{"id":917,"date":"2024-07-17T10:45:03","date_gmt":"2024-07-17T08:45:03","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=917"},"modified":"2025-07-31T12:12:55","modified_gmt":"2025-07-31T10:12:55","slug":"frauen-erkranken-haeufiger-an-der-schilddruese-als-maenner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/frauen-erkranken-haeufiger-an-der-schilddruese-als-maenner\/","title":{"rendered":"Frauen erkranken h\u00e4ufiger an der Schilddr\u00fcse als M\u00e4nner"},"content":{"rendered":"<p><strong>Frauen leiden deutlich h\u00e4ufiger an Krankheiten der Schilddr\u00fcse als M\u00e4nner. Daf\u00fcr gibt es verschiedene Gr\u00fcnde. Einer der Hauptgr\u00fcnde daf\u00fcr ist, dass Frauen aufgrund ihrer Hormonzyklen anf\u00e4lliger f\u00fcr Schilddr\u00fcsenerkrankungen sind. Die hormonellen Ver\u00e4nderungen w\u00e4hrend der Pubert\u00e4t, einer Schwangerschaft und der Menopause haben immer auch Auswirkungen auf die Schilddr\u00fcsengesundheit.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus haben Frauen grunds\u00e4tzlich auch ein h\u00f6heres Risiko f\u00fcr Autoimmunerkrankungen, die h\u00e4ufiger auch mit Schilddr\u00fcsenerkrankungen verbunden sind. Insbesondere wenn es um die autoimmunen Schilddr\u00fcsenerkrankungen (Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow) geht sind Frauen das schwache Geschlecht. Sie erkranken \u00f6fter daran. Von der am weitesten verbreiteten Krankheit der Schilddr\u00fcse, der \u2192 <a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/informationen-zum-krankheitsbild-hashimoto-thyreoiditis\/\">Hashimoto-Thyreoiditis<\/a>, sind beispielsweise zehnmal mehr Frauen als M\u00e4nner betroffen.<\/p>\n<div class=\"frauen-teaser\" style=\"border: 1px solid #ccc; padding: 15px; margin: 20px 0; background-color: #f9f9f9;\"><strong><span style=\"color: #008000;\">&#x1f340;<\/span>Schilddr\u00fcse und Frau &#8211; alles was Sie zu dem Thema wissen m\u00fcssen<\/strong><br \/>\nDie Schilddr\u00fcse ist eng mit dem weiblichen Hormonhaushalt verkn\u00fcpft: Pubert\u00e4t, Zyklus, Verh\u00fctung, Kinderwunsch, Schwangerschaft, Stillzeit, Wochenbettdepression, postpartale Thyreoiditis und Wechseljahre &#8211; f\u00fcr uns Frauen sind hormonelle Probleme immer auch ein Wechselbad der Gef\u00fchle.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/spezial-schilddruese-frauen\/\">Jetzt mehr dar\u00fcber erfahren!<\/a><\/div>\n<h2>Schilddr\u00fcsenkrankheiten sind Frauenkrankheiten und damit zugleich Quelle psychischer Fehldiagnosen<\/h2>\n<p>Insgesamt muss man aber leider sagen, dass die genderspezifischen Aspekte von Erkrankungen der Schilddr\u00fcse wissenschaftlich noch nicht allzu gut erforscht sind. Es gibt inzwischen zwar umfangreiche Erkenntnisse zum Thema Schilddr\u00fcse und Schwangerschaft, aber wenn es um ungewollte Kinderlosigkeit oder Zyklusst\u00f6rungen bei schilddr\u00fcsenkranken Patientinnen geht ist das vorhandene Wissen mehr als d\u00fcrftig. Noch seltener sind im Hinblick darauf die Wechseljahre von schilddr\u00fcsenkranken Frauen ein Thema.<\/p>\n<p>Nach meinem Eindruck spielt auch unver\u00e4ndert die Tatsache eine Rolle, dass wir Frauen tendenziell eher f\u00fcr psychisch krank gehalten werden als M\u00e4nner. Es gibt scheinbar immer einen \u201eGrund\u201c warum man uns Frauen Wehleidigkeit oder gar Hypochondrie unterstellen kann.<\/p>\n<p><strong>Und das Schlimmste ist \u2013 Schilddr\u00fcsenfunktionsst\u00f6rungen verursachen meistens genau die Symptome die es \u00c4rztInnen leicht machen eine psychische Diagnose zu stellen. Dazu geh\u00f6ren zum Beispiel Nervosit\u00e4t, \u00c4ngstlichkeit, Stressempfindlichkeit, Weinerlichkeit, Traurigkeit oder M\u00fcdigkeit und mit ihnen regelm\u00e4\u00dfige Fehldiagnosen wie Burnout, Depression und Angstst\u00f6rung.<\/strong><\/p>\n<p>Aber weder der Morbus Basedow noch die Hashimoto-Thyreoiditis sind psychische Erkrankungen. Und doch f\u00fchren die gerade genannten, unter Schilddr\u00fcsenpatientInnen sehr weit verbreiteten Beschwerden wie innere Unruhe, Unsicherheit, Selbstzweifel, Schlafst\u00f6rungen und Ersch\u00f6pfungszust\u00e4nde gerade im Anfangsstadium der Autoimmunerkrankung dazu, dass sie &#8222;in die Psychoecke&#8220; geschoben werden. F\u00fcr die Betroffenen bedeutet das oftmals den Beginn eines jahreslangen Leidensweges &#8211; weil eine vern\u00fcnftige Behandlung der Schilddr\u00fcsenerkrankung unterbleibt und eine weiterf\u00fchrende Diagnostik im Hinblick auf andere, k\u00f6rperliche Ursachen f\u00fcr die Symptome unterbleibt.<\/p>\n<h2>Wechselbeziehungen zwischen weiblichen Hormonen und Schilddr\u00fcsenhormonen sowie Einflu\u00df auf die autoimmunen Schilddr\u00fcsenkrankheiten<\/h2>\n<p>Als eine m\u00f6gliche Ursache f\u00fcr das geh\u00e4ufte Auftreten von Schilddr\u00fcsenkrankheiten bei M\u00e4dchen und Frauen wird das komplexe Zusammenspiel des Hormonsystems, nicht zuletzt zwischen weiblichen Sexualhormonen (\u00d6strogene, Progesteron) und Schilddr\u00fcsenhormonen (Trijodthyronin, Thyroxin), vermutet.<\/p>\n<p>Es sind mehrere, unmittelbare <strong>Wechselwirkungen zwischen den Schilddr\u00fcsenhormonen und den weiblichen Hormonen<\/strong> bekannt. So k\u00f6nnen Schilddr\u00fcsenhormone beispielsweise die Produktion von Sexualhormonen beeinflussen und umgekehrt. Das bedeutet, ein Mangel an Schilddr\u00fcsenhormonen kann zu einer verminderten Produktion von weiblichen Hormonen f\u00fchren, was wiederum Ausl\u00f6ser f\u00fcr sexuelle Funktionsst\u00f6rungen sein kann. Umgekehrt k\u00f6nnen aber auch zu hohe oder zu niedrige Spiegel von Sexualhormonen die Schilddr\u00fcsenfunktion beeintr\u00e4chtigen und im Endeffekt zu einer \u00dcber- oder Unterfunktion f\u00fchren.<\/p>\n<p>Hinzu kommt, dass die weiblichen Sexualhormone \u00d6strogen und Progesteron auch einen direkten <strong>Einfluss auf den Autoimmunprozess der Schilddr\u00fcse<\/strong> haben sollen. Von erh\u00f6hten \u00d6strogenspiegeln wird dabei angenommen, dass sie den Autoimmunprozess der Schilddr\u00fcse stimulieren, sich also negativ auf die Hashimoto-Thyreoiditis oder den Morbus Basedow auswirken. Von erh\u00f6hten Progesteronspiegeln nimmt man im Gegensatz dazu an, dass diese sogar eher ausgleichend und beruhigend auf den Autoimmunprozess wirken.<\/p>\n<p>Deshalb w\u00e4re es eigentlich wichtig, dass Frauen mit nachgewiesenen Schilddr\u00fcsenerkrankungen ihre Hormonspiegel regelm\u00e4\u00dfig \u00fcberwachen lassen, um gegebenenfalls auch eine Behandlung bei begleitend auftretenden St\u00f6rungen der Sexualhormone zu erhalten. Aber die Realit\u00e4t sieht leider oft so aus, dass Frauen um einen Hormonstatus regelrecht betteln m\u00fcssen. F\u00fcr \u00e4ltere Frauen, die keinen Kinderwunsch mehr haben, sind die Chancen diesbez\u00fcglich besonders gering.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Neuerscheinung 23. Dezember 2023<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12663 alignleft\" src=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-content\/uploads\/2023\/12\/Buchcover-DHT-F.jpg\" alt=\"\" width=\"116\" height=\"184\" \/>Nicole Wobker:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/amzn.to\/3GWSXTS\"><strong>Diagnose Hashimoto-Thyreoiditis bei M\u00e4dchen und Frauen<\/strong><\/a> (Amazon-Partnerlink)<\/p>\n<p>In diesem E-Book erfahren M\u00e4dchen und Frauen nicht nur alles Wichtige \u00fcber Ursachen, Symptome, Schilddr\u00fcsenwerte und Therapie der Hashimoto-Thyreoiditis, sondern besonderes Augenmerk wurde auf die weiblichen Aspekte (Pubert\u00e4t, Zyklusst\u00f6rungen, Kinderwunsch, Schwangerschaft und Wechseljahre) dieser untersch\u00e4tzten Schilddr\u00fcsenerkrankung gelegt.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Dieser Artikel wurde zuletzt am 17. Juli 2024 aktualisiert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frauen leiden deutlich h\u00e4ufiger an Krankheiten der Schilddr\u00fcse als M\u00e4nner. Daf\u00fcr gibt es verschiedene Gr\u00fcnde. Einer der Hauptgr\u00fcnde daf\u00fcr ist, dass Frauen aufgrund ihrer Hormonzyklen anf\u00e4lliger f\u00fcr Schilddr\u00fcsenerkrankungen sind. 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