Schilddrüsenerkrankungen bei Männern (Mangel an Schilddrüsenhormonen, Schilddrüsenunterfunktion, Hypothyreose)

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Eigentlich hätte ich diesen Beitrag „Der schilddrüsenkranke Mann – das unbekannte Wesen ;-)“ nennen müssen, weil die zu diesem Thema veröffentlichten Informationen mehr als dürftig sind. Vermutlich liegt dies aber nicht nur am unzureichenden wissenschaftlichen Forschungsstand, sondern hängt auch damit zusammen, dass Libidoverlust, Potenzschwäche und Fertilitätsstörungen Tabuthemen sind über die Männer nicht gerne sprechen. Auch nicht mit einem Arzt der die möglichen Ursachen für die Probleme klären könnte.

Libidoverlust, Potenzschwäche und Fertilitätsstörungen

So ist beispielsweise schon lange bekannt, dass eine Schilddrüsenunterfunktion (Mangel an Schilddrüsenhormonen, Hypothyreose) bei Männern häufig zu einem reduzierten Lustempfinden führt. In diesem Zusammenhang kann es auch zu Erektionsproblemen kommen.

In der Literatur wird darüber hinaus häufiger die Entwicklung einer weiblichen Brust (Gynäkomastie) erwähnt die allerdings nur ein kleiner Teil der hypothyreoten Männer entwickelt.

OAT-Syndrom als Ursache für Fertilitätsstörungen

Das OAT-Syndrom (Oligo-Astheno-Teratozoospermie-Syndrom) ist die häufigste Ursache für eine verminderte Zeugungsfähigkeit des Mannes. Eine der möglichen Ursachen ist eine Unterfunktion der Schilddrüse.

Die Merkmale des OAT-Syndroms sind:

  • geringe Spermienanzahl (oligo)
  • verminderte Beweglichkeit der Spermien (astheno)
  • erhöhe Rate an fehlgeformten Spermien (terato)

Zeugungsprobleme aufgrund von Selenmangel bei Hashimoto-Thyreoiditis

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Ursache für eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose). Vereinzelt wird in diesem Zusammenhang diskutiert, ob bei an einer Hashimoto-Thyreoiditis erkrankten unfruchtbaren Männern eventuell ein Mangel an Selen von Bedeutung ist. Die selenabhängige Glutathionperoxidase soll ein entscheidendes Strukturprotein im Schwanzstück von Spermien sein. Außerdem gibt es Hinweise, dass die für eine Hashimoto-Thyreoiditis charakteristischen Thyreo-Peroxidase-Antikörpern die Spermienqualität negativ beeinflussen.

Schilddrüsenunterfunktion kann mit Testosteronmangel einhergehen

Inwieweit sich die geschilderten Beschwerden durch eine gute medikamentöse Einstellung der Schilddrüsenfunktion zurückbilden ist im Einzelfall unterschiedlich. Bei trotz euthyreoter Stoffwechsellage längerfristig anhaltenden Problemen sollten auf jeden Fall weitergehende Untersuchungen, z.B. eine Bestimmung des Testosteronspiegels, durchgeführt werden. Ein Testosteronmangel kommt bei Männern mit Schilddrüsenunterfunktion häufiger vor.

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Wie weiter oben bereits erwähnt kann bei schilddrüsenkranken Männern die Einnahme des Spurenelementes Selen die vorgenannten Beschwerden lindern. Einige weiterführend Informationen dazu finden Sie unter den nachfolgenden Links → Selen beeinflusst Krankheitsverlauf bei der Hashimoto-Thyreoiditis positivDas Spurenelement Selen vorsichtig dosieren!