Schilddrüsen-Darm-Achse: Ernährungsumstellung bei Hashimoto-Thyreoiditis

Es gibt immer wieder Hinweise auf die Existenz einer Schilddrüsen-Darm-Achse die Autoimmunerkrankungen wie die Hashimoto-Thyreoiditis beeinflusst. Außerdem berichten PatientInnen häufiger von einer Verbesserung ihrer Lebensqualität als Folge einer Ernährungsumstellung.

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Für die meisten Hashimoto-Thyreoiditis-PatientInnen ist die Hormonersatztherapie mit Levothyroxin (und in Einzelfällen auch Liothyronin) unverzichtbar.

Aber es gibt auch verschiedene Untersuchungen nach denen ein angemessenes Ernährungsmanagement und ein ökologischer Lebensstil diese Standardbehandlung sinnvoll ergänzen können. Dadurch soll die Funktion der Schilddrüse verbessert sowie die Spiegel von TSH, T3, T4, TPO-AK und TG-AK reguliert werden können.

Im Hinblick darauf sind eine entzündungshemmende Ernährungsweise, der Ausgleich eines Selen-Mangels sowie die Substitution von Vitamin D und neueren Erkenntnissen zufolge zukünftig vielleicht auch Melatonin besonders hervorzuheben. Melatonin ist ein Hormon, welches in der Zirbeldrüse (einem Teil des Zwischenhirns) hergestellt wird und den Tag-Nacht-Rhythmus des menschlichen Körpers steuert.

Insbesondere eine entzündungshemmende Diät sowie die Einnahme von Vitamin D können bei Hashimoto-Thyreoiditis hilfreich sein.

Von den Umweltfaktoren spielt eine Vielzahl von Nährstoffen eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Entwicklung der Hashimoto-Thyreoiditis. Neben einer hohen Jodaufnahme, dem Mangel an Selen und/oder Eisen, kann auch die unzureichende Aufnahme von Proteinen, ungesättigten Fettsäuren und Ballaststoffen eine Hashimoto-Thyreoiditis begünstigen.

Dem gegenüber sollen die Vitamine A, C und D sowie die Vitamine des B-Komplexes, aber auch Omega-3-Fettsäuren, Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe einen positiven Einfluss auf eine bereits bestehende Hashimoto-Thyreoiditis haben.

Melatonin gilt als einer der Hoffnungsträger bei der Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie der Hashimoto-Thyreoiditis

Die Melatonin-Therapie bei Autoimmunerkrankungen wurde bisher erst in einigen wenigen Studien am Menschen untersucht. Dabei hat sich jedoch gezeigt, dass Melatonin das Potenzial hat, die Schwere der Krankheitssymptome zu reduzieren. Deshalb vermutet man, dass die Behandlung mit Melatonin zukünftig eine wichtige Strategie bei der Behandlung der Hashimoto-Thyreoiditis sein könnte.

Angesichts der komplexen Rolle von Melatonin im Hormonstoffwechsel und auch als Immunmodulator gibt es aber noch zahlreiche Unsicherheiten und offene Fragen in Bezug auf die richtige Dosierung und das korrekte Timing bei dem therapeutischen Einsatz von Melatonin. Es wird also noch weitere Forschungsbemühungen erfordern, um das empfindliche Gleichgewicht zwischen Melatonin und Schilddrüsenfunktion besser zu verstehen.

Quelle: Yana Danailova, Tsvetelina Velikova, Georgi Nikolaev u.a. „Nutritional Management of Thyroiditis of Hashimoto“, Int J Mol Sci. 2022 May 5;23(9):5144. doi: 10.3390/ijms23095144.