{"id":9252,"date":"2022-03-14T09:00:14","date_gmt":"2022-03-14T08:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=9252"},"modified":"2025-08-05T08:06:10","modified_gmt":"2025-08-05T06:06:10","slug":"deutlich-weniger-spitalbesuche-dank-schnellerer-und-zuverlaessigerer-schilddruesenpunktion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/deutlich-weniger-spitalbesuche-dank-schnellerer-und-zuverlaessigerer-schilddruesenpunktion\/","title":{"rendered":"Deutlich weniger Spitalbesuche dank schnellerer und zuverl\u00e4ssigerer Schilddr\u00fcsenpunktion"},"content":{"rendered":"<p>Einem Forschungsteam des Inselspitals, Universit\u00e4tsspital Bern und der Universit\u00e4t Bern ist der Nachweis gelungen, dass mit einer zytologisch unterst\u00fctzten Sofortbeurteilung von Schilddr\u00fcsenpunktionen die Anzahl der ergebnislosen Proben um das Zehnfache reduziert werden kann. Dank diesem Verfahren ist zudem der Lerneffekt f\u00fcr den \u00e4rztlichen Nachwuchs deutlich beschleunigt.<!--more--><\/p>\n<p>In der Schweiz erkranken pro Jahr knapp 800 Personen an Schilddr\u00fcsenkrebs, wobei Frauen in drei von vier F\u00e4llen betroffen sind. Eine Diagnosestellung l\u00e4uft wie folgt ab: Ergibt eine erste Untersuchung mittels Ultraschall einen Verdacht, werden mit feinen, ultraschallgesteuerten Nadeln kleinste Gewebeproben aus der verd\u00e4chtigen Region der Schilddr\u00fcse entnommen (<strong>Feinnadelpunktion<\/strong>). Herk\u00f6mmlicherweise werden die so entnommenen Proben mit einem Spray fixiert und zur Analyse in das pathologische Labor weitergeschickt. Nicht alle ergeben dabei ein interpretierbares Resultat. Viele weisen nicht gen\u00fcgend intakte Zellen auf, andere sind durch Artefakte verunreinigt oder aus anderen Gr\u00fcnden nicht interpretierbar. Die Folge ist, dass Patientinnen und Patienten erneut aufgeboten und neue Gewebeproben entnommen werden m\u00fcssen \u2013 dadurch entsteht Aufwand und wichtige Zeit verrinnt. Verbesserungen werden durch das <strong>Verfahren Rapid On-site Evaluation (ROSE)<\/strong> erzielt. Eine Fachperson aus der Pathologie wertet direkt nach der Probeentnahme die entnommene Probe aus und beurteilt deren Verwendbarkeit.<\/p>\n<p><strong>ROSE bringt deutliche Verbesserung<\/strong><\/p>\n<p>Die Studie des Berner Forschungsteams untersuchte, wie weit ROSE die bisherigen nicht brauchbaren Resultate von Punktionen reduzieren kann und wie weit der Anteil unklarer Resultate sich zugunsten von eindeutigen Resultaten wandelt. Die Studie wies nach, dass beide Punkte durch ROSE deutlich verbessert werden k\u00f6nnen. Patientinnen und Patienten m\u00fcssen dank ROSE viel seltener zu einer zweiten Punktion aufgeboten werden.<\/p>\n<p>Raphaela Muri, MSc, Research Fellow an der Universit\u00e4tsklinik f\u00fcr Diabetologie, Endokrinologie, Ern\u00e4hrungsmedizin und Metabolismus (UDEM) des Inselspitals Bern, erkl\u00e4rt: \u00abDie retrospektive Auswertung von \u00fcber 5000 Punktionen, davon etwa 1300 mit ROSE, ergab teils dramatische Verbesserungen. Ohne ROSE ergaben nur etwa 60 Prozent der Punktionen auswertbare Resultate, mit ROSE waren es dagegen rund 96 Prozent. Das ist eine zehnfache Reduktion der nicht auswertbaren Punktionen. Patientinnen und Patienten m\u00fcssen somit kaum noch mehrfach aufgeboten werden\u00bb.<\/p>\n<p><strong>Effiziente Ausbildung der Nachwuchs\u00e4rztinnen und -\u00e4rzte<\/strong><\/p>\n<p>Ein wichtiger Nebeneffekt der sofortigen Evaluation der Proben vor Ort mittels ROSE bezieht sich auf die Ausbildung der Assistenz\u00e4rztinnen und -\u00e4rzte in der Schilddr\u00fcsenkrebsdiagnose. Fr\u00fcher vergingen zwischen der Intervention und dem Vorliegen des Resultats mehrere Tage. Es war entsprechend schwer, die Technik einer Punktion der Schilddr\u00fcse zu erlernen. Dank ROSE ist die Qualit\u00e4t der Probeentnahme nun sofort ersichtlich. So k\u00f6nnen Fehler und Verbesserungsm\u00f6glichkeiten direkt vor Ort mit den Kader\u00e4rztinnen und -\u00e4rzten besprochen und umgesetzt werden.<\/p>\n<p><strong>ROSE in der Klinik systematisch einsetzen und weiterentwickeln<\/strong><\/p>\n<p>Die umfangreiche Studie des Inselspital-Forschungsteams zeigt die Richtung auf, in die sich die Schilddr\u00fcsenpunktion weiterentwickeln wird. PD Dr. med. Roman Trepp, Leitender Arzt und Leiter Endokrinologie an der UDEM, sch\u00e4tzt: \u00abAus meiner Sicht ist die Schlussfolgerung aus unserer Forschungsarbeit, dass man Feinnadelpunktionen der Schilddr\u00fcse routinem\u00e4ssig mit zytologischer Schnellbeurteilung (ROSE) durchf\u00fchren sollte. Wir hatten vermutet, dass ROSE Verbesserungen bringen w\u00fcrde. Mit diesen eindeutigen Resultaten k\u00f6nnen wir den Mehrwert nun klar belegen\u00bb.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news789808\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">idw-online.de<\/a> (Link gepr\u00fcft am 14.09.23)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einem Forschungsteam des Inselspitals, Universit\u00e4tsspital Bern und der Universit\u00e4t Bern ist der Nachweis gelungen, dass mit einer zytologisch unterst\u00fctzten Sofortbeurteilung von Schilddr\u00fcsenpunktionen die Anzahl der ergebnislosen Proben um das Zehnfache reduziert werden kann. 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