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Schwangerschaft kann die Schilddrüse überfordern – Hormonexperten raten zum gezielten Funktionscheck

60. Deutscher Kongress für Endokrinologie der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), 15. bis 17. März 2017

Funktionsstörungen der Schilddrüse in der Schwangerschaft gefährden die Gesundheit von Mutter und Kind. Be­troffen können alle Schwangeren sein. Risikopatientinnen sind Frauen mit vorbekannter Schilddrüsenerkrankung, Typ-1-Diabetes oder anderen Autoimmunerkrankungen, ältere Schwangere und Frauen mit Überge­wicht. Die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) rät diesen Frauen, ihre Schilddrüsenfunktion testen zu lassen. Auf der Pressekon­ferenz anlässlich des 60. Deutschen Kongresses für Endokrinologie in Würzburg am 15. März 2017 erläutern die Experten zudem, wer behandelt werden soll und weshalb alle Schwangeren Jodtabletten einnehmen sollten. Schwangerschaft kann die Schilddrüse überfordern – Hormonexperten raten zum gezielten Funktionscheck weiterlesen

Schilddrüsenknoten – gutartig oder bösartig? Ultraschall-basierte Methode verbessert die Diagnose

Etwa jeder dritte Erwachsene in Deutschland hat Knoten in der Schilddrüse. Doch sind diese bösartig oder gutartig? Das zu unterscheiden ist nicht einfach. Die diagnostische Differenzierung ist jedoch maßgeblich für die Therapiewahl – noch immer werden dafür viele Schilddrüsenknoten operiert. Eine Multicenter-Studie der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) macht Hoffnung auf eine operationsfreie Diagnose. Sie zeigt, dass Ultraschall als bildgebendes Verfahren gemeinsam mit einer Ultraschall-basierten Messung der Gewebeelastizität, der Strain Elastografie (SE), die differenziertere Unterscheidung zwischen gut- und bösartigen Knoten deutlich verbessert.
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Endokrines Psychosyndrom

– Leseprobe –

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist keine psychische Erkrankung!
Bei der Hashimoto-Thyreoiditis handelt es sich um eine weit verbreitete Autoimmunkrankheit. Schätzungen zufolge sind jede zehnte Frau und jeder einhundertste Mann davon betroffen. Bei dieser autoimmun bedingten Erkrankung greift das gestörte Immunsystem irrtümlicherweise die eigene Schilddrüse an. Die unangenehme Folge dieser immunologischen Fehlsteuerung ist eine chronische Entzündung der Schilddrüse bis hin zu einer vollständigen Zerstörung dieses lebenswichtigen Organs.

Die Hashimoto-Thyreoiditis entwickelt sich schleichend, das heisst langsam und über einen sehr langen Zeitraum hinweg. Was wiederrum bedeutet, erst bei fortgeschrittener Erkrankung kommt es dazu, dass die Schilddrüse nicht mehr richtig funktioniert. Die geschädigte Schilddrüse kann nur noch wenige oder sogar überhaupt keine Schilddrüsenhormone mehr produzieren. Diese Restmenge an körpereigenen Schilddrüsenhormonen reicht aber oft nicht mehr aus um den Körper ausreichend zu versorgen. Es kommt zu einem teilweise erheblichen Mangel an Schilddrüsenhormonen. Dieser Zustand wird auch als Schilddrüsenunterfunktion oder Hypothyreose (griech. hypo = unzureichend, lat. glandula thyreoidea = Schilddrüse) bezeichnet.

Damit einher gehen vielfältige und nicht selten auch sehr ausgeprägte Beschwerden. Neben körperlichen Symptomen wie Gewichtszunahme, Frieren, Verstopfung, Muskelschwäche und Gelenkschmerzen kann es auch zu psychischen Auffälligkeiten kommen. Endokrines Psychosyndrom weiterlesen

Jodgehalt in Biomilch und –milchprodukten?

Die Veröffentlichung der nachfolgenden Pressemitteilung des Arbeitskreises Jodmangel e. V. liegt schon einige Monate zurück. Die durchaus lesenswerten Erläuterungen stammen von Prof. Dr. Friedrich Schöne (Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft).

Auch wenn die Intention des Arbeitskreises Jodmangel e.V. selbstverständlich eine andere ist – etliche Hashimoto-Thyreoiditis-PatientInnen bevorzugen insbesondere aufgrund des geringeren Jodgehalts Biomilch sowie Biomilchprodukte.

„Ökologisch hergestellte Lebensmittel sind schon lange nicht mehr nur ein Trend, sie haben sich als fester Bestandteil der Ernährung vieler Menschen etabliert. Die Verbraucher versprechen sich von den Bioprodukten oft, dass Tiere und Umwelt besser behandelt werden. Außerdem wollen sie damit zu einer gesünderen Ernährung beitragen. Allerdings enthalten Biomilch und Biomilchprodukte zum Beispiel einen geringeren Anteil an Jod und Selen. Wie ist das möglich? Jodgehalt in Biomilch und –milchprodukten? weiterlesen

Kindgerechte Erklärung von Fehlfunktionen der Schilddrüse

Von der Schilddrüsen-Liga Deutschland e.V. gibt es seit inzwischen drei Jahren eine → Schilddrüsenbroschüre mit dem Titel „Luckys Welt“ die sich speziell an Kinder und Jugendliche richtet.

Screenshot http://lucky.patienten-bibliothek.de/home
Screenshot http://lucky.patienten-bibliothek.de/home

Jetzt wurde zudem noch eine Online-Version von Lucky’s Welt entwickelt. Schöne Idee, die hoffentlich vielen schilddrüsenkranken Kindern und ihren Eltern weiterhilft!

Universitätsklinikum Frankfurt erhält schnellste Ultraschalltechnik gegen Schilddrüsenknoten

Mit dem HIFU Beamotion können Schilddrüsenknoten jetzt in einer deutlich kürzeren Behandlungszeit entfernt werden.

Am Universitätsklinikum Frankfurt wurde am 5. Januar die neueste Generation der schonenden Ultraschalltechnologie für die Therapie von Schilddrüsenknoten installiert: HIFU Beamotion. Das Gerät für hochintensiv fokussierten Ultraschall (HIFU) bietet Patienten den Vorteil einer sehr deutlich reduzierten Behandlungszeit: Sie verkürzt sich um circa 70 Prozent.  Mit dem HIFU Beamotion können sowohl gutartige als auch bösartige Knoten entfernt werden, ohne dass die Ärzte einen einzigen Schnitt im Körper machen müssen. Es wird nur das erkrankte Gewebe zerstört, während die Haut und die restliche Schilddrüse verschont bleiben und ihre normale Funktion behalten. Nach der Behandlung sind im Regelfall keine Schilddrüsenmedikamente mehr nötig.  Universitätsklinikum Frankfurt erhält schnellste Ultraschalltechnik gegen Schilddrüsenknoten weiterlesen

Lieferengpässe bei Schilddrüsenpräparaten

In den vergangenen Jahren haben sich die Lieferschwierigkeiten der unterschiedlichen Hersteller von Schilddrüsenpräparaten gehäuft. Die möglichen Ursachen dafür beleuchtet der am 06. Januar 2017 auf doccheck.com veröffentlichte Artikel „Lieferengpässe: Wer ist schuld?„.

Siehe dazu auch unter gelbe-liste.de:

Für 2017 angekündigte Neuerscheinungen von Schilddrüsenbüchern


Andrea Flemmer: Schilddrüsenunterfunktion erfolgreich behandeln: Wege aus dem Stimmungstief, Gewicht in Balance. Schluss mit müde, schlapp und blass! *  Erhältlich ab 9. Januar 2017


Kyra Hoffmann und Anno Hoffmann: Das Jod-Kochbuch: 50 köstliche Rezepte mit jodhaltigen Lebensmitteln. *  Angekündigt für den 01. April 2017


Amy Myers und Claudia Callies: Die Schilddrüsen-Revolution: Das ganzheitliche Selbsthilfeprogramm bei Hashimoto, Über- und Unterfunktion. *  Lieferbar ab 26. Juni 2017.

* Amazon-Partnerlinks

Schilddrüsenkrebs: Genom-Analysen seltener Tumorarten bieten Ansatzpunkte für Therapie

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF)
Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie e. V. (DGE)

Schilddrüsenkrebs gehört zu den selteneren Krebsarten. Die allermeisten Formen sind gut behandelbar und haben eine sehr gute Prognose. Einige seltenere Formen sind jedoch wesentlich aggressiver in ihrem Wachstum und sprechen oft nicht gut auf die Behandlung mit den bisher bekannten Therapien an. Aktuelle Forschungen zur Analyse des Genoms dieser Tumoren liefern jetzt neue Einsichten in die Krebsentstehung und bieten aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) Anhaltspunkte für neue Therapieansätze.

In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 7000 Menschen an einem bösartigen Tumor in der Schilddrüse. Experten vermuten, dass dieser Krebs sogar noch häufiger ist. „Rund 90 Prozent der Schilddrüsentumore stellen sogenannte differenzierte papilläre oder follikuläre Schilddrüsenkarzinome dar. Diese können durch eine Operation – meist in Kombination mit einer Behandlung mit radioaktivem Jod – sehr gut behandelt werden“, sagt Professor Dr. med. Matthias M. Weber, Leiter der Endokrinologie der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
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Schilddrüsenkarzinomregister

Die Schilddrüsenzentren in Würzburg, München und Augsburg bauen seit ungefähr zwei Jahren eine gemeinsame Datenbank, insbesondere zu den selteneren Formen von Schilddrüsenkrebs, auf. Dieses Schilddrüsenkarzinomregister finden Sie derzeit auf den Seiten des Universitätsklinikums Würzburg.

Im Hinblick darauf ist auch interessant, dass die Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin e.V. bereits vor einigen Wochen mitgeteilt hat, dass sich am 6. Oktober 2016 außerdem eine unabhängige Studiengruppe für „Seltene Tumore der Schilddrüse“ in Marburg gegründet hat.