Jodblockade – Verteilung von Jodtabletten

Die Schilddrüse braucht natürlich vorkommendes Jod, um Schilddrüsenhormone herstellen zu können. In Kernkraftwerken entsteht aber gefährliches radioaktives Jod, welches bei einem Reaktorunfall freigesetzt wird. Dieses wird genauso wie natürlich vorkommendes Jod in die Schilddrüse eingelagert und kann dort zu Schilddrüsenkrebs führen. Um dieses Risiko im Katastrophenfall zu vermindern werden in einigen Gegenden Deutschlands hochdosierte Jodtabletten verteilt. Zum richtigen Zeitpunkt eingenommen, wird die Schilddrüse mit dem natürlich vorkommenden Jod in diesen Medikamenten so gesättigt, dass sie das gefährliche radioaktive Jod nicht mehr aufnehmen kann. Das bezeichnet man auch als Jodblockade. Ausführliche Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (www.jodblockade.de).

Buch-Neuerscheinung: Lektine – das heimliche Gift

In wenigen Wochen erscheint ein neuer Ernährungsratgeber auf den ich insgeheim schon gewartet habe. ;-) Falls Sie hier regelmäßig mitlesen erinnern Sie sich vielleicht noch an meinen Artikel

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Fragwürdige Ernährungstipps für Hashimoto-Thyreoiditis-PatientInnen.

Mein damaliges Fazit lautete: Erbsen, Karotten und Mais (siehe Foto) sind nach meinem derzeitigen Kenntnisstand für Hashimoto-Thyreoiditis-PatientInnen unbedenklich – ich habe allerdings auch noch nicht alle neu erschienenen Schilddrüsenbücher gelesen. ;-)

Das ist mit dieser Buch-Neuerscheinung damit voraussichtlich auch schon wieder überholt. Buch-Neuerscheinung: Lektine – das heimliche Gift weiterlesen

Keine spezielle Diät bei Hashimoto-Thyreoiditis notwendig!

Im Zusammenhang mit der Hashimoto-Thyreoiditis kann es bei einigen Betroffenen zu ernstzunehmenden Begleiterkrankungen kommen die sich in mehr oder weniger ausgeprägten Magen-Darm-Beschwerden zeigen. Dazu zählen beispielsweise Zöliakie, Morbus Crohn, Colitis ulzerosa sowie eine Lactose- oder Fructose-Intoleranz. Diese Krankheiten erfordern neben einer ärztlichen Betreuung häufig auch die Berücksichtigung von Ernährungsempfehlungen.

Hashimoto-Thyreoiditis-PatientInnen bei denen keine weiteren Erkrankungen diagnostiziert wurden sollten genauso wie Schilddrüsengesunde zunächst einmal eine ausgewogene und abwechslungsreiche Mischkost anstreben. Dies gilt insbesondere, wenn Symptome wie Appetitlosigkeit, Übelkeit, Bauchschmerzen, Blähungen, Verstopfung, Durchfall, ungewollte Gewichtsabnahme oder deutliches Übergewicht fehlen. Eine grundsätzliche Ernährungsumstellung ist dann nicht erforderlich! Keine spezielle Diät bei Hashimoto-Thyreoiditis notwendig! weiterlesen

Eine kranke Schilddrüse stört den Seelenfrieden

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Wer an einer Unterfunktion der Schilddrüse leidet ist oft ängstlich und unruhig. Er schläft abends nicht mehr gut ein und nachts nicht mehr durch. Müdigkeit, Lustlosigkeit und trübsinnige Gedanken beeinträchtigen die Alltagsbewältigung.

Wenn sich SchilddrüsenpatientInnen an mich wenden, weil sie erst vor kurzem die Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis erhalten haben fallen mir vor allem Zurückhaltung und Verunsicherung auf. Meist dauert es eine ganze Zeit bis wir miteinander offen ins Gespräch kommen und mein Gegenüber darüber reden kann, was ihm wirklich wichtig ist.

Und das ist in den meisten Fällen der Schatten der sich durch eine bis dato unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion auf die Seele legt. In dieser Phase weiß am Anfang eigentlich niemand so richtig was mit ihm los ist. Das schürt Selbstzweifel und macht Angst. Eine kranke Schilddrüse stört den Seelenfrieden weiterlesen

Kurz erklärt: Galenik & Bioverfügbarkeit

Unter Galenik versteht man die Herstellung und Zusammensetzung von Arzneimitteln. Ein Arzneimittel besteht immer aus mindestens einem Wirkstoff und meist mehreren Hilfsstoffen. Die Hilfsstoffe dienen dazu den Wirkstoff in eine bestimmte Darreichungsform (Tablette, Kapsel, Tropfen, Salbe usw.) zu bringen die der Patientin/dem Patienten verabreicht werden kann.

Die Bioverfügbarkeit gibt an in welcher Zeit und in welchem Umfang der Wirkstoff aufgenommen wird. Die Aufnahme (Resorption) des Wirkstoffes ist von den verwendeten Hilfsstoffen und der gewählten Darreichungsform abhängig, so dass Arzneimittel auch bei einem exakt gleichen Wirkstoff in der gleichen Dosisstärke unterschiedlich wirken können.

L-Thyroxin-Einnahme … darauf sollten Sie beim Frühstück besser verzichten!

Abführmittel (Laxantien) können die Wirkung von L-Thyroxin-Präparaten zunichte machen.

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Eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) geht meistens mit einer quälenden Verstopfung sowie hartnäckigem Übergewicht einher. Deshalb greifen etliche SchilddrüsenpatientInnen zu ballaststoffreichen Lebensmitteln und/oder natürlichen Abführmitteln.

Verdauungsfördernde Nahrungsmittel:

  • Milchprodukte (Molke, Kefir)
  • Weizenkleie, Leinsamen, Flohsamen
  • Enzymgetränke (Brottrunk, Kombucha)
  • Trockenobst (Pflaumen)
  • Rhabarber-, Rote Beete-, Sauerkraut-Saft
  • Sennesblättertee
  • Glauber-, Bittersalz

Insbesondere die weit verbreitete Erhöhung des Ballaststoffanteils soll für eine gesunde Darmflora sorgen, die Darmaktivität fördern, die Ausscheidung von vermeintlichen Stoffwechselgiften begünstigen, die Darmentleerung beschleunigen und so letztendlich die ersehnte Gewichtsabnahme unterstützen.

Im Hinblick darauf wird allerdings oft vergessen, dass die Aufnahme von L-Thyroxin einige Zeit beansprucht. Die Darmpassage in diesem Zeitfenster gezielt zu beschleunigen ist deshalb kontraproduktiv. Die Schilddrüsenhormone würden nicht vollständig aufgenommen und teilweise sogar ungenutzt mit dem Stuhl einfach wieder ausgeschieden. Deshalb ist es wichtig, dass zwischen der L-Thyroxin-Einnahme und einer sehr ballaststoffreichen Mahlzeit bzw. der Einnahme von Abführmitteln immer einige Stunden liegen.