Morbus Basedow: Tipps für die Zeit der thyreostatischen Therapie

Nach der Diagnose → Morbus Basedow wird zunächst versucht die überaktive Schilddrüse zu beruhigen. Dafür stehen die Schilddrüsenfunktion hemmende Medikamente, sogenannte Thyreostatika, zur Verfügung. Diese thyreostatische Therapie ist im Normalfall über einen Zeitraum von 12 bis 18 Monaten notwendig.

Auf Nebenwirkungen der Thyreostatika achten

In der Regel wird die medikamentöse Therapie mit Thyreostatika von Morbus Basedow-PatientInnen problemlos vertragen. Es kann jedoch auch zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen, weswegen Betroffene auf entsprechende Warnsignale achten sollten.

Nebenwirkungen der thyreostatischen Therapie beim Morbus Basedow
Nebenwirkungen der thyreostatischen Therapie beim Morbus Basedow

Nicht rauchen!

Bei rund der Hälfte der Morbus Basedow-Erkrankten kommt es zusätzlich zu einer Beteiligung der Augen. Diese wird medizinisch auch als  Endokrine Orbitopathie bezeichnet. Wenn bereits eine Augenbeteiligung diagnostiziert wurde, sollte diese gesondert von einem darauf spezialisierten Augenarzt behandelt werden.

In jedem Fall sollte auf Rauchen möglichst verzichtet werden. Das Risiko eine Endokrine Orbitopathie zu entwickeln ist bei Rauchern deutlich höher als bei Nichtrauchern. Besteht bereits eine Erkrankung der Augen kann sich diese durch Rauchen deutlich verschlechtern.

Jodbewusste Ernährung

Das Spurenelement Jod ist grundsätzlich wichtig für eine gesunde Schilddrüsenfunktion. Dies gilt aber nicht beim Morbus Basedow. Bei dieser Erkrankung ist Jod schädlich. Es kann die Schilddrüsenüberfunktion verschlechtern und den zugrundeliegenden Autoimmunprozess unnötig anheizen.

Morbus Basedow-Betroffene sollten sich deshalb um eine jodarme Ernährung bemühen. Das beeinhaltet insbesondere den Verzicht auf jegliche Nahrungsergänzungspräparate die Jod enthalten. Aber auch stark jodhaltige Lebensmittel wie Sushi oder Algen sollten nicht verzehrt werden. Ob die Verwendung von Jodsalz im Haushalt für Morbus Basedow-PatientInnen schädlich ist, ist unter Medizinern umstritten.

Stress reduzieren

Lang anhaltender, starker Stress gilt als einer der möglichen Risikofaktoren für die Entwicklung einer Autoimmunerkrankung. Es wird deshalb davon ausgegangen, dass Stress den Krankheitsverlauf beim Morbus Basedow verschlimmert.

Umgekehrt kann die Vermeidung von Stress dazu beitragen, dass sich ein überaktives Immunsystem wieder beruhigt. Bei der Autoimmunerkrankung Morbus Basedow ist es deshalb sinnvoll Stress so weit wie möglich zu reduzieren.

Die Augen schützen

Unabhängig davon, ob bereits eine Endokrine Orbitopathie besteht oder nicht, sollten Morbus Basedow-Betroffene versuchen ihre Augen ganz bewusst zu schützen.

Beispielsweise durch die Reduktion von unnötig langer Bildschirmaktivität in der Freizeit (Smartphone, Laptop, Fernsehen) welche die Augen anstrengt. Auch bestimmten Witterungseinflüssen wie starker Sonneneinstrahlung oder heftigem Wind sollten sich Morbus Basedow-Erkrankte möglichst nicht ungeschützt aussetzen.

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Leider gibt es speziell zum Morbus Basedow keine umfangreiche Auswahl an Literatur. Das derzeit empfehlenswerteste Buch ist folgendes:

Autoren: Dr. Brakebusch, Prof. Dr. Heufelder

Titel: Leben mit Morbus Basedow (Amazon-Partnerlink)

Die Autoren betreiben gemeinsam auch die Homepage www.morbusbasedow.de