{"id":9185,"date":"2021-12-20T09:00:10","date_gmt":"2021-12-20T08:00:10","guid":{"rendered":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=9185"},"modified":"2025-08-05T09:02:52","modified_gmt":"2025-08-05T07:02:52","slug":"medullaeres-schilddruesenkarzinom-effektive-kombinierte-tumortherapie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/medullaeres-schilddruesenkarzinom-effektive-kombinierte-tumortherapie\/","title":{"rendered":"Medull\u00e4res Schilddr\u00fcsenkarzinom: Effektive kombinierte Tumortherapie"},"content":{"rendered":"<p>Forschende des Paul Scherrer Instituts PSI haben verschiedene Verfahren zur Bek\u00e4mpfung bestimmter Krebsarten auf ihre Effektivit\u00e4t \u00fcberpr\u00fcft. Die Kombination aus zwei Pr\u00e4paraten zeigte dabei eine deutlich bessere Wirkung als die Behandlung mit nur einem der beiden Wirkstoffe. Ihre Ergebnisse ver\u00f6ffentlichen sie heute im Fachmagazin Pharmaceutics.<\/p>\n<p>Eine Kombination aus einem Wirkstoff, der auf Rapamycin basiert, und einem mit dem radioaktiven Element Lutetium verbundenen Peptid kann das Wachstum von Tumoren effektiv verringern. Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie, die Forschende des Paul Scherrer Instituts gemeinsam mit Kollegen von der Universit\u00e4t Basel und der ETH Z\u00fcrich durchgef\u00fchrt haben. Die Untersuchung baut auf vorherigen Ergebnissen der Radiopharmakaforschung am PSI auf.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">-Anzeige-<br \/>\n<script async src=\"https:\/\/pagead2.googlesyndication.com\/pagead\/js\/adsbygoogle.js?client=ca-pub-2860650483659473\" crossorigin=\"anonymous\"><\/script><br \/>\n<!-- SDG-2025-Display-Responsiv --><br \/>\n<ins class=\"adsbygoogle\" style=\"display: block;\" data-ad-client=\"ca-pub-2860650483659473\" data-ad-slot=\"5199025168\" data-ad-format=\"auto\" data-full-width-responsive=\"true\"><\/ins><br \/>\n<script>\n     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});\n<\/script><\/p>\n<p>F\u00fcr die Behandlung von Tumoren mit radioaktiven Substanzen koppeln die Forschenden Radionuklide an bestimmte Molek\u00fcle, die besonders gut an Tumorzellen andocken und von diesen aufgenommen werden. Im konkreten Fall nutzten sie daf\u00fcr ein sogenanntes Minigastrin, das mit dem radioaktiven Element Lutetium-177 gekoppelt ist. Das radioaktive Minigastrin dockt an einen bestimmten Rezeptor, der auf der Oberfl\u00e4che der Membran von Krebszellen ausgebildet wird. Dieser schleust das Medikament dann ins Innere der Zelle.<\/p>\n<p>Das Problem: Der Teil des Radiopharmakons, der an den Rezeptor andockt, wurde aus einer nat\u00fcrlichen Substanz entwickelt, genannt Gastrin, die im K\u00f6rper jedes Menschen vorkommt. Sie veranlasst \u00fcblicherweise die Aussch\u00fcttung von Magens\u00e4ure nach dem Essen. Auch gesunde Magenzellen stellen also den Rezeptor her und auch an sie bindet das Radiopharmakon. Deshalb nehmen auch Magenzellen das Medikament auf und k\u00f6nnen gesch\u00e4digt werden.<\/p>\n<p><strong>Tumorzellen manipulieren<\/strong><\/p>\n<p>\u00abDie Idee hinter der neuen Kombinationstherapie ist\u00bb, erkl\u00e4rt Tumorbiologe Michal Grzmil vom Zentrum f\u00fcr radiopharmazeutische Wissenschaften am PSI, \u00abdass das auf Rapamycin basierende Medikament ausschliesslich die Tumorzellen so manipuliert, dass sie mehr von diesen bestimmten Rezeptoren ausbilden und dadurch auch mehr von der radiologisch wirksamen Verbindung aufnehmen.\u00bb Das w\u00fcrde dann daf\u00fcr sorgen, dass die Dosis des Pharmazeutikums bei einer Therapie im Magen in vertr\u00e4glichem Rahmen gehalten werden kann.<\/p>\n<p>Angedockt an der Tumorzelle sch\u00e4digt die radioaktive Strahlung des Lutetiums vor allem die Erbsubstanz der Zellen und bringt sie im besten Fall zum Absterben, was einen therapeutischen Effekt auf den Tumor hat.<\/p>\n<p>Diese Art der Therapie wird schon in der Praxis eingesetzt, kann aber durch diese neue Entdeckung deutlich verbessert werden. Bei ihren Untersuchungen fanden die Forschenden heraus, dass bei einer Kombination des Wirkstoffs Rapamycin mit dem Radiopharmakon die Radioaktivit\u00e4t, die in den Tumor geht, deutlich erh\u00f6ht ist, w\u00e4hrend diejenige im Magen gleich bleibt. \u00abWir haben dabei ermittelt, dass wir so das Tumorwachstum um etwa die H\u00e4lfte verringern konnten im Vergleich zu einer alleinigen Gabe von Rapamycin\u00bb, sagt Martin B\u00e9h\u00e9, Leiter der Gruppe Pharmakologie des Zentrums f\u00fcr radiopharmazeutische Wissenschaften des PSI.<\/p>\n<div style=\"background-color: #f8f9fa; border: 2px solid #6c757d; padding: 20px; border-radius: 0; color: #343a40; font-family: Arial, sans-serif;\">\n<h3 style=\"margin-top: 0;\">Wissensbaustein Schilddr\u00fcsenkrebs<\/h3>\n<p>Schilddr\u00fcsenkrebs ist eine seltene, aber ernstzunehmende Erkrankung der Schilddr\u00fcse. Fr\u00fch erkannt, sind die Heilungschancen in vielen F\u00e4llen gut. Deshalb ist es wichtig, Symptome ernst zu nehmen und sich umfassend \u00fcber Diagnose- und Behandlungsm\u00f6glichkeiten zu informieren. Auf der zentralen Seite &#8222;<strong>Was tun bei Schilddr\u00fcsenkrebs?<\/strong>&#8220; finden Sie alle wichtigen Informationen rund um die Erkrankung, Therapieformen und Nachsorge.<\/p>\n<p><a style=\"display: inline-block; background-color: #28a745; color: white; padding: 10px 20px; border-radius: 5px; text-decoration: none; font-weight: bold; text-align: center;\" href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/schilddruesenkrebs\/\">Mehr erfahren<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Behandlung von Schilddr\u00fcsentumoren<\/strong><\/p>\n<p>Die Methode ist vor allem f\u00fcr die Behandlung von sogenannten medull\u00e4ren Schilddr\u00fcsenkarzinomen geeignet und wird in enger Zusammenarbeit mit der Lausanner Firma Debiopharm International und dem Universit\u00e4tsklinikum Basel in einer klinischen Studie erprobt. Das medull\u00e4re Schilddr\u00fcsenkarzinom ist die dritth\u00e4ufigste Krebsart an der Schilddr\u00fcse. Obwohl es mit weniger als zehn Prozent aller Schilddr\u00fcsenkarzinome eher selten ist, geh\u00f6rt es zu den besonders aggressiven Formen, denn es bildet leicht Tochtergeschw\u00fclste. Etwa ein Viertel dieser Tumore entwickeln sich aufgrund einer erblichen Vorbelastung, sodass manchmal schon Kinder oder junge Erwachsene betroffen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">-Anzeige-<br \/>\n<script async src=\"https:\/\/pagead2.googlesyndication.com\/pagead\/js\/adsbygoogle.js?client=ca-pub-2860650483659473\" crossorigin=\"anonymous\"><\/script><br \/>\n<!-- SDG-2025-Display-Responsiv --><br \/>\n<ins class=\"adsbygoogle\" style=\"display: block;\" data-ad-client=\"ca-pub-2860650483659473\" data-ad-slot=\"5199025168\" data-ad-format=\"auto\" data-full-width-responsive=\"true\"><\/ins><br \/>\n<script>\n     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});\n<\/script><\/p>\n<p><strong>Lutetium-177 bietet mehrere Vorteile<\/strong><\/p>\n<p>Das Isotop Lutetium-177 bietet f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung dieser Tumore mehrere Vorteile, weil es sowohl Betastrahlung als auch Gammastrahlung aussendet. Die Betastrahlung kommt im K\u00f6rper nur wenige Millimeter weit und kann, sobald das Radiopharmakon angedockt hat, den Tumor direkt zerst\u00f6ren, ohne umliegendes Gewebe zu sch\u00e4digen. Die Gammastrahlung hingegen dringt aus dem K\u00f6rper wieder heraus und kann von einer Gammakamera erfasst und gemessen werden. Anhand der Messwerte erstellt diese ein Bild, auf dem man die Anreicherung der radioaktiven Substanz im K\u00f6rper sehen und die Ausbreitung des medull\u00e4ren Schilddr\u00fcsenkarzinoms erkennen kann.<\/p>\n<p>\u00abDie Optimierung des Verfahrens m\u00fcssen wir noch in klinischen Studien \u00fcberpr\u00fcfen\u00bb, sagt Martin B\u00e9h\u00e9. Er ist allerdings optimistisch, dass sich dabei die bisherigen Ergebnisse best\u00e4tigen und in einigen Jahren die Therapie auch der Allgemeinheit zur Verf\u00fcgung steht.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news784332\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">idw-online.de<\/a> (Link gepr\u00fcft am 14.09.23)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Forschende des Paul Scherrer Instituts PSI haben verschiedene Verfahren zur Bek\u00e4mpfung bestimmter Krebsarten auf ihre Effektivit\u00e4t \u00fcberpr\u00fcft. Die Kombination aus zwei Pr\u00e4paraten zeigte dabei eine deutlich bessere Wirkung als die Behandlung mit nur einem der beiden Wirkstoffe. Ihre Ergebnisse ver\u00f6ffentlichen sie heute im Fachmagazin Pharmaceutics. Eine Kombination aus einem Wirkstoff, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_metis_text_type":"standard","_metis_text_length":5346,"_post_count":0,"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[104,1848,1093,132,1094,1849],"class_list":["post-9185","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-schilddruesenkrebs","tag-104","tag-behandlungsmoeglichkeiten-schilddruesenkrebs","tag-lutetium-177","tag-medullaeres-schilddruesenkarzinom","tag-rapamycin","tag-schilddruesenkrebs-heilungschancen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9185","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9185"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9185\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9185"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9185"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9185"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}