{"id":9027,"date":"2021-08-04T11:25:38","date_gmt":"2021-08-04T09:25:38","guid":{"rendered":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=9027"},"modified":"2025-07-23T08:32:46","modified_gmt":"2025-07-23T06:32:46","slug":"unterfunktion-der-nebenschilddruesen-standardmedikament-at10-tachystin-nicht-mehr-erhaeltlich-therapie-rechtzeitig-umstellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/unterfunktion-der-nebenschilddruesen-standardmedikament-at10-tachystin-nicht-mehr-erhaeltlich-therapie-rechtzeitig-umstellen\/","title":{"rendered":"Unterfunktion der Nebenschilddr\u00fcsen: Standardmedikament AT10\u00ae\/Tachystin\u00ae nicht mehr erh\u00e4ltlich \u2013 Therapie rechtzeitig umstellen"},"content":{"rendered":"<p>Patienten, die an einer Unterfunktion der Nebenschilddr\u00fcsen, dem sogenannten Hypoparathyreoidismus, leiden, m\u00fcssen h\u00e4ufig das Vitamin D-Derivat Dihydrotachysterol (Handelsname AT10\u00ae oder Tachystin\u00ae) als Kalziumregulator einnehmen. Doch das bew\u00e4hrte und preiswerte Medikament wurde im Juli 2021 vom Markt genommen und ist nun nicht mehr erh\u00e4ltlich. Die Umstellung auf andere Medikamente ist durchaus anspruchsvoll, da die Dosierung, der Wirkungsbeginn und die Wirkungsdauer der Alternativen sehr unterschiedlich zu Dihydrotachysterol sind. Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Endokrinologie e. V. (DGE) r\u00e4t deshalb allen betroffenen Patientinnen und Patienten, umgehend einen Termin mit ihrem Hausarzt oder Endokrinologen zur rechtzeitigen Umstellung der Therapie zu vereinbaren. Damit soll ein sanfter \u00dcbergang erm\u00f6glicht und Komplikationen vermieden werden.<!--more--><\/p>\n<p>Anzeige <script async src=\"\/\/pagead2.googlesyndication.com\/pagead\/js\/adsbygoogle.js\"><\/script><br \/>\n<ins class=\"adsbygoogle\" style=\"display: block; text-align: center;\" data-ad-slot=\"5531352808\" data-ad-client=\"ca-pub-2860650483659473\" data-ad-layout=\"in-article\" data-ad-format=\"fluid\"><\/ins><br \/>\n<script>(adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});<\/script><\/p>\n<p>Die Nebenschilddr\u00fcsen bestehen aus vier linsengro\u00dfen Dr\u00fcsen, die au\u00dfen an der Schilddr\u00fcse liegen. Sie produzieren das Parathormon (PTH). Es reguliert den Kalziumstoffwechsel im K\u00f6rper. Der Organismus ben\u00f6tigt Kalzium f\u00fcr den Knochen- und Zahnaufbau, die Nerven- und Muskelfunktion sowie f\u00fcr die Blutgerinnung. Typische Beschwerden, die auf eine Unterfunktion hindeuten k\u00f6nnen, sind leichtes Zittern, Gef\u00fchlsst\u00f6rungen bis hin zu Muskelkr\u00e4mpfen (Tetanie). \u201eDie h\u00e4ufigste Ursache des Hypoparathyreoidismus ist die versehentliche Sch\u00e4digung der Nebenschilddr\u00fcsen im Zuge einer Schilddr\u00fcsenoperation\u201c, erl\u00e4utert Professorin Dr. med. Heide Siggelkow, \u00c4rztliche Leiterin MVZ Endokrinologikum G\u00f6ttingen, Zentrum f\u00fcr Hormon- und Stoffwechselerkrankungen, Nuklearmedizin und Humangenetik. In Deutschland kommt es in etwa ein bis sechs Prozent der F\u00e4lle nach einer operativen Schilddr\u00fcsenentfernung zu einem dauerhaften Hypoparathyreoidismus (1). Aber auch Autoimmunerkrankungen geh\u00f6ren zu den Ausl\u00f6sern der St\u00f6rung. \u201eDie Behandlung der Nebenschilddr\u00fcsenunterfunktion besteht in der Normalisierung des Kalziumspiegels, etwa durch die Gabe von Calcium- und Vitamin-D-Pr\u00e4paraten\u201c, so Siggelkow weiter. Die daf\u00fcr h\u00e4ufig eingesetzten Vitamin D-Derivate wie Dihydrotachysterol wirken lange im K\u00f6rper. Sie eignen sich deshalb f\u00fcr eine stabile Einstellung des Vitamin-D-Spiegels. Bei etwaigen St\u00f6rungen der Nierenfunktion k\u00f6nnen sie aber auch eher zu Komplikationen f\u00fchren.<\/p>\n<p>\u201eAls Alternativsubstanzen kommen Calcitriol &#8211; 1,25 Vitamin D beziehungsweise Vitamin D3 &#8211; sowie Alfacalcidol infrage\u201c, so die Endokrinologin. Doch die Wirkdauer dieser Pharmazeutika sei deutlich k\u00fcrzer: \u201eW\u00e4hrend Dihydrotachysterol 21 Tage wirksam ist, sind es bei den anderen Medikamenten nur drei bis sieben Tage.\u201c Auch k\u00f6nne die Umstellung bei jedem Betroffenen unterschiedlich verlaufen. Sie empfiehlt, zun\u00e4chst das Dihydrotachysterol abzusetzen und f\u00fcr eine Woche keine neue Medikation zu geben. Nach Ablauf dieser Woche k\u00f6nne dann auf das entsprechende Ersatz-Pr\u00e4parat gewechselt werden. Messungen von Parathormon, Vitamin D und 1,25 Vitamin D seien in dieser Phase nicht notwendig, sagt sie. Es sollten jedoch in jedem Fall Calcium, Calcium adaptiert f\u00fcr Albumin, Phosphat, Kreatinin und Magnesium \u00fcberpr\u00fcft werden. \u201eEine ausf\u00fchrliche Kontrolle nach Umstellung der Medikation ist dann im weiteren Verlauf erforderlich: Hier sollte dann die Kalziumausscheidung unter der ge\u00e4nderten Medikation \u00fcberpr\u00fcft und die entsprechende Medikation gegebenenfalls angepasst werden.\u201c Die Medikamentendosis m\u00fcsse individuell f\u00fcr jeden Patienten durch Kontrolle des Kalziumspiegels im Blut ermittelt werden.<\/p>\n<p>\u201ePatienten sollten nun ihren Vorrat an Dihydrotachysterol \u00fcberpr\u00fcfen und rechtzeitig einen Termin mit ihrem Arzt ausmachen, damit die Umstellung auf ein Ersatzpr\u00e4parat reibungslos verl\u00e4uft\u201c, sagt DGE-Mediensprecher Professor Dr. med. Stephan Petersenn von der ENDOC Praxis f\u00fcr Endokrinologie und Andrologie in Hamburg. Er erg\u00e4nzt: \u201eBei Patienten, die mit einem hochdosierten Vitamin D-Pr\u00e4parat nicht komplikationslos einstellbar sind, besteht zudem die M\u00f6glichkeit, gentechnologisch hergestelltes Parathormon zu verabreichen\u201c.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.endokrinologie.net\/pressemitteilung\/unterfunktion-nebenschilddruesen-standardmedikament-nicht-mehr-erhaeltlich.php\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">endokrinologie.net<\/a> (Link gepr\u00fcft am 14.09.23)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anzeige <script async src=\"\/\/pagead2.googlesyndication.com\/pagead\/js\/adsbygoogle.js\"><\/script><br \/>\n<ins class=\"adsbygoogle\" style=\"display: block; text-align: center;\" data-ad-slot=\"5531352808\" data-ad-client=\"ca-pub-2860650483659473\" data-ad-layout=\"in-article\" data-ad-format=\"fluid\"><\/ins><br \/>\n<script>(adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});<\/script><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Patienten, die an einer Unterfunktion der Nebenschilddr\u00fcsen, dem sogenannten Hypoparathyreoidismus, leiden, m\u00fcssen h\u00e4ufig das Vitamin D-Derivat Dihydrotachysterol (Handelsname AT10\u00ae oder Tachystin\u00ae) als Kalziumregulator einnehmen. 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