{"id":945,"date":"2014-09-10T17:08:45","date_gmt":"2014-09-10T15:08:45","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=945"},"modified":"2025-07-31T11:38:30","modified_gmt":"2025-07-31T09:38:30","slug":"schilddruesenkrank-und-schwanger-darauf-sollen-sie-achten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/schilddruesenkrank-und-schwanger-darauf-sollen-sie-achten\/","title":{"rendered":"Schilddr\u00fcsenkrank und schwanger &#8211; darauf sollen Sie achten"},"content":{"rendered":"<p><strong>W\u00e4hrend einer Schwangerschaft ist die \u00dcberpr\u00fcfung der Schilddr\u00fcsenfunktion besonders wichtig, weil sich sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig an Schilddr\u00fcsenhormonen negativ auf die Gesundheit von Mutter und ungeborenem Kind auswirken k\u00f6nnen. <\/strong><\/p>\n<p>Mit Blick darauf sind die schilddr\u00fcsenspezifischen Laborwerte von Schwangeren h\u00e4ufig ver\u00e4ndert, da es zu Wechselwirkungen zwischen Sexualhormonen (Prolaktin, Progesteron, \u00d6strogene) und Schilddr\u00fcsenhormonen kommt. Die Schilddr\u00fcsenparameter TSH, fT3 und fT4 sollten bei bestehender Schilddr\u00fcsenerkrankung deshalb ungef\u00e4hr alle vier bis sechs Wochen kontrolliert werden. Tritt w\u00e4hrend der Schwangerschaft eine \u00dcber- oder Unterfunktion auf, sind manchmal sogar noch kurzfristigere Blutabnahmen im Abstand von zwei Wochen erforderlich.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<div class=\"frauen-teaser\" style=\"border: 1px solid #ccc; padding: 15px; margin: 20px 0; background-color: #f9f9f9;\"><strong><span style=\"color: #008000;\">&#x1f340;<\/span>Schilddr\u00fcse und Frau &#8211; alles was Sie zu dem Thema wissen m\u00fcssen<\/strong><br \/>\nDie Schilddr\u00fcse ist eng mit dem weiblichen Hormonhaushalt verkn\u00fcpft: Pubert\u00e4t, Zyklus, Verh\u00fctung, Kinderwunsch, Schwangerschaft, Stillzeit, Wochenbettdepression, postpartale Thyreoiditis und Wechseljahre &#8211; f\u00fcr uns Frauen sind hormonelle Probleme immer auch ein Wechselbad der Gef\u00fchle.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/spezial-schilddruese-frauen\/\">Jetzt mehr dar\u00fcber erfahren!<\/a><\/div>\n<h2>Risiken einer Schilddr\u00fcsenfehlfunktion in der Schwangerschaft<\/h2>\n<p><strong>Schilddr\u00fcsenunterfunktion (Hypothyreose)<\/strong><\/p>\n<p>Besteht eine deutliche Schilddr\u00fcsenunterfunktion tritt \u201egl\u00fccklicherweise\u201c nur selten eine Schwangerschaft ein, denn eine manifeste Schilddr\u00fcsenunterfunktion der Mutter kann zu Entwicklungsst\u00f6rungen des Kindes f\u00fchren und sollte deshalb unbedingt vermieden werden. W\u00e4hrend der Geburt kommt es h\u00e4ufiger zu einer Wehenschw\u00e4che. Wichtig, weil nicht wenige, werdende M\u00fctter \u00fcberhaupt keine Medikamente einnehmen wollen: Schilddr\u00fcsenhormone k\u00f6nnen die Plazenta (Mutterkuchen) nicht passieren, so dass die notwendige Einnahme von Schilddr\u00fcsenmedikamenten zur Erhaltung einer euthyreoten Stoffwechsellage f\u00fcr das Baby absolut unbedenklich ist.<\/p>\n<p><strong>Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion (Hyperthyreose)<\/strong><\/p>\n<p>Eine unbehandelte, deutlich ausgepr\u00e4gte Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion ist w\u00e4hrend der Schwangerschaft noch gef\u00e4hrlicher. Sie kann zu Fehlgeburten (besonders in den ersten beiden Schwangerschaftsdritteln), vorzeitiger Entbindung (Fr\u00fchgeburten), Totgeburten und untergewichtigen bis hin zu missgebildeten Babys f\u00fchren. W\u00e4hrend der Geburt kann es zu einer thyreotoxischen Krise kommen. Daher muss eine Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion w\u00e4hrend der Schwangerschaft unbedingt vermieden werden! Wichtig: W\u00e4hrend einer Behandlung mit Thyreostatika (keine grunds\u00e4tzliche Kontraindikation) sowie 6 \u2013 12 Monate im Anschluss an eine Radioiodtherapie sollte eine Schwangerschaft ebenfalls nach M\u00f6glichkeit verhindert werden!<\/p>\n<h2>Zus\u00e4tzliche Jodgabe bei M\u00fcttern mit autoimmuner Schilddr\u00fcsenerkrankung umstritten<\/h2>\n<p>Bei den autoimmunen Schilddr\u00fcsenerkrankungen (Hashimoto Thyreoiditis, Morbus Basedow) ist die zus\u00e4tzliche Jodeinnahme in der Schwangerschaft nicht ganz unumstritten. Jod f\u00f6rdert sowohl die Hashimoto-Thyreoiditis als auch den Morbus Basedow, was sich in einem Anstieg der Antik\u00f6rper zeigt. Das ist in der Schwangerschaft nicht unproblematisch, da die Antik\u00f6rper von der Mutter auf das Kind \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen. Allerdings konnte bisher nicht nachgewiesen werden, ob die m\u00fctterlichen Antik\u00f6rper die kindliche Schilddr\u00fcse tats\u00e4chlich sch\u00e4digen oder vom kindlichen Immunsystem vernichtet werden. Ein anderes Problem ist, dass zus\u00e4tzlich zugef\u00fchrtes Jod von einer schilddr\u00fcsenautoimmunerkrankten Mutter oft nicht gut vertragen wird, so dass es dadurch zu Beschwerden kommt. Andererseits steigt der Jodbedarf der Mutter w\u00e4hrend der Schwangerschaft deutlich an. Zum einen erh\u00f6ht sich die Ausscheidung von nicht in die Schilddr\u00fcse aufgenommenem Jod \u00fcber die Nieren. Zum anderen deckt das ungeborene Baby seinen Jodbedarf \u00fcber die Mutter.<\/p>\n<p>Der Jodbedarf in der Schwangerschaft betr\u00e4gt ca. 230 \u00b5g pro Tag, so dass die meisten Schilddr\u00fcsenexpertInnen Schwangeren ab dem 4. Monat empfehlen trotz Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow t\u00e4glich 100 \u00b5g Jod in Tablettenform zu sich zu nehmen. Eine andere M\u00f6glichkeit ist eine bewusst jodreiche Ern\u00e4hrung durch den h\u00e4ufigen Verzehr von Seefisch.<\/p>\n<p>Denn bei einem Jodmangel der Mutter wird auch das Baby nicht ausreichend mit Jod versorgt. Deshalb k\u00f6nnte es sein, dass das Baby mit einem Jodmangelkropf zur Welt kommt. Ein kindlicher Jodmangel k\u00f6nnte au\u00dferdem zu einer Schilddr\u00fcsenunterfunktion (Hypothyreose) f\u00fchren. Insgesamt sind aber sowohl der Jodmangelkropf als auch eine Hypothyreose bei S\u00e4uglingen sehr seltene Komplikationen.<\/p>\n<p>Der Jodbedarf der Mutter ist \u00fcbrigens auch w\u00e4hrend der Stillperiode noch erh\u00f6ht, da der S\u00e4ugling w\u00e4hrend dieser Zeit noch direkt von der Jodversorgung der Mutter abh\u00e4ngig ist. Danach ist f\u00fcr die Jodzufuhr durch die Babynahrung gesorgt, da in allen handels\u00fcblichen Produkten ausreichend Jod vorhanden ist. Einige schilddr\u00fcsenkranke M\u00fctter die eine Jodeinnahme nur sehr schlecht vertragen entscheiden sich aus diesem Grund f\u00fcr ein fr\u00fchzeitiges Abstillen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Neuerscheinung 23. Dezember 2023<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12663 alignleft\" src=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Buchcover-DHT-F.jpg\" alt=\"\" width=\"116\" height=\"184\" \/>Nicole Wobker:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/amzn.to\/3GWSXTS\"><strong>Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis bei M\u00e4dchen und Frauen<\/strong><\/a> (Amazon-Partnerlink)<\/p>\n<p>In diesem E-Book erfahren M\u00e4dchen und Frauen nicht nur alles Wichtige \u00fcber Ursachen, Symptome, Schilddr\u00fcsenwerte und Therapie der Hashimoto-Thyreoiditis, sondern besonderes Augenmerk wurde auf die weiblichen Aspekte (Pubert\u00e4t, Zyklusst\u00f6rungen, Kinderwunsch, Schwangerschaft und Wechseljahre) dieser untersch\u00e4tzten Schilddr\u00fcsenerkrankung gelegt.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Dieser Artikel wurde zuletzt am 20. M\u00e4rz 2024 aktualisiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend einer Schwangerschaft ist die \u00dcberpr\u00fcfung der Schilddr\u00fcsenfunktion besonders wichtig, weil sich sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig an Schilddr\u00fcsenhormonen negativ auf die Gesundheit von Mutter und ungeborenem Kind auswirken k\u00f6nnen. 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