Salzkonsum und Jodaufnahme

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Die Stiftung Warentest hat gestern folgende Pressemitteilung mit dem Titel „Salz in Lebensmitteln: Salzbomben verkürzen das Leben.“ veröffentlicht:

Verarbeitete Lebensmittel sind die mächtigsten Salzbomben – dabei schmecken viele nicht einmal besonders salzig. Ein Drittel des Salzkonsums geht hierzulande auf das Konto von Backwaren, weitere Quellen sind Wurst, Fleischwaren, Käse oder Fertiggerichte. Die meisten Deutschen nehmen mehr als die empfohlene Menge von 6 Gramm Salz am Tag zu sich. Die langfristigen möglichen Folgen: Bluthochdruck, unter dem schon jeder zweite Bundesbürger leidet und daraus resultierende Schlaganfälle und Herzinfarkte.

Die Zeitschrift test listet in ihrer April-Ausgabe auf, welche Lebensmittel besonders salzintensiv sind. Die Tester haben dafür verarbeitete Lebensmittel aus den Tests der vergangenen neun Jahre auf ihren aktuellen Salzgehalt analysiert, darunter Fertigpizza, Aufbackbrötchen und Würstchen. Wer zum Beispiel eine tiefgekühlte Pizza Speciale isst, nimmt schon 83 Prozent der täglich empfohlenen Salzmenge zu sich. Bei einer Portion Matjesfilets sind es bis zu 155 Prozent, mit einer Portion Rotkohl oder Rahmspinat haben Verbraucher schon ein Viertel der empfohlenen Tagesdosis intus. Wer zum Frühstück zwei Aufbackbrötchen isst, hat schon mehr als ein Drittel der empfohlenen Tageszufuhr an Salz zu sich genommen. Mehr als zwei Drittel, nämlich 4,2 Gramm Salz, stecken in einer Portion fertig gekauftem Kartoffelsalat mit zwei Wiener Würstchen.

Beim Salz in verarbeiteten Produkten lässt die Lebensmittelkennzeichnung den Verbraucher im Stich. Hersteller müssen nämlich nicht den Gehalt an Kochsalz, sondern nur dessen Bestandteil an Natrium kennzeichnen. Die reine Natriumangabe ist aber eine Zumutung, weil der Verbraucher daraus selbst den Kochsalzgehalt berechnen muss. Transparenz ist erst im Jahr 2016 in Sicht, dann müssen die Gehalte für Kochsalz klar angeben werden.

Der ausführliche Artikel „Salz in Lebensmitteln“ ist in der April-Ausgabe der Zeitschrift test und online unter www.test.de veröffentlicht.

Quelle: test.de

Jodaufnahme durch die Verwendung von Jodsalz:

Und was in diesem Zusammenhang bei der Aufzählung der gesundheitlichen Risiken durch einen zu hohen Salzkonsum nicht vergessen werden sollte ist die überhöhte Jodaufnahme durch den übermässigen Verzehr von Jodsalz.

Zwar wird beispielsweise von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. nur eine tägliche Salzzufuhr von 6 g pro Tag empfohlen, aber dies zeigt nicht nur die aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest, sondern es ist seit langem klar, dass der tatsächliche Salzkonsum bei den meisten Bundesbürgern darüber liegt.

„In der Nationalen Verzehrsstudie II wurde die Höhe der Kochsalzzufuhr der deutschen Bevölkerung ermittelt. Danach beträgt die mediane Salzaufnahme bei Männern 8,17 g/Tag und bei Frauen 6,04 g/Tag. Bei der Interpretation dieser Daten muss nach Auffassung der BfR-Kommission berücksichtigt werden, dass es Bevölkerungsgruppen gibt, die diese Werte erheblich überschreiten, z. B. durch die häufige Aufnahme von Convenience-Produkten und Fast Food sowie durch starkes Zusalzen. Die tatsächliche Aufnahme werde daher nicht vollständig erfasst und möglicherweise bis zu 50 % unterschätzt. Die Unterschätzung resultiert daraus, dass die Aufnahmeberechnungen auf den Daten des Bundeslebensmittelschlüssels II.3 beruhen, der Convenience-Produkte noch nicht berücksichtigt. Zudem wird der Kochsalzgehalt dieser Produkte in der Regel bei der Nährwertkennzeichnung nicht angegeben.“ (vgl. Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. „BfR empfiehlt Maßnahmen zur Verringerung des Salzgehaltes in Lebensmitteln“, 15.12.2009) Link funktioniert nicht mehr.

Aber ungeachtet dessen überlegt das Bundesinstitut für Risikobewertung (vgl. Protokoll der 6. Sitzung der BfR-Kommission für Ernährung) derzeit den Jodgehalt im Jodsalz noch weiter zu erhöhen. Ohnehin scheinen neue Erkenntnisse zur Jodversorgung (vgl. Bundesinstitut für Risikobewertung, Fortbildung für den Öffentlichen Gesundheitsdienst 2012, Dr. Anke Ehlers „Nutzen und Risiken der Jodprophylaxe in Deutschland„, Seiten 15 und 16) bislang kaum Berücksichtigung zu finden. Dabei wäre es im Interesse aller Verbraucher höchste Zeit diese und weitere Widersprüche aufzulösen.

Die letzte Überprüfung der Links war am 03.07.19.

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