{"id":9004,"date":"2021-06-21T09:57:22","date_gmt":"2021-06-21T07:57:22","guid":{"rendered":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=9004"},"modified":"2025-08-05T08:09:41","modified_gmt":"2025-08-05T06:09:41","slug":"gute-impfwirkung-trotz-immunerkrankung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/gute-impfwirkung-trotz-immunerkrankung\/","title":{"rendered":"Gute Impfwirkung trotz Immunerkrankung"},"content":{"rendered":"<p>Nachfolgend eine interessante Ver\u00f6ffentlichung zur Vertr\u00e4glichkeit und Wirksamkeit der Impfung gegen das Coronavirus bei Autoimmunerkrankungen. Ob die Studienergebnisse 1:1 auf Hashimoto-Thyreoiditis und Morbus Basedow-Erkrankte \u00fcbertragbar sind, ist allerdings unklar.<\/p>\n<p>Erlanger Studie liefert neue Erkenntnisse \u00fcber die Corona-Schutzimpfung bei Patienten mit chronisch-entz\u00fcndlichen Erkrankungen<\/p>\n<p>Rheuma, Darmentz\u00fcndung und Schuppenflechte sind Beispiele f\u00fcr Erkrankungen, bei denen das Immunsystem falsch und \u00fcberschie\u00dfend reagiert und Betroffene einer intensiven Behandlung mit entz\u00fcndungshemmenden Medikamenten bed\u00fcrfen. Wie gut solche Patienten auf eine Corona-Impfung ansprechen, wurde nun von Wissenschaftlern des Deutschen Zentrums Immuntherapie (DZI; Sprecher: Prof. Dr. Markus F. Neurath und Prof. Dr. med. univ. Georg Schett) am Universit\u00e4tsklinikum Erlangen untersucht. Ihre Studie z\u00e4hlt zu den weltweit ersten Forschungsarbeiten, die sich mit dieser Thematik befassen und Ergebnisse erbracht haben. Die Studie wurde nun in der wissenschaftlichen Fachzeitschrift \u201eAnnals of the Rheumatic Diseases\u201c ver\u00f6ffentlicht.<!--more--><br \/>\n<strong><br \/>\nDie gute Nachricht zuerst: Die Corona-Impfung ist f\u00fcr Patienten mit chronisch-entz\u00fcndlichen Erkrankungen sogar vertr\u00e4glicher als f\u00fcr Gesunde. So kamen Reaktionen an der Einstichstelle, Kopfschmerzen, Sch\u00fcttelfrost oder Gelenkschmerzen bei Patienten mit Immuntherapien deutlich seltener vor als bei Gesunden.<\/strong> Mit diesem Studienergebnis k\u00f6nnen die Erlanger Experten das Ger\u00fccht entkr\u00e4ften, dass Patienten mit Rheuma, Darmentz\u00fcndung und Schuppenflechte aufgrund ihres ver\u00e4nderten Immunsystems vielleicht eine \u00fcberschie\u00dfende Reaktion auf die Corona-Impfung erleiden. Fazit: Bei Menschen mit chronisch-entz\u00fcndlichen Erkrankungen spricht nichts gegen eine Corona-Impfung.<br \/>\n<strong><br \/>\nDie weniger gute Nachricht ist, dass nicht alle Patienten mit entz\u00fcndlichen Erkrankungen auch ausreichend auf die Corona-Impfung mit einem m-RNA-Impfstoff ansprechen und einen Immunschutz gegen SARS-CoV-2 entwickeln<\/strong>. W\u00e4hrend von knapp 270 Probanden nur einer von hundert Gesunden (1:100) keine neutralisierenden Antik\u00f6rper gegen das Coronavirus entwickelt, ist es bei Patienten mit einer Immuntherapie hingegen einer von zehn (1:10). Im Umkehrschluss bedeutet dies allerdings auch, dass die allermeisten Patienten mit chronisch-entz\u00fcndlichen Erkrankungen gut auf die Impfung ansprechen. Interessanterweise sind die entz\u00fcndungshemmenden Therapien offensichtlich gar nicht die Ursache f\u00fcr das verminderte Ansprechen mancher Patienten, sondern die Erkrankung an sich. Somit gibt es auch keinen Grund daf\u00fcr, mit der Einnahme dieser Medikamente zum Impftermin zu pausieren, sagen die Leiter der Erlanger Studie.<\/p>\n<p>\u201eNicht alle reagieren gleich!\u201c, meint PD Dr. David Simon, Assistenzarzt der Medizinischen Klinik 3 \u2013 Rheumatologie und Immunologie (Direktor: Prof. Dr. med. univ. Georg Schett) des Uni-Klinikums Erlangen, der die Studie betreut. \u201eDeshalb ist es bei Patienten mit chronisch-entz\u00fcndlichen Erkrankungen ratsam, die Impfantwort zwei Wochen nach der zweiten Impfung zu bestimmen.\u201c Im Falle eines Nicht-Ansprechens sind grunds\u00e4tzlich verschiedene Wege denkbar, wobei der wohl beste eine neuerliche Impfung ist \u2013 idealerweise dann auch mit einem anderen Impfpr\u00e4parat. W\u00e4hrend aktuell ein starres Impfregime f\u00fcr die Eind\u00e4mmung der Corona-Pandemie von zentraler Bedeutung ist, wird es in Zukunft in gewissen F\u00e4llen sicherlich notwendig sein, die Impfstrategie individuell anzupassen, eine neuerliche (dritte) Impfung durchzuf\u00fchren bzw. auch das Impfpr\u00e4parat zu wechseln.<\/p>\n<p>Die Studie wurde am Deutschen Zentrum Immuntherapie am Universit\u00e4tsklinikum Erlangen unter der Leitung von Prof. Dr. med. univ. Georg Schett (Direktor der Medizinischen Klinik 3 \u2013 Rheumatologie und Immunologie), Prof. Dr. Markus F. Neurath (Direktor der Medizinischen Klinik 1 \u2013 Gastroenterologie, Pneumologie und Endokrinologie), Prof. Dr. Carola Berking und Prof. Dr. Michael Sticherling (Direktorin und stv. Direktor der Hautklinik) durchgef\u00fchrt. Unterst\u00fctzt wurden die Forscher durch Mittel des Freistaats Bayern, der Schreiber Stiftung sowie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (Sonderforschungsbereich 1181).<\/p>\n<p>Quelle: dzi.uke-erlangen.de (Link war am 14.09.23 nicht mehr erreichbar und wurde gel\u00f6scht)<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>SDG-Tipp: <a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/coronavirus-covid-19-und-schilddruesenerkrankungen-hashimoto-thyreoiditis-morbus-basedow\/\">Coronavirus, COVID-19 und Schilddr\u00fcsenerkrankungen (Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow)<\/a> &#8230; eine \u00dcbersicht aller bisher zu diesem Thema auf www.schilddruesenguide.de ver\u00f6ffentlichten Artikel<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachfolgend eine interessante Ver\u00f6ffentlichung zur Vertr\u00e4glichkeit und Wirksamkeit der Impfung gegen das Coronavirus bei Autoimmunerkrankungen. 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