Radioiodtherapie: Wissenswertes für Patienten

Der nachfolgende Text wurde freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Prof. Dr. Jochen Dressler (früher: Nuklearmedizinische Klinik der Henriettenstiftung Hannover, jetzt → im Ruhestand).

1. Was ist eine Radioiodbehandlung?

Radioiod, chemisches Kurzzeichen I-131, ist eine radioaktive Form des Iod, welches vom Körper genauso aufgenommen wird wie das natürliche in der Nahrung vorkommende Spurenelement. Bei der sogenannten Radioiodtherapie (Abkürzung: RIT) wird das Iod-Isotop I-131 einmalig in Form einer Kapsel oder als Flüssigkeit eingenommen. Es wird im Magen rasch ins Blut resorbiert und gelangt damit in das Zielorgan Schilddrüse, wo es an der Hormonsynthese teilnimmt:. Nach etwa 24 Stunden hat die Schilddrüse – je nach Funktionszustand – etwa 50% des eingenommenen radioaktiven Jod gespeichert, der Rest wird weit überwiegend über die Nieren innerhalb weniger Tage ausgeschieden. Das instabile Radionuklid Iod-131 zerfällt mit einer Halbwertzeit von 8 Tagen unter Aussendung von Beta-Strahlen, die eine Reichweite von nur 1 – 2 mm haben und damit ausschließlich im Schilddrüsengewebe wirken können. In sehr geringem Umfang liegt auch eine Gammastrahlung vor, die sich von der Körperoberfläche her mit entsprechenden Geräten gut nachweisen lässt, z.B. bei der Szintigraphie oder beim Radioiodtest. Radioiod ist damit ein „strahlendes“ Medikament mit großer Wirkung auf die Schilddrüse. Continue reading „Radioiodtherapie: Wissenswertes für Patienten“