Struma (Schilddrüsenvergrößerung) durch Nitrat und Huminsäure

In Obst und Gemüse, aber auch im Trinkwasser enthaltenes Nitrat sowie die Belastung des Grundwassers mit Huminsäure gelten als wenig bekannte Gründe für eine Vergrößerung der Schilddrüse (Struma).

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Das ist selbstverständlich keine neue Erkenntnis, aber in „aktuellen“ Publikationen doch plötzlich wieder ein Thema.

Die unterschiedlichen Aussagen zu Jod, Nitrat und Huminsäure beziehen sich jedoch vermutlich auf eine fast 20 Jahre alte Bundesdrucksache, auch wenn keine/r der AutorInnen die Quelle explizit beim Namen nennt.

Der Hintergrund:

Bei der Vorbeugung von durch Jodmangel verursachten Erkrankungen (Jodmangelprophylaxe) ging es ursprünglich auch darum den Mehrbedarf an dem Spurenelement Jod aufgrund von Belastungen des Trinkwassers mit kropfbildenden Substanzen wie Nitrat und Huminsäure auszugleichen.

Nitrat als Ursache für Schilddrüsenvergrößerungen

  • Hohe Nitratmengen behindern die Aufnahme des Spurenelements Jod aus der Nahrung, was eine Vergrößerung der Schilddrüse (Jodmangelstruma) zur Folge hat.
  • Eine Hauptursache für die Nitratbelastung ist die (Über-)Düngung landwirtschaftlich genutzter Flächen. Rund zwei Drittel des aufgenommenen Nitrats stammen aus dem Verzehr von Gemüse und Gemüse. Das restliche Drittel resultiert aus dem Trinkwasser sowie aus der Ernährung mit gepökelten Fleisch- und Wurstwaren.
  • Studien in der ehemaligen DDR (Chemnitz, Gera, Suhl) ergaben, dass sich durch die Aufnahme von 155 mg Nitrat pro Tag die Häufigkeit von Schilddrüsenvergrößerungen um den Faktor 8 erhöht.

Huminsäure als Ursache von Schilddrüsenvergrößerungen

  • Die Aufnahme von huminsäure-haltigem Wasser kann zu einer Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) führen.
  • Eine Untersuchung der Forschungsstelle des Umweltbundesamtes in Bad Elster hat ergeben, dass 25 mg Huminsäure pro Liter Wasser circa 70 mg Jod neutralisieren können
  • Huminsäure ist deutschlandweit im Trinkwasser vorhanden. Das Grundwasser in Gebirgsregionen enthält im Hinblick darauf vergleichsweise weniger Huminsäure als beispielsweise das Grundwasser der norddeutschen Tiefebene.

Quelle: Deutscher Bundestag: Drucksache 13/7110 vom 27.02.1997

Dieser Artikel wurde zuletzt am 11. November 2021 aktualisiert.

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