Corona-Pandemie verstärkt offenbar die psychische Belastung von SchilddrüsenpatientInnen

Dass Fehlfunktionen der Schilddrüse häufig mit Symptomen wie Nervosität, Schlafstörungen, Angst, Panikattacken und Traurigkeit bis hin zu Depressionen einhergehen ist hinlänglich bekannt. Durch den monatelangen Stress den die Corona-Pandemie mit sich bringt, scheinen sich anhaltende Erschöpfungszustände und das Gefühl der Überforderung aber noch weiter zu verschlimmern.

Reagieren SchilddrüsenpatientInnen schon zu normalen Zeiten auf äußere Belastungen besonders sensibel und brauchen mehr Ruhe/Rückzugsmöglichkeiten als Schilddrüsengesunde, bringt sie das Leben während der Corona-Pandemie noch schneller an ihre Belastungsgrenze.

Die Angst um die eigene Gesundheit, quälende Einsamkeit und Langeweile, Sorgen um den Arbeitsplatz sowie finanzielle Einbußen sind für viele allgegenwärtig. Andere belastet das Homeoffice am Küchentisch mit ringsherum spielenden Kindern, die eigentlich die volle Aufmerksamkeit bräuchten, zusätzlich. Und nicht zu vergessen – der Einkaufsstress. Wird das Einkaufen sonst schon zu einer Herausforderung weil eine Schilddrüsenfehlfunktion nicht selten mit Panikattacken einhergeht, kommt jetzt auch noch die Maskenpflicht dazu. Viele SchilddrüsenpatientInnen leiden besonders stark darunter, weil die bei Sommerhitze ohnehin schon vorhandenen Kreislaufprobleme und Schwindelgefühle noch verstärkt werden.

Erschwerend kommt hinzu, dass es offensichtlich schwieriger geworden ist verlässliche, ärztliche Unterstützung und eine gute, medizinische Behandlung zu bekommen. Manche SchilddrüsenpatientInnen klagen, dass ihnen routinemäßige Kontrollen der Schilddrüsenwerte verweigert werden, andere warten noch länger als üblich auf notwendige Facharzttermine und über die Lieferschwierigkeiten bei Schilddrüsenhormonpräparaten habe ich schon häufig hier berichtet.


Nicole Wobker „Psychische Aspekte der Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis “ (Amazon-Partnerlink)

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist keine psychische Erkrankung. Und doch führen weit verbreitete Beschwerden wie innere Unruhe, Unsicherheit, Selbstzweifel, Schlafstörungen und Erschöpfungszustände gerade im Anfangsstadium der Autoimmunerkrankung häufig zu entsprechenden Fehldiagnosen ( Angststörung, Burnout, Depression).


SDG-Tipp: Coronavirus, COVID-19 und Schilddrüsenerkrankungen (Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow) … eine Übersicht aller bisher zu diesem Thema auf www.schilddruesenguide.de veröffentlichten Artikel