Schilddrüsenkrebs: Wirksamkeit von Arzneimittel Vandetanib (Caprelsa®) untersucht

Wissenschaftler der Universitätsmedizin Magdeburg publiziert Ergebnisse einer Post-hoc-Analyse zur Medikamenten-Therapie von medullären Schilddrüsenkarzinomen

Ein internationales Forscherteam um Prof. Dr. med. Michael Kreißl, Leiter der Nuklearmedizin an der Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin (KRN) Magdeburg, hat in einer sogenannten Post-hoc-Analyse die Wirksamkeit und Sicherheit des Wirkstoffes Vandetanib (Caprelsa®) bei der Behandlung von Patienten mit einem fortgeschrittenen medullären Schilddrüsenkarzinom (MTC) untersucht. Die Ergebnisse der Analyse wurden in dem renommierten Wissenschaftsjournal „Journal of Clinical Oncology“ veröffentlicht.

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Vandetanib (Caprelsa®) zeigte, auch innerhalb der von der europäischen Arzneimittelbehörde genehmigten Indikation (aggressiv/fortschreitend und symptomatisch), einen klinischen Nutzen – so lautet die Erkenntnis der Experten um Erstautor Prof. Dr. Kreißl. Unter der Einnahme von Vandetanib (Caprelsa®) verlängerte sich das progressionsfreie Überleben (PFS) im Vergleich zur Placebo-Gruppe signifikant von 8 auf 21 Monate.

Insgesamt untersuchten die Wissenschaftler 331 Patienten aus der vorangegangenen Zulassungsstudie „ZETA-Studie“. Im Februar 2012 war Vandetanib (Caprelsa®) zur Behandlung des aggressiven und symptomatischen MTC bei Patienten mit nicht resektabler, lokal fortgeschrittener oder metastasierter Erkrankung zugelassen worden. In der Zulassungsstudie waren ein aggressives Wachstum und eine Symptomatik jedoch kein Eingangskriterium gewesen. In der aktuell publizierten Analyse wurden die ursprünglichen Patientendaten in vier Untergruppen – entsprechend der Ausprägung der Krankheit – eingeteilt: „Progression und Symptome“, „nur Symptome“, „nur Progression“ und „keine Progression und keine Symptome“.

Schilddrüsenkrebs ist die häufigste bösartige Neubildung einer hormonbildenden Drüse. Das medulläre Schilddrüsenkarzinom (MTC) ist eine eher seltene Unterart, die von den C-Zellen der Schilddrüse ausgeht und macht etwa 5% aller neu diagnostizierten Schilddrüsenkarzinome aus. Bei jährlich ca. 7.000 erstdiagnostizierten Erkrankungen in Deutschland liegt die Anzahl von neu diagnostizierten MTC bei etwa 300-400 pro Jahr.

Quelle: idw-online.de

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