Kategorie-Archiv: Schilddrüse allgemein

Patientenrecht: Kopie der Schilddrüsenwerte

Es kommt sehr häufig vor, dass SchilddrüsenpatientInnen ihre aktuellen Schilddrüsenwerte nicht kennen. Einige wissen sogar noch nicht einmal an welcher Erkrankung der Schilddrüse sie eigentlich genau leiden.  Das sind denkbar schlechte Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes und möglichst beschwerdefreies Leben mit einer zumeist chronischen Schilddrüsenkrankheit.

Jede/r Patient/in hat das Recht von Arztbriefen, Laborbefunden usw. eine Kopie zu verlangen und von diesem Recht sollte man auch Gebrauch machen. Für Ärztinnen bzw. Arzthelferinnen ist eine solche Bitte völlig normal und wird nicht als Misstrauen aufgefasst. Auch dem Wunsch sich eine Zweitmeinung einzuholen wird meist mit professionellem Verständnis begegnet.

Für alle, die ihre Rechte beim Arzt noch nicht so genau kennen, der Hinweis auf den 86-seitigen “Ratgeber für Patientenrechte” der Bundesregierung. Dieser kann entweder als PDF-Datei heruntergeladen oder als gedruckte Broschüre (beides kostenlos) bestellt werden.

Ich möchte heute an dieser Stelle kurz auf den am 08. Februar 2018 auf news.doccheck.com veröffentlichten Artikel “Der Hashimoto läuft sich warm” verweisen. Sicher sind nicht alle darin gemachten Aussagen unumstritten (wie auch die angeregte Diskussion in den Kommentaren zeigt), aber ich finde ihn gerade deshalb sehr lesenswert.

Laborwerte zur Einschätzung der Schilddrüsenfunktionslage

Gerade neu diagnostizierte SchilddrüsenpatientInnen verstehen oft nicht richtig, was die Ärztin/der Arzt genau meint, wenn sie/er von einer Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse spricht und welche Bedeutung im Hinblick darauf die Schilddrüsenwerte haben. Deshalb nachfolgend eine ausführliche Erläuterung der Zusammenhänge.

Fehlfunktionen der Schilddrüse

Wenn die Ärztin/der Arzt eine Schilddrüsenfehlfunktion oder eine falsche Einstellung mit Schilddrüsenhormonen bzw.  Schilddrüsenhemmern diagnostiziert hat, kann dies entweder bedeuten,

  1. dass zu wenige Schilddrüsenhormone zur Verfügung stehen. Dieser Mangel an Schilddrüsenhormonen wird als Schilddrüsenunterfunktion oder Hypothyreose bezeichnet.
  2. oder dass im Körper zu viele Schilddrüsenhormone vorhanden sind. Ein solcher Überschuss an Schilddrüsenhormonen wird auch Schilddrüsenüberfunktion oder Hyperthyreose genannt.
Schilddrüsenfunktionslage und Schilddrüsenwerte

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Wunsch nach weniger Gewicht – Abnehmtipps für SchilddrüsenpatientInnen

Genauso wie sehr viele schilddrüsengesunde Menschen haben auch etliche SchilddrüsenpatientInnen für 2018 den Vorsatz gefasst einige Kilogramm an Körpergewicht abzunehmen. Mit Schilddrüsenerkrankung wird die Gewichtsreduktion allerdings nicht einfacher sondern gestaltet sich oftmals sogar deutlich schwieriger.

Weniger Kohlehydrate und stattdessen mehr Proteine in der täglichen Ernährung

Meist heißt es “Weniger essen und mehr Sport machen!” Dieser Grundsatz ist sicher auch für stark übergewichtige, schilddrüsenkranke Menschen vom Ansatz her richtig. Erfahrungen zeigen aber, dass die Reduktion von Weißmehlprodukten, Zucker und Obst für SchilddrüsenpatientInnen oftmals der entscheidende Erfolgsfaktor im Hinblick auf eine erfolgreiche Gewichtsabnahme ist. Nicht die Größe der Mahlzeiten ist das worauf es ankommt, sondern entscheidend ist was gegessen wird. Wunsch nach weniger Gewicht – Abnehmtipps für SchilddrüsenpatientInnen weiterlesen

Operationsindikation bei der benignen Struma des Erwachsenen

In Deutschland werden im Vergleich zu anderen europäischen Ländern oder auch den USA deutlich mehr Schilddrüsenoperationen durchgeführt.  Über die möglichen Gründe, insbesondere ob hierzulande die Entscheidung zur operativen Entfernung der Schilddrüse zu leichtfertig getroffen wird, wird seit längerem teilweise kontrovers diskutiert.

Vor wenigen Tagen, am 08. Januar 2018, ist zu dieser Thematik ein aktueller Artikel im Deutschen Ärzteblatt publiziert worden. Autoren: Detlef F. Bartsch, Markus Luster, Heinz J. Buhr, Dietmar Lorenz, Christoph-Thomas Germer, Peter E. Goretzki. Titel: Operationsindikation bei der benignen Struma des Erwachsenen. Direktlink: Dtsch Arztebl Int 2018; 115(1-2): 1-7; DOI: 10.3238/arztebl.2018.0001,  aerzteblatt.de

Jodblockade – Verteilung von Jodtabletten

Die Schilddrüse braucht natürlich vorkommendes Jod, um Schilddrüsenhormone herstellen zu können. In Kernkraftwerken entsteht aber gefährliches radioaktives Jod, welches bei einem Reaktorunfall freigesetzt wird. Dieses wird genauso wie natürlich vorkommendes Jod in die Schilddrüse eingelagert und kann dort zu Schilddrüsenkrebs führen. Um dieses Risiko im Katastrophenfall zu vermindern werden in einigen Gegenden Deutschlands hochdosierte Jodtabletten verteilt. Zum richtigen Zeitpunkt eingenommen, wird die Schilddrüse mit dem natürlich vorkommenden Jod in diesen Medikamenten so gesättigt, dass sie das gefährliche radioaktive Jod nicht mehr aufnehmen kann. Das bezeichnet man auch als Jodblockade. Ausführliche Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (www.jodblockade.de).