Diagnose einer Schilddrüsenfehlfunktion mittels der Schilddrüsenwerte TSH, fT3 und fT4

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Ob eine ausgeglichene Schilddrüsenstoffwechsellage (Euthyreose) oder eine Fehlfunktion, d.h. entweder eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose, Mangel an Schilddrüsenhormonen) oder eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose, Überschuss an Schilddrüsenhormonen) vorliegt kann relativ einfach festgestellt werden.

Der Arzt kontrolliert die Schilddrüsenfunktionslage indem er dem Patienten eine Blutprobe entnimmt und diese anschließend in einem Labor untersuchen lässt. Dort werden dann üblicherweise die Schilddrüsenwerte TSH, fT3 und fT4 bestimmt. Die alleinige Analyse des TSH-Wertes ist medizinisch nicht sinnvoll, wird aber aus Kostengründen oft gemacht.

TSH = Thyreoidea Stimulating Hormon (Thyreotropin).

Das TSH wird von der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) produziert und regt die Schilddrüse zur Bildung der Schilddrüsenhormone T4 und T3 an.

Normalbereich: 0,3 – 2,5 mU/l.

Erniedrigte Werte (kleiner als 0,1 – 0,3 mU/l): Die Schilddrüse produziert zu viele Hormone oder die von außen zugeführte Schilddrüsenhormondosis ist zu hoch (hyperthyreosis factitia, iatrogene Hyperthyreose). Es liegt eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) vor.

Erhöhte Werte (grösser als 2,0 – 2,5 mU/l): Die Schilddrüse produziert zu wenige Hormone oder die von außen zugeführte Schilddrüsenhormondosis ist zu niedrig. Es liegt eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) vor.

Lesen Sie dazu auch: → Spezial: TSH-Wert zu niedrig oder zu hoch?

fT4 = Tetrajodthyronin od. Thyroxin

Das Hormon fT4 wird von der Schilddrüse produziert.

Wichtig: Unter einer Substitutionstherapie mit Schilddrüsenhormonen sollte die letzte Medikamenteneinnahme 24 Stunden zurückliegen, da ansonsten verfälscht zu hohe Werte gemessen werden.

Normalbereich: 0,8 – 1,8 ng/dl (8 – 18 pg/ml) bzw. 10 – 23 pmol/l. Unter einer Therapie mit Schilddrüsenhormonen gilt eine erweiterte obere Normbereichsgrenze (laborabhängig 2,5 bis 3,5 ng/dl) für das fT4.

Erhöhte Werte: Es liegt eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) vor.

Erniedrigte Werte: Es liegt eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) vor.

fT3 = Trijodthyronin

Das Hormon fT3 wird von der Schilddrüse produziert. Durch Abspaltung eines Jodatoms kann zudem bereits im Blut vorhandenes fT4 auch in fT3 umgewandelt werden.

Im Unterschied zum fT4 ist das fT3 erst bei ausgeprägten Schilddrüsenfehlfunktionen (Hypo- bzw. Hyperthyreosen) erniedrigt bzw. erhöht, da der Körper die oben erwähnte bedarfsgerechte Umwandlung je nach Bedarf steuern kann.

Normalbereich: 2,0 – 4,5 pg/ml bzw. 5,4 – 12,3 pmol/l.

Erhöhte Werte: Es liegt eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) vor.

Erniedrigte Werte: Es liegt eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) vor.

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Eine ausgeprägte Schilddrüsenfehlfunktion merkt der Patient oft an den entsprechenden Krankheitssymptomen. Leichtere Funktionsstörungen können aber auch weitgehend symptomlos verlaufen. Siehe dazu auch → Beschwerden bei einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) → Beschwerden bei einer Überfunktion der Schilddrüse (Hyperthyreose)