Levothyroxin-Tabletten” statt, deren Protokoll unter dem Link nachzulesen ist.

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Rezepturänderung von Levothyrox®

 

CD83-Protein ist essentiell für die Kontrolle von Autoimmunreaktionen

Regulatorische T-Zellen, kurz „Tregs“ genannt, sorgen dafür, dass das Immunsystem keine körpereigenen Zellen oder Gewebe angreift. Eine wichtige Rolle spielt dabei das Oberflächenprotein CD83. Immunologen der FAU ist es nun gelungen, dieses Protein näher unter die Lupe zu nehmen und seine herausragende Bedeutung bei der Regulation von Autoimmunreaktionen zu beweisen. Die in Fachkreisen vielbeachtete Studie kann wichtige Impulse für die krankheitsorientierte Grundlagenforschung und langfristig für die Entwicklung von neuen Verfahren zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen geben. Die Ergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift „JCI insight“* veröffentlicht. CD83-Protein ist essentiell für die Kontrolle von Autoimmunreaktionen weiterlesen

Schilddrüsenhormone beeinflussen die Heilung von Skelettmuskeln

Das Allan-Herndon-Dudley-Syndrom ist eine seltene und schwerwiegende Erkrankung, von der ausschließlich Männer betroffen sind. Die Betroffenen leiden schon als Kinder an Entwicklungsstörungen, die sich unter anderem in Muskelschwäche und -krämpfen niederschlagen. Bislang gibt es keine etablierte Therapie. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Alternsforschung in Jena und der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen konnten nun im Rahmen einer Forschungskooperation erstmals einen Zusammenhang zwischen der Erkrankung und einer gestörten Schilddrüsenhormon-Aufnahme im Muskel der Patienten aufzeigen. Hierüber berichtet das renommierte Fachmagazin Stem Cell Reports. Schilddrüsenhormone beeinflussen die Heilung von Skelettmuskeln weiterlesen

Doch kein Zusammenhang zwischen depressiven Symptomen und einer leichten Schilddrüsenunterfunktion?

Vor wenigen Wochen hatte ich auf folgende Veröffentlichung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg hingewiesen: → Neue Hoffnung für Patienten mit Depressionen und Angst. Starker Zusammenhang von Depressionen und Angsterkrankungen mit chronischer Erkrankung der Schilddrüse.

Eine weitere aktuelle Studie ist jetzt allerdings zu anderen Ergebnissen gekommen: Kim JS, Zhang Y, Chang Y u.a. “Subclinical Hypothyroidism and Incident Depression in Young and Middle-Age Adults.” J Clin Endocrinol Metab. 2018 May 1;103(5):1827-1833. (Abstract).

Die widersprüchlichen Ergebnisse wurden beispielsweise von Prof. Helmut Schatz (Subklinische Schilddrüsenunterfunktion nicht mit Depressionen assoziiert) im Blog der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie e.V. kommentiert.

Nicole Rolfsmeier:

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Früherkennung von Nachblutungen nach chirurgischen Eingriffen an der Schilddrüse

Es gibt eine Patent-Anmeldung für einen “Nachblutungsdetektor” (Bezeichnung: ISAR-M THYRO®, Hersteller: ISAR-M GmbH Medical Technology) der voraussichtlich 2019 auf den Markt gebracht wird. Weitere Informationen dazu auf der oben verlinkten Herstellerseite oder unter PCT/EP2011/056113 (WIPO = World Intellectual Property Organization).

Nachblutungen in den ersten Stunden nach einer Schilddrüsenoperationen sind zwar selten – aufgrund der möglichen Auswirkungen aber gefürchtet. Charakteristische Symptome die darauf hindeuten können sind Blutergüsse, Schwellungen, Druckgefühl und Atemnot.