{"id":9559,"date":"2022-11-03T10:51:34","date_gmt":"2022-11-03T09:51:34","guid":{"rendered":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=9559"},"modified":"2025-08-05T09:10:50","modified_gmt":"2025-08-05T07:10:50","slug":"leichte-schilddruesenstoerungen-koennen-schwere-herzprobleme-machen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/leichte-schilddruesenstoerungen-koennen-schwere-herzprobleme-machen\/","title":{"rendered":"Leichte Schilddr\u00fcsenst\u00f6rungen k\u00f6nnen schwere Herzprobleme machen"},"content":{"rendered":"<p>Dass schwere \u00dcberfunktionen der Schilddr\u00fcse zu St\u00f6rungen des Herzrhythmus und dadurch zum pl\u00f6tzlichen Herztod f\u00fchren k\u00f6nnen, wei\u00df man seit mehr als 200 Jahren. Welches Risiko mit nur leichten \u00dcber- oder Unterfunktionen einhergeht, war aber bisher unklar. Eine systematische Auswertung von 32 Studien mit 1,3 Millionen Teilnehmenden zeigt: Schon leichte Abweichungen der Schilddr\u00fcsenfunktion k\u00f6nnen das Risiko f\u00fcr schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen erh\u00f6hen.<!--more--><\/p>\n<p>&#8222;Das stellt unser Verst\u00e4ndnis der Wechselwirkung zwischen Schilddr\u00fcse und Herz auf eine neue Grundlage und weist den Weg zu einer personalisierten Vorsorge&#8220;, so Privatdozent Dr. Johannes Dietrich von der Medizinischen Klinik im St. Josef-Hospital, Klinikum der Ruhr-Universit\u00e4t Bochum (RUB). Die Forschenden haben ihre Arbeit in der Zeitschrift &#8222;Frontiers in Cardiovascular Medicine&#8220; vom 15. August 2022 ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Arbeit kooperierten die Herz- und Hormonforscher der RUB mit dem Tan Tock Seng Hospital, der Lee Kong Chian School of Medicine und der Duke-NUS Medical School in Singapur.<\/p>\n<h3>Wie umgehen mit leichten Schilddr\u00fcsenst\u00f6rungen?<\/h3>\n<p>Manifeste Funktionsst\u00f6rungen der Schilddr\u00fcse gelten heute als etablierte Risikofaktoren f\u00fcr schwere Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. Allerdings blieb die Situation bei leichten Funktionsst\u00f6rungen der Schilddr\u00fcse bislang unklar. &#8222;W\u00e4hrend in einigen Studien bereits minimale Erh\u00f6hungen von Schilddr\u00fcsenhormonen, selbst normale Konzentrationen innerhalb des Referenzbereichs f\u00fcr Gesunde, mit einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr den pl\u00f6tzlichen Herztod einhergingen, konnten andere Studien keinen eindeutigen Zusammenhang finden&#8220;, erl\u00e4utert Johannes Dietrich. Es war daher umstritten, wie man mit fr\u00fchen \u00dcber- und Unterfunktionen der Schilddr\u00fcse &#8211; sogenannten latenten Hyper- und Hypothyreosen &#8211; umgehen sollte.<\/p>\n<p>Um mehr \u00dcberblick zu gewinnen, erstellte das internationale Team eine systematische \u00dcbersichtsarbeit \u00fcber 32 Studien zu diesem Thema. In einer zusammengefassten statistischen Beurteilung mit nachgeschalteter Meta-Analyse fanden die Forschenden heraus, dass sowohl latente Hypothyreosen als auch latente Hyperthyreosen das Risiko f\u00fcr einen Herztod voraussagen. Dar\u00fcber hinaus standen die Konzentrationen des freien Schilddr\u00fcsenhormons T4 (FT4) mit der Wahrscheinlichkeit f\u00fcr einen Herztod und andere kardiovaskul\u00e4re Ereignisse in Zusammenhang.<\/p>\n<h3>Zwei verschiedene Muster<\/h3>\n<p>&#8222;Die Ergebnisse sprechen f\u00fcr ein mit der FT4-Konzentration kontinuierlich ansteigendes Herz-Kreislauf-Risiko, aber f\u00fcr einen komplexen U-f\u00f6rmigen Zusammenhang mit der Konzentration des Steuerhormons TSH&#8220;, erkl\u00e4rt Johannes Dietrich. Dieser Konstellation liegen wahrscheinlich zwei unterschiedliche Muster der schilddr\u00fcsenvermittelten Herzrhythmusst\u00f6rung zugrunde.<\/p>\n<p>Bei einer Form (&#8222;dyshom\u00f6ostatischer Typ&#8220;) liegt eine Erkrankung der Schilddr\u00fcse vor, die direkt zu einer hohen Schilddr\u00fcsenhormonkonzentration f\u00fchrt und dar\u00fcber das Herz-Kreislauf-Risiko erh\u00f6ht. Bei der anderen Form (&#8222;allostatischer Typ&#8220;) wird durch genetische Faktoren, chronischen Stress und psychische Belastung der Sollwert des Regelkreises zwischen Hirnanhangsdr\u00fcse und Schilddr\u00fcse erh\u00f6ht, sodass \u00fcber die damit indirekt erh\u00f6hte FT4-Konzentration ebenfalls Rhythmusst\u00f6rungen beg\u00fcnstigt werden.<\/p>\n<h3>Individuell vorsorgen und behandeln<\/h3>\n<p>&#8222;Die Ergebnisse der Studie k\u00f6nnten einen Weg zu einer personalisierten Pr\u00e4ventionsstrategie f\u00fcr kardiovaskul\u00e4re Erkrankungen weisen&#8220;, so die Autoren. &#8222;Dar\u00fcber hinaus k\u00f6nnte die Schilddr\u00fcsenfunktion bei bereits bestehender Herzrhythmusst\u00f6rung k\u00fcnftig als Biomarker f\u00fcr den jeweiligen Entstehungsmechanismus dienen und helfen, eine individuell optimierte medikament\u00f6se Therapie auszuw\u00e4hlen.&#8220;<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news803409\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">idw-online.de<\/a> (Link gepr\u00fcft am 23.07.25)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass schwere \u00dcberfunktionen der Schilddr\u00fcse zu St\u00f6rungen des Herzrhythmus und dadurch zum pl\u00f6tzlichen Herztod f\u00fchren k\u00f6nnen, wei\u00df man seit mehr als 200 Jahren. 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