{"id":9040,"date":"2021-10-08T09:27:59","date_gmt":"2021-10-08T07:27:59","guid":{"rendered":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=9040"},"modified":"2025-08-05T09:12:52","modified_gmt":"2025-08-05T07:12:52","slug":"diabetologie-und-endokrinologie-an-den-universitaeten-staerken-um-patientenversorgung-in-der-zukunft-zu-sichern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/diabetologie-und-endokrinologie-an-den-universitaeten-staerken-um-patientenversorgung-in-der-zukunft-zu-sichern\/","title":{"rendered":"Diabetologie und Endokrinologie an den Universit\u00e4ten st\u00e4rken, um Patientenversorgung in der Zukunft zu sichern"},"content":{"rendered":"<p>Die Universit\u00e4tsmedizin in Deutschland bildet mit ihrem Aufgabenverbund von Forschung, Lehre und Krankenversorgung die zentrale Schnittstelle zwischen Wissenschafts- und Gesundheitssystem. In seiner j\u00fcngsten Empfehlung spricht sich der Wissenschaftsrat daf\u00fcr aus, diese besonders zu st\u00e4rken und ihre Basis zu erweitern. Doch laut dem wissenschaftspolitischen Beratungsgremium werden gerade in der Universit\u00e4tsmedizin Bettenkapazit\u00e4ten abgebaut und notwendige Forschungsaktivit\u00e4ten eingestellt, da sie nicht ausreichend finanziert werden.<!--more--><\/p>\n<p>Dadurch gehen zunehmend M\u00f6glichkeiten zur Aus- und Weiterbildung verloren &#8211; und das besonders in der Endokrinologie und Diabetologie. Angesichts steigender Erkrankungszahlen zeigen sich die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) und die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Endokrinologie (DGE) \u00fcber diese Entwicklung besorgt. Sie fordern die politischen Entscheidungstr\u00e4ger dazu auf, insbesondere die Aus- und Weiterbildungskapazit\u00e4ten auszubauen und damit einem Versorgungsdefizit entgegenzuwirken.<\/p>\n<p>In Deutschland sind derzeit mehr als acht Millionen Menschen an einem Diabetes mellitus erkrankt. Nach Expertensch\u00e4tzungen wird diese Zahl bis 2040 auf zw\u00f6lf Millionen Menschen ansteigen. Unter einer Osteoporose leiden mehr als sechs Millionen Menschen und rund ein Viertel weist eine Schilddr\u00fcsenerkrankung auf. \u201eDiese Zahlen zeigen: Stoffwechselerkrankungen sind auf dem Vormarsch. Gleichzeitig fallen in den Kliniken genau die Bereiche, die chronisch Kranke versorgen, dem Rotstift zum Opfer\u201c, kritisiert DGE-Pr\u00e4sident Professor Dr. med. G\u00fcnter K. Stalla. Der Wissenschaftsrat, das wichtigste wissenschaftspolitische Beratungsgremium in Deutschland, teilt diese Beobachtung in seiner j\u00fcngsten Empfehlung zur Rolle der Universit\u00e4tsmedizin. Darin bem\u00e4ngelt das Gremium, dass insbesondere weniger oder nicht interventionelle F\u00e4cher zunehmend finanziell benachteiligt werden. \u201eDie sprechende Medizin, die durch eine informierende, aufkl\u00e4rende und patientenzentrierte Versorgung gekennzeichnet ist, wird in der heutigen Hochleistungsmedizin und speziell vom DRG-System zu wenig wertgesch\u00e4tzt\u201c, best\u00e4tigt auch Professor Dr. med. Andreas Neu, Pr\u00e4sident der DDG. So erhalten die Kliniken f\u00fcr diese Leistungen kaum finanzielle Verg\u00fctung, so Neu.<\/p>\n<p>Die Folge: Die Fachbereiche Diabetologie und Endokrinologie stehen unter starkem wirtschaftlichem Druck und fallen zunehmend den Sparzw\u00e4ngen in den Kliniken zum Opfer. Aus diesem Grund hat sich die Zahl der Krankenhausbetten mit Schwerpunkt \u201eEndokrinologie und Diabetologie\u201c im Gegensatz zu fast allen anderen internistischen Schwerpunkten in den letzten zwei Jahrzehnten dramatisch reduziert. Die Diabetologie ist aktuell nur noch an acht von insgesamt 37 staatlichen medizinischen Fakult\u00e4ten mit bettenf\u00fchrenden Lehrst\u00fchlen repr\u00e4sentiert. Damit k\u00f6nnen weder in der Aus- noch in der Weiterbildung Wissen und Kompetenzen in Diabetologie und Endokrinologie an ausreichend viele angehende \u00c4rztinnen und \u00c4rzte vermittelt werden. In der Folge droht ein dramatischer Nachwuchsmangel \u2013 und das bei einer steigenden Zahl erkrankter Menschen.<\/p>\n<p>Mit dem dramatischen Verlust von Ausbildungsst\u00e4tten in der Universit\u00e4tsmedizin gehe au\u00dferdem eine fachliche Kompetenz der Lehre verloren, argumentiert Stalla. Er spricht sich daf\u00fcr aus, die Vernetzung von Forschung, Lehre und Krankenversorgung der Universit\u00e4tsmedizin zu st\u00e4rken. \u201eDenn nur hier k\u00f6nnen Medizinstudierende die Breite des Faches kennenlernen. Sie behandeln direkt die Patienten und lernen aufgrund der fach\u00fcbergreifenden Zusammenarbeit auch seltene Erkrankungen sowie Krankheitsbilder anderer Fachrichtungen kennen\u201c, so der Experte. \u201eDamit f\u00f6rdern wir die fachliche Kompetenz unserer angehenden Mediziner, denn auch seltene Erkrankungen muss man h\u00e4ufiger gesehen haben, um sie sicher diagnostizieren zu k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Genau wie der Wissenschaftsrat sehen DDG und DGE eine klare Verantwortung bei der Politik. \u201eWir m\u00fcssen wirksame Gegenma\u00dfnahmen ergreifen, sonst wird das Fach Endokrinologie\/Diabetologie zunehmend aus der Universit\u00e4tsmedizin verdr\u00e4ngt. Das gef\u00e4hrdet mittelfristig die Versorgung aller Betroffenen!\u201c, warnt Neu. \u201eDeswegen m\u00fcssen Bund und L\u00e4nder die Zahl der klinischen Lehrst\u00fchle dieser F\u00e4cher wieder deutlich ausbauen.\u201c Das ist die Voraussetzung, damit wieder mehr junge Medizinerinnen und Mediziner in dieser Fachrichtung aus- und weitergebildet werden. Nur so l\u00e4sst sich mittel- und langfristig eine nachhaltige Versorgung f\u00fcr die wachsende Zahl stoffwechselkranker Patienten sicherstellen.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news777061\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">idw-online.de<\/a> (Link gepr\u00fcft am 14.09.23)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Universit\u00e4tsmedizin in Deutschland bildet mit ihrem Aufgabenverbund von Forschung, Lehre und Krankenversorgung die zentrale Schnittstelle zwischen Wissenschafts- und Gesundheitssystem. 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