Zulewski-Score

Hypothyreose-Score

An der Universität Basel wurde zur Einschätzung des Schweregrades einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) der Zulewski-Score entwickelt. Er besagt, dass wenn fünf der folgenden Punkte zutreffen, eine Hypothyreose vorliegt. Wenn drei bis fünf Punkte zutreffen, ist eine Unterfunktion der Schilddrüse möglich. Und wenn weniger als drei Punkte zutreffen, besteht keine Hypothyreose.

Diagnosepunkte:

  • vermindertes Schwitzen
  • Heiserkeit
  • Parästhesien (Gefühlsstörungen, z. B. Einschlafen der Hände Karpaltunnelsyndrom)
  • trockene Haut
  • Verstopfung
  • vermindertes Hörvermögen
  • Gewichtszunahme
  • verlangsamte Bewegung
  • verzögerte Achillessehnen-Reflexe
  • vergröberte, raue und verdickte Haut (bes. Hände, Unterarme, Ellenbogen)
  • Schwellungen um die Augen herum

(In Anlehnung an: H. Zulewski, B. Müller, P. Exer, A. R. Misarez, J. J. Staub: „Estimation of tissue hypothyroidism by a new clinical score evaluation of patients with various grades of hypothyroidism and controls“ J Clin Endoc a Metab 1997, 82: 771 – 776. Vorläufer des Zulewski-Scores war der Billewicz-Index: W. Z. Billewicz, R. S. Chapman, J. Crooks u. a.: „Statistical methods applied to the diagnosis of hypothyroidism“. Q J Med 1969, 150(38): 255 – 266)

Hyperthyreose-Score

Analog dazu gibt es einen Hyperthyreose-Score. Demnach liegt eine Schilddrüsenüberfunktion ( Hyperthyreose) vor, wenn mehr als 5 Punkte zutreffen. Bei 2 bis 5 Punkten ist eine weitere Abklärung erforderlich. Bei weniger als 2 Punkten liegt keine Hyperthyreose vor.

Symptome:

  • Herzklopfen
  • Vermehrtes Schwitzen
  • Beschleunigte Darmpassage
  • Vermehrte Nervosität / Innere Unruhe
  • Schlafstörungen
  • Gewichtsabnahme

Befunde:

  • Hyperkinese (unruhiger Patient)
  • Hinweis auf Endokrine Orbitopathie
  • Feuchte, warme Haut
  • Tastbare Schilddrüse
  • Feinschlägiger Tremor
  • Puls über 90 Schläge pro Minute

Schilddrüse SDG-Tipp Leseempfehlung

Überblick: Schilddrüsendiagnostik


– Aktualisierte Neuauflage (Mai 2022) –

Nicole Wobker

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Die Hashimoto-Thyreoiditis ist keine psychische Erkrankung. Und doch führen weit verbreitete Beschwerden wie innere Unruhe, Unsicherheit, Selbstzweifel, Schlafstörungen und Erschöpfungszustände gerade im Anfangsstadium der Autoimmunerkrankung häufig zu entsprechenden Fehldiagnosen ( Angststörung, Burnout, Depression). Für die betroffenen SchilddrüsenpatientInnen bedeutet das oftmals den Beginn eines jahreslangen Leidensweges.