Kategorie-Archiv: Schilddrüse allgemein

Jodgehalt in Biomilch und –milchprodukten?

Die Veröffentlichung der nachfolgenden Pressemitteilung des Arbeitskreises Jodmangel e. V. liegt schon einige Monate zurück. Die durchaus lesenswerten Erläuterungen stammen von Prof. Dr. Friedrich Schöne (Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft).

Auch wenn die Intention des Arbeitskreises Jodmangel e.V. selbstverständlich eine andere ist – etliche Hashimoto-Thyreoiditis-PatientInnen bevorzugen insbesondere aufgrund des geringeren Jodgehalts Biomilch sowie Biomilchprodukte.

„Ökologisch hergestellte Lebensmittel sind schon lange nicht mehr nur ein Trend, sie haben sich als fester Bestandteil der Ernährung vieler Menschen etabliert. Die Verbraucher versprechen sich von den Bioprodukten oft, dass Tiere und Umwelt besser behandelt werden. Außerdem wollen sie damit zu einer gesünderen Ernährung beitragen. Allerdings enthalten Biomilch und Biomilchprodukte zum Beispiel einen geringeren Anteil an Jod und Selen. Wie ist das möglich? Jodgehalt in Biomilch und –milchprodukten? weiterlesen

Universitätsklinikum Frankfurt erhält schnellste Ultraschalltechnik gegen Schilddrüsenknoten

Mit dem HIFU Beamotion können Schilddrüsenknoten jetzt in einer deutlich kürzeren Behandlungszeit entfernt werden.

Am Universitätsklinikum Frankfurt wurde am 5. Januar die neueste Generation der schonenden Ultraschalltechnologie für die Therapie von Schilddrüsenknoten installiert: HIFU Beamotion. Das Gerät für hochintensiv fokussierten Ultraschall (HIFU) bietet Patienten den Vorteil einer sehr deutlich reduzierten Behandlungszeit: Sie verkürzt sich um circa 70 Prozent.  Mit dem HIFU Beamotion können sowohl gutartige als auch bösartige Knoten entfernt werden, ohne dass die Ärzte einen einzigen Schnitt im Körper machen müssen. Es wird nur das erkrankte Gewebe zerstört, während die Haut und die restliche Schilddrüse verschont bleiben und ihre normale Funktion behalten. Nach der Behandlung sind im Regelfall keine Schilddrüsenmedikamente mehr nötig.  Universitätsklinikum Frankfurt erhält schnellste Ultraschalltechnik gegen Schilddrüsenknoten weiterlesen

Lieferengpässe bei Schilddrüsenpräparaten

In den vergangenen Jahren haben sich die Lieferschwierigkeiten der unterschiedlichen Hersteller von Schilddrüsenpräparaten gehäuft. Die möglichen Ursachen dafür beleuchtet der am 06. Januar 2017 auf doccheck.com veröffentlichte Artikel „Lieferengpässe: Wer ist schuld?„.

Siehe dazu auch unter gelbe-liste.de:

Weltweit erstmalig: Lebendspende-Transplantation einer isolierten Nebenschilddrüse

Das Team um Professor Dr. Ayman Agha unter der Leitung von Professor Dr. Hans-Jürgen Schlitt am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) entwickelte einen neuen chirurgischen Therapieansatz, mit dem eine dauerhafte Unterfunktion der Nebenschilddrüse behandelt werden kann. Drei Jahre nach dem Eingriff ziehen die Mediziner Bilanz.

Am 18. Juni 2013 hat das chirurgische Team des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) weltweit erstmals eine isolierte Nebenschilddrüse eines lebenden Fremdspenders transplantiert. In einer Fallstudie wurde dieser bislang nach wie vor einzigartige Eingriff nun publiziert. Weltweit erstmalig: Lebendspende-Transplantation einer isolierten Nebenschilddrüse weiterlesen

Neuer Blick auf Erkrankungen der Schilddrüse

Erkrankungen der Schilddrüse sind weit verbreitet. Bei rund einem Drittel der Erwachsenen in Deutschland ist die Schilddrüsenfunktion gestört. In einem Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft erforschen Wissenschaftlerinnen der Jacobs University, wie eine gesunde Schilddrüse arbeitet. Ihre Erkenntnisse könnten helfen, Diagnostik und Therapie von Schilddrüsenerkrankungen zu verändern.

Das kleine Organ mit der Form eines Schmetterlings hat es in sich. Eine Schilddrüse, die zu viel oder zu wenig Hormon ausschüttet, kann verschiedenste gesundheitliche Probleme auslösen: Zum Beispiel Herzkreislauferkrankungen, Osteoporose, krankhaftes Übergewicht oder Immunerkrankungen. Auch bei Depressionen kann das Organ eine Rolle spielen. Neuer Blick auf Erkrankungen der Schilddrüse weiterlesen

Arbeitskreis Jodmangel e.V.

Der Arbeitskreis Jodmangel gibt regelmäßig eine Informationsschrift zum Thema Jodmangelprophylaxe heraus. Vor wenigen Tagen am 18. Oktober 2016 ist die diesjährige Herbst-Ausgabe erschienen. Das 4-seitige PDF „Jodversorgung aktuell“ bietet – sicher nicht zuletzt aufgrund der Aussagen zur Hashimoto-Thyreoiditis – Diskussionsstoff.

Der umstrittene Arbeitskreis Jodmangel war übrigens auch Thema im Rahmen des am 20. Oktober 2016 auf Zeit Online veröffentlichten Artikels „Lobbyismus: So entlarven sie jeden Tarnverein“. Arbeitskreis Jodmangel e.V. weiterlesen

Hormone verändern das Sehen

Dass der menschliche Körper komplex ist, haben wir immer geahnt. Dass Schilddrüsenhormone das Farbsehen beeinflussen, überrascht dennoch. Genau dieses Phänomen erkundet ein Wissenschaftler der Universität Duisburg-Essen (UDE) in einer großen Studie. Neue Erkenntnisse wurden jetzt im Magazin Frontiers in Cellular Neuroscience veröffentlicht.

Ohne die Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Triiodothyronin (T3) geht gar nichts. Sie regulieren Prozesse wie den Stoffwechsel und wirken bei der Entwicklung des Körpers sowie des Nervensystems mit. Überraschenderweise hängt auch von ihnen ab, wie wir Farben erkennen. Ist die Netzhaut mit solchen Hormonen unterversorgt, nimmt man Farben schlechter wahr oder kann sie gar nicht sehen.

„Schilddrüsenhormone aktivieren die Synthese bestimmter Pigmente in der Netzhaut. Dieser Prozess ist äußerst dynamisch, denn die Synthese wird auch im Erwachsenenalter beeinflusst, wenn die Hormonkonzentration schwankt. Das zeigten Experimente an Nagetieren und Menschen“, erklärt Yoshiyuki Henning, Doktorand an der UDE. Der Biologe erforscht mit Karol Szafranski vom Leibniz-Institut für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena diese spezielle Hormonversorgung. Eine zu hohe Konzentration könnte mit degenerativen Erkrankungen der Netzhaut zusammenhängen – was bislang kaum untersucht wurde. Hormone verändern das Sehen weiterlesen

Behandlungsbedürftigkeit einer subklinischen Hypothyreose (TSH unter 10 mU/L)

Prof. Helmut Schatz „Soll man subklinische Hypothyreosen mit einem TSH unter 10 mU/L behandeln?“ (blog.endokrinologie.net, 17.08.16)

Ja, Patient/innen bei denen ein TSH über 2,5 mU/L festgestellt wurde, sollten ein Schilddrüsenhormonpräparat erhalten, wenn außerdem

  • erhöhte Schilddrüsenautoantikörper gemessen wurden,
  • die Sonografie eine echoarme Schilddrüse zeigt,
  • Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion beklagt werden,
  • Kinderwunsch (bzw. eine Schwangerschaft) besteht oder
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen diagnostiziert wurden

Nachtrag: In dem Zusammenhang auch interessant Dr. Johannes W. Dietrich „Variation von Schilddrüsenhormonen innerhalb des Referenzbereichs – Welche Bedeutung haben „sublatente“ Funktionsstörungen?“ (blog.endokrinologie.net, 19.09.16)