Allgemeines zur Nährstofftherapie

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Mit diesem Text soll der Erfahrung zahlreicher Schilddrüsenerkrankter Rechnung getragen werden, die unter schwerwiegenden, lang anhaltenden oder immer wiederkehrenden Nährstoffmängeln leiden. Auch wenn die Wirksamkeit einzelner Vitamine oder Mineralstoffe bisher nicht immer zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte: Aufgrund des geringen Nebenwirkungspotentials ist gegen eine kurmässige, zeitlich begrenzte Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln als begleitende Therapie nichts einzuwenden. Von einer leichtfertigen Dauereinnahme dieser Vitamine und Mineralstoffe in höheren Dosierungen ist aber abzuraten, da es auch zu unerwünschten Wirkungen auf die Schilddrüsenfunktion kommen kann. Im Zweifelsfall sollte ein Arzt konsultiert werden, der in den meisten Fällen durch Blutuntersuchungen einen Mangel feststellen bzw. ausschließen und die Nährstofftherapie entsprechend überwachen kann. Leider müssen die Kosten dafür oftmals privat getragen werden.

Wichtige Nährstoffe für Schilddrüsenpatienten
  • Antioxidantien wie Selen, Zink und die Vitamine A, C, E
  • Magnesium und Calcium
  • das Spurenelement Eisen
  • das Sonnenvitamin Vitamin D
  • die → Vitamine des B-Komplexes
  • Bromelain, Coenzym Q10, Omega-3-Fettsäuren, L-Carnitin und Aminosäuren
Wer braucht Nahrungsergänzungsmittel?

Der Sinn oder Unsinn von Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) wird seit längerer Zeit kontrovers und oft nur wenig sachlich diskutiert. Die Meinungen diesbezüglich reichen von „unverzichtbar“ bis zu „überflüssig“. Es gibt zahlreiche Untersuchungen zu diesem Thema, die aber keinen eindeutigen Trend belegen, sondern mal die eine und mal die andere Sichtweise stützen.

Unter anderem von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt es allgemeine Empfehlungen zum Tagesbedarf an Vitaminen und Mineralstoffen. Diese Empfehlungen wurden 2003 überarbeitet und sind für gesunde Personen ohne besondere Belastungen gedacht. Ob ein erhöhter Bedarf besteht, der über die normale Ernährung nicht gedeckt werden kann, ist aber unter anderem von Faktoren wie Ernährungsgewohnheiten, Stressbelastung, Alter, Gesundheitszustand und Geschlecht abhängig. Diese Nährstofftabellen bieten also nicht mehr als grobe Anhaltspunkte.

Bei chronischen Erkrankungen zu denen auch fast alle Schilddrüsenkrankheiten zählen ist eine ausgewogene Ernährung allein oft nicht mehr ausreichend, um den Körper mit allen benötigten Vitalstoffen zu versorgen. Dann ist die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln empfehlenswert. Für Hashimoto- oder Basedow-Betroffene ist in diesem Zusammenhang allerdings problematisch, dass viele der in der Apotheke frei verkäuflichen Multimineralstoffkomplexe Jod enthalten und deshalb ungeeignet sind.

Studien, welche den Nutzen von Nahrungsergänzungsprodukten speziell bei Schilddrüsenpatienten untersucht haben, gibt es allerdings nur sehr wenige. In drei voneinander unabhängigen Untersuchungen wurden jedoch die positiven Wirkungen des Spurenelements Selen auf den der Hashimoto-Thyreoiditis zugrundeliegenden Autoimmunprozess nachgewiesen. Außerdem gibt es zum Einfluss von Zink auf den Schilddrüsenstoffwechsel und das Immunsystem einige Untersuchungen. Bislang konnte jedoch noch nicht zweifelsfrei geklärt werden, ob auch eine Dauereinnahme in höheren Dosierungen gesundheitlich unbedenklich ist. Desweiteren wurde der Magnesiumhaushalt mehrfach in wissenschaftlichen Studien in Bezug auf Schilddrüsenkrankheiten betrachtet. Vielversprechende Ergebnisse gibt es inbesondere bei der Behandlung von im Zusammenhang mit Erkrankungen der Schilddrüse auftretendem Bluthochdruck und Tachykardien mit hochdosiertem Magnesium. Interessant ist zudem der mehrfach von Schilddrüsenspezialisten geäußerte Behandlungsansatz Hyperthyreosen mit der Substanz L-Carnitin zu therapieren. L-Carnitin hemmt die Schilddrüsenhormonwirkung an den verschiedenen Organen.

Was sind Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente?

Ganz allgemein wird zwischen Vitaminen sowie Mineralstoffen und Spurenelementen unterschieden.

Vitamine sind essentielle Stoffe, die mit der Nahrung zugeführt werden müssen und die für die Gesunderhaltung des Körpers lebensnotwendig sind. Grundsätzlich unterscheidet man fettlösliche und wasserlösliche Vitamine. Fettlöslich sind die Vitamine A, D, E und K, welche im Fettgewebe des Körpers gespeichert und deshalb auch überdosiert werden können. Wasserlöslich sind die Vitamine des B-Komplexes und Vitamin C, die mit Ausnahme des Vitamins B 12 nicht im Körper gespeichert werden können und deshalb täglich neu aufgenommen werden müssen. Nicht benötigte Überschüsse an wasserlöslichen Vitaminen werden mit dem Urin ausgeschieden.

Mineralstoffe sind anorganische Salze, die ebenfalls ständig über die Ernährung aufgenommen werden müssen und für den Aufbau von Körpersubstanzen unverzichtbar sind. Bei den Mineralstoffen differenziert man zwischen Mengenelementen (Calcium, Chlorid, Kalium, Magnesium, Natrium, Phosphor und Schwefel) und Spurenelementen (Chrom, Eisen, Fluorid, Jod, Kobalt, Kupfer, Mangan, Molybdän, Selen und Zink). Da Spurenelemente nur in sehr geringen Mengen im Körper vorhanden sind und größere Mengen Schaden anrichten können, sollte eine Überdosierung unbedingt vermieden werden. Sinnvoll ist eine kurmäßige Einnahme über wenige Monate und keine Daueranwendung. Das Spurenelement Eisen sollte, besonders in höheren Dosierungen, nur bei einem mittels Blutuntersuchung festgestellten Mangel und nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden.

Außer Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen gibt es weitere Substanzen mit gesundheitsfördernden Eigenschaften. Dazu zählen beispielsweise Enzyme, Aminosäuren oder auch Fettsäuren.