{"id":9810,"date":"2023-07-25T12:34:36","date_gmt":"2023-07-25T10:34:36","guid":{"rendered":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=9810"},"modified":"2025-08-05T08:03:47","modified_gmt":"2025-08-05T06:03:47","slug":"hyperkalziaemie-auch-leicht-erhoehten-kalziumspiegel-immer-abklaeren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/hyperkalziaemie-auch-leicht-erhoehten-kalziumspiegel-immer-abklaeren\/","title":{"rendered":"Hyperkalzi\u00e4mie &#8211; Auch leicht erh\u00f6hten Kalziumspiegel immer abkl\u00e4ren"},"content":{"rendered":"<p>Der Kalzium-Wert wird heute bei vielen Laboruntersuchungen routinem\u00e4\u00dfig mitbestimmt. Dabei zeigt sich: Etwa 1 Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung und 3 Prozent der Frauen nach der Menopause haben leicht erh\u00f6hte Werte \u2013 oft als Zufallsbefund und ohne Symptome zu versp\u00fcren. Aber auch ein dauerhaft gering erh\u00f6hter Kalziumspiegel kann der Gesundheit schaden . Au\u00dferdem kann er ein Symptom f\u00fcr verschiedene Erkrankungen sein. Deshalb sollte eine sogenannte Hyperkalzi\u00e4mie immer abgekl\u00e4rt werden, raten DDG und DGE.<!--more--><\/p>\n<p>\u201eKalzium hat verschiedene Funktionen im K\u00f6rper\u201c, erl\u00e4utert Privatdozent Dr. med. Stephan Scharla aus Bad Reichenhall und Sprecher der Sektion Knochen- und Mineralstoffwechsel der DGE: \u201eDie gr\u00f6\u00dfte Menge ist im Knochen eingelagert und sorgt f\u00fcr die Stabilit\u00e4t der Knochen. Zudem ist das Mineral essenziell f\u00fcr die Signal\u00fcbertragung in Zellen und die Blutgerinnung. Au\u00dferdem spielt Kalzium eine wichtige Rolle f\u00fcr die Muskelfunktion und die Reiz\u00fcbertragung in den Nervenzellen und beeinflusst so auch Herzmuskulatur und Herzfunktion\u201c. Zu Beginn einer Hyperkalzi\u00e4mie zeigen sich meist keine charakteristischen Symptome. \u201eTrotzdem kann es im Lauf der Zeit zu gravierenden Beeintr\u00e4chtigungen der Gesundheit kommen\u201c, sagt Scharla.<\/p>\n<h3><strong>Ursachen einer Hyperkalzi\u00e4mie<\/strong><\/h3>\n<p>Die h\u00e4ufigste Ursache f\u00fcr einen erh\u00f6hten Kalzium-Blutspiegel ist der <strong>prim\u00e4re Hyperparathyreoidismus<\/strong> (pHPT). \u201eEtwa die H\u00e4lfte der Betroffenen leidet daran\u201c, so Scharla. Hier liegt eine \u00dcberfunktion der Nebenschilddr\u00fcsen vor: Eines oder mehrere der vier kleinen, \u201eneben\u201c den Schilddr\u00fcsen angesiedelten Organe sch\u00fctten unkontrolliert Parathormon aus. Normalerweise sorgt dieses Hormon im Zusammenspiel mit Vitamin D und Calcitonin f\u00fcr einen normalen Kalziumspiegel im Blut. Ist etwa zu wenig Kalzium im Blut, wird mehr Parathormon freigesetzt und in der Folge normalisiert sich der Kalziumspiegel im Blut. Beim pHPT ist diese R\u00fcckkoppelung ausgesetzt und es wird zu viel Parathormon freigesetzt.<\/p>\n<p>Der Grund ist in den meisten F\u00e4llen ein gutartiger Tumor, ein Nebenschilddr\u00fcsenadenom. \u201eDer pHPT ist neben der Zuckerkrankheit (Diabetes) eine sehr h\u00e4ufige hormonelle Erkrankung\u201c, sagt Professor Dr. med. Baptist Gallwitz, Mediensprecher der DDG aus T\u00fcbingen. \u201eWir rechnen mit j\u00e4hrlich etwa 200 Neuerkrankungen pro 1 Million Einwohner\u201c, erg\u00e4nzt Scharla. Nebenschilddr\u00fcsen\u00fcberfunktionen auf Grund eines b\u00f6sartigen Nebenschilddr\u00fcsentumors treten auch auf, sind aber mit etwa 1 Prozent Vorkommen sehr selten.<\/p>\n<p>Vom <strong>sekund\u00e4ren Hyperparathyreoidismus<\/strong> (sHPT) spricht man, wenn der K\u00f6rper wegen anderer Erkrankungen Kalzium verliert. Die Nebenschilddr\u00fcsen erh\u00f6hen dann die Parathormonaussch\u00fcttung, um den Verlust auszugleichen, der durch die vermehrte Freisetzung von Kalzium aus dem Knochen entsteht. Ursache k\u00f6nnen etwa chronische Nierenerkrankungen oder entz\u00fcndliche Darmerkrankungen sein.<\/p>\n<p>Andere Ursachen f\u00fcr eine Hyperkalzi\u00e4mie sind b\u00f6sartige Erkrankungen, die aus Knochenmetastasen Kalzium freisetzen oder ein Parathormon-\u00e4hnliches Hormon bilden. Auch entw\u00e4ssernde Medikamente wie Thiazide k\u00f6nnen den Kalziumspiegel \u00fcber die Normwerte hinaus erh\u00f6hen. Zu den selteneren Gr\u00fcnden f\u00fcr Hyperkalzi\u00e4mie z\u00e4hlen Vitamin D-\u00dcberdosierung, rheumatische Erkrankungen und genetische Syndrome. Oft \u00fcbersehen: \u201eViele Menschen nehmen zus\u00e4tzlich Kalzium ein. Zuviel davon ist ebenfalls sch\u00e4dlich\u201c, erg\u00e4nzt der DGE-Experte.<\/p>\n<h3><strong>Therapien der Hyperkalzi\u00e4mie<\/strong><\/h3>\n<p>Bei der Behandlung des pHPT ist eine kleine und unkomplizierte Operation, bei der die entgleiste Nebenschilddr\u00fcse entfernt wird, die Therapie der Wahl. \u201eIn jedem Fall und auch, wenn man sich zun\u00e4chst gegen den operativen Eingriff entscheidet, m\u00fcssen die Patienten engmaschig weiterbetreut werden\u201c, betont Scharla. Denn etwa 30 Prozent entwickeln im sp\u00e4teren Verlauf doch noch typische Folgekrankheiten.<br \/>\n\u201eLiegt kein pHPT vor, muss die Ursache des erh\u00f6hten Kalziumspiegels abgekl\u00e4rt werden, um gezielt zu behandeln &#8211; also etwa den Tumor zu therapieren oder zu hoch dosierte Kalziumpr\u00e4parate abzusetzen.\u201c<\/p>\n<p>\u201eErh\u00f6hte Kalziumwerte sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen und deshalb immer abkl\u00e4ren lassen\u201c, fasst Professor Dr. med. Stephan Petersenn, Pressesprecher der DGE aus Hamburg zusammen. \u201eDies haben wir so auch in unseren Klug entscheiden-Empfehlungen f\u00fcr \u00c4rztinnen und \u00c4rzte, die wir in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Innere Medizin (DGIM) herausgegeben haben, festgehalten. Leider haben sie noch nicht Eingang in alle Praxen gefunden.\u201c<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news817940\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">idw-online.de<\/a> (<span style=\"color: #ff0000;\">Link gepr\u00fcft am 15.09.23<\/span>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Kalzium-Wert wird heute bei vielen Laboruntersuchungen routinem\u00e4\u00dfig mitbestimmt. Dabei zeigt sich: Etwa 1 Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung und 3 Prozent der Frauen nach der Menopause haben leicht erh\u00f6hte Werte \u2013 oft als Zufallsbefund und ohne Symptome zu versp\u00fcren. 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