Coronavirus / COVID-19 / SARS-CoV-2

Autorin: Nicole Wobker / aktualisiert am 05.05.20 um 9.15 Uhr

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Am 27.01.20 wurde der erste Coronavirus-Fall in Stockdorf/Bayern bestätigt. Die sofort eingeleiteten Quarantäne-Maßnahmen waren erfolgreich. Auch die beiden Rückholaktionen von Deutschen aus Wuhan/Hubei (China) verliefen problemlos. Als am 25.02.20 Einzelheiten zum zweiten Coronavirus-Fall in Heinsberg/Nordrhein-Westfalen bekannt wurden war klar, dass eine deutschlandweite Epidemie nicht mehr zu vermeiden sein würde.

Bisher sind 164.086 Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert. Bereits 6756 Deutsche sind an COVID-19 verstorben.

(Mehr zu den Infizierten, Toten und Geheilten in den einzelnen Bundesländern finden Sie weiter unten im Text.)

Die Dauer der Pandemie wird mit ein bis zwei Jahren eingeschätzt – genau weiß das gegenwärtig aber niemand. Die erste Welle wird voraussichtlich bis mindestens 20.04.20 dauern.

Die Bundesregierung rechnet mit einem starken Ansteigen der Coronavirus-Infektionen in den nächsten Wochen. Jetzt gilt es in den Krankenhäusern Platz für die davon betroffenen Menschen zu schaffen. Deshalb wurde beschlossen, dass ab dem 16.03.20 alle planbaren Eingriffe bis auf Weiteres verschoben werden. Dazu gehören auch Schilddrüsenoperationen!

Die Versorgung mit Schilddrüsenmedikamenten ist nicht gefährdet !!! Wir haben in Deutschland eine Vielzahl unterschiedlicher Hersteller die mögliche Lieferengpässe bei einzelnen Präparaten problemlos ausgleichen können.

Coronavirus-Epidemie eindämmen und medizinische Versorgung aufrecht erhalten

Von der Bundesregierung wurden bisher nachfolgende Maßnahmen in die Wege geleitet, welche die Ausbreitung der Epidemie eindämmen und die medizinische Versorgung aufrecht erhalten sollen. Als kritische Phase gelten die nächsten vier bis sechs Wochen.

  • Von den knapp 400 örtlichen Gesundheitsämtern kann im Verdachts- oder Erkrankungsfall eine 14-tägige Quarantäne verhängt werden. Wer Freunden und/oder Familie die Versorgung mit Lebensmitteln in einem solchen Fall nicht zumuten möchte oder niemanden hat, sollte sich also vorsichtshalber einen entsprechenden Lebensmittelvorrat anlegen. Auch wer nur einmal wöchentlich statt täglich einkauft mindert sein Infektionsrisiko!
  • In den ersten Wochen wurden Schließungen von einzelnen Kindergärten, Schulen und Universitäten nur dann angeordnet wenn dort Corona-Fälle aufgetreten sind. Am 13.03.20 haben nach und nach alle Bundesländer entschieden, dass dort die Bildungseinrichtungen ab dem 16.03.20, geschlossen werden. In einigen Bundesländern gibt es Notdienste für Kinder die nicht von ihren Eltern betreut werden können oder auch Sonderregelungen für Abiturienten. Teilweise wird auf Fernunterricht umgestellt
  • Das medizinische Personal beklagt das Fehlen von Atemmasken, Schutzanzügen, Handschuhen und Schutzbrillen. Der Export medizinischer Schutzausrüstung ins Ausland wurde zwischenzeitlich verboten.
  • Am 04.03.20 wurde eine Ausnahmeregelung bekannt gegeben die es ApothekerInnen gestattet Händedesinfektionsmittel selbst herzustellen.
  • In einer Stellungnahme vom 08.03.20 hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zu einer Absage von Großveranstaltungen mit mehr als 1000 TeilnehmerInnen geraten. Seit dem 12.03.20 wird das bundesweit so umgesetzt.
  • Vom 09.03.20 an ist bei Erkältungssymptomen (nicht bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus) eine Krankschreibung auch nach telefonischem Arztkontakt möglich. Man muss also nicht mehr in die Arztpraxis gehen. Dadurch sollen die Arztpraxen entlastet werden.
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in einer Pressekonferenz am 12.03.20 zu einer Vermeidung aller nicht unbedingt nötigen sozialen Kontakte und Aktivitäten aufgerufen. Der sicherste Ort ist Zuhause!
  • Die Bundesregierung ist dabei die Intensiv- und Beatmungskapazitäten in den Krankenhäusern zu erhöhen. Beim Medizintechnikhersteller Drägerwerk wurden beispielsweise 10.000 Beatmungsgeräte bestellt.
  • 13.03.20 Besuchsregelungen: Immer mehr Krankenhäuser und Altenpflegeeinrichtungen gehen dazu über Besuche von außen zu beschränken um die besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen zu schützen.
  • Rathäuser, Museen, Schwimmbäder, Bibliotheken, Theater, Kinos usw. werden in immer mehr Städten geschlossen. Vereinzelt gibt es zudem Empfehlungen öffentliche Verkehrsmittel möglichst  nicht mehr zu nutzen. In anderen europäischen Ländern z.B. Italien, Österreich und Frankreich werden auch die Geschäfte (ausser Lebensmittelgeschäfte, Apotheken, Drogerien, Banken, Post und Tankstellen) sowie Cafés und Restaurants geschlossen – das könnte eventuell auch in Deutschland so kommen.
  • 15.03.20 Bundesinnenminister Horst Seehofer hat mitgeteilt, dass die Grenzen nach Österreich, Schweiz, Frankreich, Dänemark und Luxemburg ab 16.03.20 geschlossen werden. Polen und Tschechien haben ihrerseits die Grenzen zu uns geschlossen. Ausnahmen: Berufspendler, Warenverkehr
  • 16.03.20 Bundeskanzlerin Angela Merkel verkündet in einer Pressekonferenz um 18.00 Uhr den Shutdown (Schließung öffentlicher Einrichtungen und nicht lebensnotwendiger Geschäfte). Österreich, Spanien, Italien und Frankreich sind schon einen Schritt weiter – dort gilt zusätzlich ein Lockdown (Ausgangssperre, d.h. man darf nur zur Arbeit, zum Arzt und Lebensmittel sowie Medikamente kaufen. Das kommt hier wahrscheinlich dann auch noch.
  • 17.03.20 Das Robert-Koch-Institut ändert die Einschätzung bzgl. des Erkrankungsrisikos von „mäßig“ auf „hoch“. Als Grund werden die steigenden Fallzahlen angegeben.
  • Es gibt Bemühungen Engpässen beim medizinischen Personal entgegen zu wirken. Pensionierte Ärzte werden zurückgeholt, Medizinstudenten in höheren Semestern sollen unterstützen, die Bundeswehr mit ihrem Sanitätsdienst hilft usw.
  • Die europäischen Staats- und Regierungschefs haben ein Einreiseverbot für Nicht-EU-Buerger in die Europäische Union beschlossen.
  • KrankenhausNotfallplan von Bund und Ländern: „Durch Aus- und Umrüsten von Rehabilitationseinrichtungen, Hotels oder größeren Hallen können für die zahlreichen leichteren Behandlungsverläufe zusätzliche Kapazitäten aufgebaut werden“.
  • 20.03.20 Erste Bundesländer wollen Ausgangsbeschränkungen durchsetzen: Bayern, Saarland … weitere werden vermutlich folgen.
  • 22.03.20 Bund und Länder haben weitere Maßnahmen beschlossen um die sozialen Kontakte zu minimeren und die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen. Die einzelnen Punkte im Wortlaut:

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I. Die Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.
II. In der Öffentlichkeit ist, wo immer möglich, zu anderen als den unter I. genannten Personen ein Mindestabstand von mindestens 1,5 m einzuhalten.
III. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.
IV. Der Weg zur Arbeit, zur Notbetreuung, Einkäufe, Arztbesuche, Teilnahme an Sitzungen, erforderlichen Terminen und Prüfungen, Hilfe für andere oder individueller Sport und Bewegung an der frischen Luft sowie andere notwendige Tätigkeiten bleiben selbstverständlich weiter möglich.
V. Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind angesichts der ernsten Lage in unserem Land inakzeptabel. Verstöße gegen die Kontakt-Beschränkungen sollen von den Ordnungsbehörden und der Polizei überwacht und bei Zuwiderhandlungen sanktioniert werden.
VI. Gastronomiebetriebe werden geschlossen. Davon ausgenommen ist die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause.
VII. Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios und ähnliche Betriebe werden geschlossen, weil in diesem Bereich eine körperliche Nähe unabdingbar ist. Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben weiter möglich.
VIII. In allen Betrieben und insbesondere solchen mit Publikumsverkehr ist es wichtig, die Hygienevorschriften einzuhalten und wirksame Schutzmaßnahmen für Mitarbeiter und Besucher umzusetzen.
IX. Diese Maßnahmen sollen eine Geltungsdauer von mindestens zwei Wochen haben.

Quelle: bundesregierung.de

  • 31.03.20 Nachdem in Österreich ab morgen eine Maskenpflicht für Supermarktbesucher gilt, wird auch hierzulande verstärkt über die Sinnhaftigkeit einer solchen Maßnahme nachgedacht. Obwohl professionelle FFP3Atemschutzmasken mit Ventil auch für den normalen Bürger besser wären, wird angesichts des Mangels an Schutzausrüstung momentan dazu geraten für sich selbst nur eine einfachere OP-Maske/Mund-Nasen-Maske online zu bestellen. Die höherwertigeren FFP3-Atemschutzmasken mit Ventil sollen ÄrztInnen, Pflegern und Krankenschwestern vorbehalten bleiben die in direktem Kontakt zu Corona-PatientInnen stehen und für die die Infektionsgefahr entsprechend höher ist. Wichtig: Mit einem improvisierten/gebastelten/genähten Mund-Nasen-Schutz oder den einfachen OP-Masken schützen Sie andere falls Sie selbst erkrankt sein sollten. Um sich selbst vor einer Infektion zu schützen reichen diese nicht aus!
  • Ab 27.04.20 gilt deutschlandweit eine Maskenpflicht im Einzelhandel, im öffentlichen Nahverkehr und in Arztpraxen.

Eine Bitte an alle Jüngeren …

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene infizieren sich genauso häufig wie ihre Eltern oder Großeltern mit dem Coronavirus. Sie haben aber oft überhaupt keine oder nur sehr schwache Krankheitssymptome. Doch auch wer sich selbst nicht krank fühlt, kann andere Menschen anstecken und das Coronavirus weiterverbreiten.

Vielleicht steht hinter ihnen an der Kasse eine Frau die an Brustkrebs erkrankt ist, eventuell ist auf der Party ein Freund der Asthma hat – für diese Menschen kann eine Infektion mit dem Coronavirus tödlich sein. Genauso wie für Ihre Großeltern die unter Herzproblemen oder Diabetes leiden.

… verzichten Sie einige Wochen darauf ihre Freunde zu treffen. Danke!


Vorbeugende Maßnahmen – eine Infektion mit dem Coronavirus verhindern

  1. Häufiges und gründliches Händewaschen mit Seife! Alternativ zwischendurch ein Händedesinfektionsgel benutzen.
  2. Aufs Händeschütteln verzichten. Zu Personen mit Grippesymptomen ein bis zwei Meter Abstand halten.
  3. Berührungen des Gesichts (Augen reiben, Mund abwischen usw.) mit den Händen vermeiden.
  4. Beim husten und niesen ein Taschentuch benutzen oder wenn keins griffbereit ist in die Armbeuge husten und niesen. Taschentücher sollten immer nur einmal benutzt und dann in einen geschlossenen Mülleimer entsorgt werden.
  5. Ein Mundschutz schützt andere, falls Sie selbst erkrankt sein sollten. Für Personen mit ernsthaften Vorerkrankungen (Asthma, chron. Bronchitis, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebs, Aids) bei denen es nach den bisherigen Erfahrungen zu schwereren Krankheitsverläufen kommt, kann das Tragen eines Mundschutzes ebenfalls sinnvoll sein.

Die meisten SchilddrüsenpatientInnen gehören nicht zu den besonders betroffenen Risikogruppen! Für Menschen mit Schilddrüsenknoten, Schilddrüsenunterfunktion, Hashimoto-Thyreoiditis, Schilddrüsenüberfunktion und Morbus Basedow besteht nach derzeitigem Kenntnisstand kein erhöhtes Erkrankungsrisiko oder das Risiko von einem schweren Krankheitsverlauf betroffen zu sein. SchilddrüsenkrebspatientInnen bei denen der Krebs metastasiert hat und/oder die sich einer Chemotherapie unterziehen müssen (das sind nur sehr wenige) sollten hingegen sehr vorsichtig sein und die empfohlenen Schutzmaßnahmen besonders sorgfältig einhalten.

Krankheitssymptome, die durch das Coronavirus ausgelöst werden können

Von der Ansteckung bis zum Erkrankungsbeginn dauert es durchschnittlich 5 Tage (seltener auch bis zu 14 Tage). Die Erkrankungsdauer wird mit zwei bis drei Wochen angegeben.

Wichtige Leitsymptome:

  • Fieber 
  • Husten
  • Luftnot

Mögliche weitere Symptome:

  • Schnupfen
  • Frieren (Schüttelfrost)
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen
  • Durchfall, Gewichtsabnahme

Vorgehen bei Verdacht auf eine Infektion mit dem Coronavirus

Selbstbehandlung: Im Internet kursieren Meldungen, dass die Einnahme von Ibuprofen bei einer Infektion mit dem Coronavirus die Sterblichkeitsrate erhöht. Der Virologe Christian Drosten hat diesbezüglich auf die nicht vorhandene Datenlage verwiesen, d.h. es gibt seiner Ansicht nach keinen Hinweis darauf, dass das so ist. (Quelle: NDR Podcast vom 17.03.20).

  • Zu den üblichen Praxisöffnungszeiten: Den Hausarzt telefonisch kontaktieren und das weitere Vorgehen besprechen.
  • Abends, Nachts und am Wochenende: Den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116117 anrufen.

Getestet werden momentan nur Personen, die in einem Risikogebiet waren und/oder Kontakt mit einer nachgewiesenermaßen am Coronavirus erkrankten Person hatten!

Risikogebiete sind (Stand 13.03.20, Quelle: Robert-Koch-Institut): Italien, Iran, China (Provinz Hubei), Südkorea (Provinz Gyeongsangbuk-do), Frankreich (Region Grand Est), Österreich (Bundesland Tirol), Spanien (Madrid) und Deutschland (Kreis Heinsberg).

Coronavirus-Erkrankungen (Todesfälle) in Deutschland

Die meisten Krankheitsverläufe (4 von 5) sind leicht – die betroffenen PatientInnen werden wieder gesund! Momentan kann allerdings noch nicht abschließend beurteilt werden, ob nicht auch bei leichterem Erkrankungsgeschehen Langzeitschäden an der Lunge auftreten können. Auch die Frage, ob eine durchgemachte Infektion immer zur Antikörperbildung führt ist ungeklärt. Es gibt einige wenige Berichte über Zweitinfektionen.

Männer sind mit 57 % etwas häufiger als Frauen (43 %) betroffen. Ab einem Alter von etwa 50 steigt  – insbesondere bei Vorliegen von Vorerkrankungen – das Risiko eines schwereren Krankheitsverlaufs. Auch Raucher erkranken häufiger als Nichtraucher.

Einige der Coronavirus-Infizierten erkranken so schwer, dass sie im Krankenhaus (15 %) und zeitweilig sogar intensivmedizinisch (5 %) betreut werden müssen. Viele müssen dann künstlich beatmet werden.

Deutschlandweit gibt es 28.000 Betten auf Intensivstationen die im Durchschnitt zu 80 Prozent belegt sind. Theoretisch stehen also 5600 Intensivbetten für Coronavirus-Erkrankte zur Verfügung. Wenn sehr viele Menschen gleichzeitig krank werden, dann reichen diese Kapazitäten nicht für alle aus.

Es wird davon ausgegangen, dass sich 60 – 70 % der Bevölkerung in Deutschland in den nächsten ein bis zwei Jahren mit dem Coronavirus infizieren. Diese „Durchseuchung“ wird dann nach Aussage von Lothar Heinz Wieler (Tierarzt, Präsident Robert-Koch-Institut) dann zu einer „Herdenimmunisierung“ führen.

Aktuell gibt es weder eine Impfung noch eine zielgerichtete Therapie gegen das Coronavirus!

Es wird fieberhaft an einem möglichen Impfstoff geforscht. Bis es soweit ist und sämtliche Tests abgeschlossen sind, kann es allerdings mehrere Monate dauern. Und dann muss das Mittel auch erst noch in großem Stil hergestellt werden, d.h. die Produktion von 83 Millionen Impfdosen dürfte weitere Monate dauern.

Die Sterblichkeitsrate wird momentan mit 1,5 bis 3,5 % angegeben.

Wie viele Menschen sind in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert?

Aktuelle Fallzahlen:

  • 01.04.20: 67.366 / 73.217 / 70.818
  • 08.04.20: 103.228 / 107.663 / 102.793
  • 15.04.20: 127.584 / 132.210 / 128.556
  • 21.04.20: 143.457 / 147.065 / 143.152 
  • 28.04.20: 156.337 / 158.758 / 156.229
  • 05.05.20: 163.860 / 166.152 / 164.086

Infizierte, Tote und Geheilte in den einzelnen Bundesländern → Coronavirus-Fallzahlen-Deutschland (PDF-Datei, Stand: 05.05.20, 9.00 Uhr).

Bislang werden in Deutschland 6756 Todesfälle auf eine Coronavirus-Infektion zurückgeführt. Außerdem sind 4 Deutsche im Urlaub im Ausland verstorben.

Quellen: Robert-Koch-Institut, Johns Hopkins University, Ministerien der 16 Bundesländer

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Kritische Anmerkungen

Es ist erstaunlich, dass das Robert-Koch-Institut nicht wenigstens einmal täglich zuverlässig die Fallzahlen aktualisiert. Mal werden nur geprüfte Daten veröffentlicht, dann alle die elektronisch übermittelt wurden. Mal ist die Stichzeit 8.00 Uhr morgens, dann 0.00 Uhr nachts. Vergleichbarkeit = Fehlanzeige! Und das bei einem derart – wie heißt es doch momentan immer – „dynamischen Geschehen“. Funktionieren die Meldewege nicht? Die Zahlen sind in dem Moment in dem sie online gestellt werden doch schon längst veraltet.

Dabei wurde wochenlang (am 27.01.20 im ZDF Morgenmagazin) von den Verantwortlichen – allen voran RKI-Präsident Lothar Heinz Wieler und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn – betont, dass wir ausgesprochen gut vorbereitet sind und Deutschland über eins der besten Gesundheitssysteme der Welt verfügt.

Das Schlimmste aber ist, dass die drohende Gefahr überhaupt nicht gesehen wurde. Frühzeitig mahnende Stimmen, beispielsweise der Virologe Alexander Kekule, wurden nicht gehört oder sogar verspottet. Unverständlich auch die Überheblichkeit gegenüber schwer betroffenen Ländern wie China oder Italien.

Und jetzt?

Wir stehen in Deutschland unverändert noch ganz am Anfang der weltweiten Coronavirus-Pandemie. In den nächsten zwei bis drei Wochen wird eine Erkrankungswelle über uns hinwegrollen die einem Tsunami gleichen dürfte.

Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. Wir sind nicht vorbereitet, sondern wir sind dabei uns vorzubereiten. Das ist ein Unterschied!

Beispielsweise (am 18.03.20 getwittert von Jens Spahn) wurde bekannt, dass endlich 10 Millionen Atemmasken an Krankenhäuser und Ärzte verteilt werden. Das ist allerdings nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir haben in Deutschland ungefähr 400.000 Ärzte sowie 1.100.000 Krankenschwestern, Pfleger und Rettungssanitäter. Hinzu kommt eine Vielzahl an Arzthelferinnen und Reinigungspersonal. Diese Menge reicht – wenn es ernst wird – nur für wenige Tage.

Wobei ein Großteil der Bevölkerung nach der Verharmlosungsstrategie der vergangenen Wochen den Ernst der Lage offensichtlich noch immer nicht erkannt hat. Die Schulkinder spielen auf der Straße und freuen sich über die verlängerten Osterferien. Die jungen Mütter, die für die Betreuung ihrer Kindergartenkinder zuhause bleiben, treffen sich endlich mal wieder mit ihren Freundinnen. Jugendliche und junge Erwachsene veranstalten Corona-Partys weil der Virus „alkoholsensibel“ ist. Die Rentner sitzen wie gewohnt nebeneinander auf der Parkbank. Und die Mittelaltrigen? Die Frauen stehen eng an eng in der Warteschlange an der Supermarktkasse und die Männer drängeln sich im Baumarkt.

Und nicht zuletzt: Warum wird eigentlich immer so betont, wenn ein am Coronavirus Verstorbener über 75 Jahre alt war und Vorerkrankungen hatte? Sollen wir schon auf die Triage (franz. trier = aussuchen) vorbereitet werden, die uns allen droht wenn viele gleichzeitig krank werden und die Ressourcen nicht ausreichen? Wer jung ist, keine Vorerkrankungen hat und dessen Heilungschancen hoch ist wird bevorzugt behandelt.

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