Kategorie-Archiv: Schilddrüse allgemein

Wunsch nach weniger Gewicht – Abnehmtipps für SchilddrüsenpatientInnen

Genauso wie sehr viele schilddrüsengesunde Menschen haben auch etliche SchilddrüsenpatientInnen für 2018 den Vorsatz gefasst einige Kilogramm an Körpergewicht abzunehmen. Mit Schilddrüsenerkrankung wird die Gewichtsreduktion allerdings nicht einfacher sondern gestaltet sich oftmals sogar deutlich schwieriger.

Weniger Kohlehydrate und stattdessen mehr Proteine in der täglichen Ernährung

Meist heißt es “Weniger essen und mehr Sport machen!” Dieser Grundsatz ist sicher auch für stark übergewichtige, schilddrüsenkranke Menschen vom Ansatz her richtig. Erfahrungen zeigen aber, dass die Reduktion von Weißmehlprodukten, Zucker und Obst für SchilddrüsenpatientInnen oftmals der entscheidende Erfolgsfaktor im Hinblick auf eine erfolgreiche Gewichtsabnahme ist. Nicht die Größe der Mahlzeiten ist das worauf es ankommt, sondern entscheidend ist was gegessen wird. Wunsch nach weniger Gewicht – Abnehmtipps für SchilddrüsenpatientInnen weiterlesen

Operationsindikation bei der benignen Struma des Erwachsenen

In Deutschland werden im Vergleich zu anderen europäischen Ländern oder auch den USA deutlich mehr Schilddrüsenoperationen durchgeführt.  Über die möglichen Gründe, insbesondere ob hierzulande die Entscheidung zur operativen Entfernung der Schilddrüse zu leichtfertig getroffen wird, wird seit längerem teilweise kontrovers diskutiert.

Vor wenigen Tagen, am 08. Januar 2018, ist zu dieser Thematik ein aktueller Artikel im Deutschen Ärzteblatt publiziert worden. Autoren: Detlef F. Bartsch, Markus Luster, Heinz J. Buhr, Dietmar Lorenz, Christoph-Thomas Germer, Peter E. Goretzki. Titel: Operationsindikation bei der benignen Struma des Erwachsenen. Direktlink: Dtsch Arztebl Int 2018; 115(1-2): 1-7; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0001,  aerzteblatt.de

Jodblockade – Verteilung von Jodtabletten

Die Schilddrüse braucht natürlich vorkommendes Jod, um Schilddrüsenhormone herstellen zu können. In Kernkraftwerken entsteht aber gefährliches radioaktives Jod, welches bei einem Reaktorunfall freigesetzt wird. Dieses wird genauso wie natürlich vorkommendes Jod in die Schilddrüse eingelagert und kann dort zu Schilddrüsenkrebs führen. Um dieses Risiko im Katastrophenfall zu vermindern werden in einigen Gegenden Deutschlands hochdosierte Jodtabletten verteilt. Zum richtigen Zeitpunkt eingenommen, wird die Schilddrüse mit dem natürlich vorkommenden Jod in diesen Medikamenten so gesättigt, dass sie das gefährliche radioaktive Jod nicht mehr aufnehmen kann. Das bezeichnet man auch als Jodblockade. Ausführliche Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (www.jodblockade.de).

Kurz erklärt: Galenik & Bioverfügbarkeit

Unter Galenik versteht man die Herstellung und Zusammensetzung von Arzneimitteln. Ein Arzneimittel besteht immer aus mindestens einem Wirkstoff und meist mehreren Hilfsstoffen. Die Hilfsstoffe dienen dazu den Wirkstoff in eine bestimmte Darreichungsform (Tablette, Kapsel, Tropfen, Salbe usw.) zu bringen die der Patientin/dem Patienten verabreicht werden kann.

Die Bioverfügbarkeit gibt an in welcher Zeit und in welchem Umfang der Wirkstoff aufgenommen wird. Die Aufnahme (Resorption) des Wirkstoffes ist von den verwendeten Hilfsstoffen und der gewählten Darreichungsform abhängig, so dass Arzneimittel auch bei einem exakt gleichen Wirkstoff in der gleichen Dosisstärke unterschiedlich wirken können.

L-Thyroxin-Einnahme … darauf sollten Sie beim Frühstück besser verzichten!

Abführmittel (Laxantien) können die Wirkung von L-Thyroxin-Präparaten zunichte machen.

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Quelle: pixabay.com / User: mandarinMD / Lizenz: CC0

Eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) geht meistens mit einer quälenden Verstopfung sowie hartnäckigem Übergewicht einher. Deshalb greifen etliche SchilddrüsenpatientInnen zu ballaststoffreichen Lebensmitteln und/oder natürlichen Abführmitteln.

Verdauungsfördernde Nahrungsmittel:

  • Milchprodukte (Molke, Kefir)
  • Weizenkleie, Leinsamen, Flohsamen
  • Enzymgetränke (Brottrunk, Kombucha)
  • Trockenobst (Pflaumen)
  • Rhabarber-, Rote Beete-, Sauerkraut-Saft
  • Sennesblättertee
  • Glauber-, Bittersalz

Insbesondere die weit verbreitete Erhöhung des Ballaststoffanteils soll für eine gesunde Darmflora sorgen, die Darmaktivität fördern, die Ausscheidung von vermeintlichen Stoffwechselgiften begünstigen, die Darmentleerung beschleunigen und so letztendlich die ersehnte Gewichtsabnahme unterstützen.

Im Hinblick darauf wird allerdings oft vergessen, dass die Aufnahme von L-Thyroxin einige Zeit beansprucht. Die Darmpassage in diesem Zeitfenster gezielt zu beschleunigen ist deshalb kontraproduktiv. Die Schilddrüsenhormone würden nicht vollständig aufgenommen und teilweise sogar ungenutzt mit dem Stuhl einfach wieder ausgeschieden. Deshalb ist es wichtig, dass zwischen der L-Thyroxin-Einnahme und einer sehr ballaststoffreichen Mahlzeit bzw. der Einnahme von Abführmitteln immer einige Stunden liegen.

Erste Schritte zur verbesserten Jodüberwachung der europäischen Bevölkerung

Europa wird intelligenter durch bessere Jodversorgung

In Europa könnten die negativen gesundheitlichen Folgen von Jodmangel, zu denen auch kognitive Probleme gehören, mit einer harmonisierten Überwachung der Jodversorgung überwunden werden.
Die Universitätsmedizin Greifswald stellt jetzt eine neuartige Infrastruktur zur Verfügung, um eine harmonisierte Überwachung der Jodzufuhr voranzutreiben. Mit dem EUthyroid-Netzwerk hat eine europaweite Initiative die Herausforderung angenommen, den Jodmangel zu reduzieren. Koordiniert von der Universitätsmedizin Greifswald und gefördert von der EU arbeiten Wissenschaftler aus 27 europäischen Ländern daran, Jodmangel und seine negativen gesundheitlichen Folgen zu überwinden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) behauptet, dass eine Überwachung der Jodaufnahme entscheidend für eine nachhaltige Verbesserung der Jodzufuhr in Europa ist. Erste Schritte zur verbesserten Jodüberwachung der europäischen Bevölkerung weiterlesen