Probleme beim Wechsel auf das neue Euthyrox®?

Die in Euthyrox® enthaltenen Hilfsstoffe wurden geändert – für die betroffenen PatientInnen kommt das einem Präparatewechsel gleich.

Vereinzelt gibt es jetzt die ersten Rückmeldungen von PatientInnen die auf Euthyrox® in der geänderten Rezeptur umgestellt haben. Noch zeichnet sich allerdings kein klares Bild ab, d.h. die Reaktionen fallen individuell sehr unterschiedlich aus. Insbesondere für Hashimoto-Thyreoiditis-Patienten bei denen das Wohlbefinden oftmals ohnehin schwankt ist es zudem schwierig eindeutig zu erkennen ob und inwieweit Veränderungen eine Folge der Umstellung sind.

Mögliche Probleme beim Umstieg auf das neue Euthyrox®

  • verschlechtertes Befinden und/oder merkwürdiges TSH, fT3 und/oder fT4 (Schilddrüsenunterfunktion oder Schilddrüsenüberfunktion). Üblicherweise werden derartige Schwankungen nicht schon am ersten Einnahmetag, sondern erst nach 10 – 14 Tagen von den PatientInnen bemerkt. Die Schilddrüsenwerte sind sogar erst vier bis sechs Wochen nach der Umstellung aussagekräftig. In dem Fall gilt Folgendes: 1. muss die Dosierung nach oben oder unten angepasst werden und 2. müssen TSH, fT3 und fT4 nach vier bis sechs Wochen erneut kontrolliert werden!
  • unspezifische Unverträglichkeitsreaktionen. Der neu hinzugefügte Zuckeraustauschstoff Mannitol kann (genauso wie die vorher enthaltene Lactose) zu Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall führen. Wenn eine solche Allergie vorliegt, hilft nur ein Präparatewechsel!
  • keine Veränderung, d.h. weder neu aufgetretene Beschwerden noch auffällig veränderte Schilddrüsenwerte
  • allgemeine, gesundheitliche Verbesserung

Tipps für die Umstellung auf das neue Euthyrox®

Bislang häufig geäußerte Beschwerden wie Kopfschmerzen, Muskelverspannungen, Atemprobleme und Erschöpfungszustände können sowohl bei zu wenigen als auch bei zu vielen Schilddrüsenhormonen vorkommen – PatientInnen sollten deshalb nicht eigenmächtig die Dosierung verändern. Nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt sollten immer zuerst die Schilddrüsenwerte kontrolliert und erst danach die Hormondosis angepasst werden.

Der Schilddrüsenhormonspiegel im Blut ist ungefähr fünf Stunden nach der Tabletteneinnahme am höchsten. Dieses „Anfluten“ wird allerdings längst nicht von allen SchilddrüsenpatientInnen bemerkt – beim neuen Euthyrox® allerdings vermeintlich häufiger als beim alten Euthyrox®. Kommt es zu kurzzeitigen Überfunktionssymptomen (Herzrasen, Unruhe, Schwitzen) sollte über ein Aufteilen der Schilddrüsenhormondosis, beispielsweise die eine Hälfte morgens eine halbe Stunde vor dem Frühstück und die andere Hälfte abends zwei bis drei Stunden nach dem Abendessen, nachgedacht werden.

Teilweise wird empfohlen sich das Euthyrox® in der alten Zusammensetzung über internationale Apotheken aus dem Ausland zu besorgen. Das löst die Umstellungsprobleme allerdings nicht auf Dauer, sondern verschiebt sie nur nach hinten, weil das neue Euthyrox® nach und nach weltweit eingeführt wird.

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