{"id":9000,"date":"2021-06-15T10:52:12","date_gmt":"2021-06-15T08:52:12","guid":{"rendered":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=9000"},"modified":"2025-08-05T08:09:57","modified_gmt":"2025-08-05T06:09:57","slug":"cortisontherapie-von-der-natur-lernen-und-nebenwirkungen-verringern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/cortisontherapie-von-der-natur-lernen-und-nebenwirkungen-verringern\/","title":{"rendered":"Cortisontherapie: Von der Natur lernen und Nebenwirkungen verringern"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ich ver\u00f6ffentliche die nachfolgende Pressemitteilung, weil Cortison die Standardtherapie bei Endokriner Orbitopathie (Augenbeteiligung beim Morbus Basedow) ist. Das Thema d\u00fcrfte von daher auch etliche Schilddr\u00fcsenpatientInnen interessieren.<\/strong><\/p>\n<p><em>Autoimmunerkrankungen, Allergien, Entz\u00fcndungen: Eine Therapie mit Glukokortikoiden kann Wunder wirken, manchmal sogar Leben retten. Doch Patientinnen und Patienten haben \u2013 gerade bei Anwendungen, die l\u00e4nger als vier Wochen dauern \u2013 oft Angst vor Nebenwirkungen. Dazu geh\u00f6ren etwa ein \u201eMondgesicht\u201c, Gewichtszunahme, aber auch Osteoporose und Thrombosen. Doch vieles davon l\u00e4sst sich abmildern. Voraussetzung ist ein Grundwissen \u00fcber die Abl\u00e4ufe rund um das Hormon im K\u00f6rper und wie man ihnen flexibel begegnen kann.<\/em><!--more--><\/p>\n<p>Was Patientinnen und Patienten \u00fcber eine Therapie mit dem Stresshormon wissen sollten, erl\u00e4utern Experten auf der gemeinsamen Online-Pressekonferenz der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Endokrinologie (DGE) am Mittwoch, den 16. Juni 2021 um 11.00 Uhr.<\/p>\n<p>Glukokortikoide, umgangssprachlich h\u00e4ufig Cortison genannt, geh\u00f6ren in Deutschland zu den am H\u00e4ufigsten verordneten Medikamenten. So lag das Prednisolon-Pr\u00e4parat nur eines Herstellers mit knapp 3,5 Millionen Verordnungen im Jahr 2019 bei den gesetzlich Krankenversicherten auf Platz 24 (1). Doch hinter dem Begriff \u201eGlukokortikoide\u201c verbergen sich verschiedene Substanzen, die auch in ihrer Wirkkraft und Wirkdauer sehr unterschiedlich sind. Den Ausgang bildet das k\u00f6rpereigene Hormon Cortisol, das in den Nebennieren gebildet wird. Um eine bessere Wirksamkeit zu erreichen, wurden verschiedene k\u00fcnstlich hergestellte Glukokortikoide weiterentwickelt, die ihm nachempfunden sind. Prednisolon etwa wirkt je nach Darreichungsform vier- bis f\u00fcnfmal st\u00e4rker als der nat\u00fcrliche Ausgangsstoff, Dexamethason sogar 30-mal mehr. \u201eDies ist wichtig zu wissen, wenn man \u00fcber diese Substanzgruppe spricht\u201c, sagt Professor Dr. med. Stephan Petersenn von der ENDOC Praxis f\u00fcr Endokrinologie und Andrologie in Hamburg und zuk\u00fcnftiger Mediensprecher der DGE (ab 1. Juli 2021).<\/p>\n<p>Ebenso wichtig ist die Kenntnis der Symptome sowohl einer \u00dcber- als auch Unterversorgung mit Glukokortikoiden. \u201eHier k\u00f6nnen wir viel von Krankheitsbildern lernen, die mit einer Erh\u00f6hung oder Verringerung des Cortisolspiegels einhergehen.\u201c Ein Zuviel an Cortisol, wie etwa beim Cushing-Syndrom, f\u00fchrt unter anderem zu dem gef\u00fcrchteten Aufschwemmen des K\u00f6rpers bei gleichzeitigem Muskelverlust. Ein Mangel des Stresshormons, der etwa bei einer Schw\u00e4chung der Nebennierenrinde vorkommt, hat h\u00e4ufig einen dramatischen Leistungsverlust, Muskel- oder Gelenkschmerzen wie bei einer Grippe, M\u00fcdigkeit und das Gef\u00fchl von Unterzuckerung zur Folge. \u201eDiese mitunter drastischen Folgen f\u00fcr den K\u00f6rper lehren uns, auch \u00dcber- und Unterversorgung mit Glukokortikoiden im Rahmen einer Therapie fr\u00fchzeitig zu erkennen und gegebenenfalls gegenzusteuern\u201c, so Petersenn.<\/p>\n<p>Was viele ebenfalls nicht wissen: Der Cortisolspiegel hat einen eigenen Tagesrhythmus \u2013 morgens ist er am h\u00f6chsten. Dar\u00fcber hinaus steigt er bei gr\u00f6\u00dferen Anforderungen wie seelischem und k\u00f6rperlichem Stress. In Ruhe f\u00e4llt der Wert. \u201eSobald Patienten mit einem k\u00f6rpereigenen Mangel an Cortisol, also etwa Fieber und Gliederschmerzen bekommen, kann die Dosis zu niedrig sein\u201c, so Petersenn. Patienten, die l\u00e4nger Glukokortikoide einnehmen oder an einer St\u00f6rung der Produktion leiden, sollten deshalb genau \u00fcber diese Symptome, aber auch das t\u00e4gliche Auf und Ab dieses Hormons geschult werden. So l\u00e4sst sich das pers\u00f6nliche Befinden besser einordnen und gegebenenfalls einer Unter- oder \u00dcberversorgung vorbeugen. \u201eEine gro\u00dfe Hilfe bei der Schulung kann hier die Unterst\u00fctzung durch speziell weitergebildete qualifizierte Endokrinologie-Assistenten DGE sein.\u201c (2)<\/p>\n<p>Ebenso k\u00f6nnen \u00c4rzte m\u00f6glichen Nebenwirkungen einer Glukokortikoid-Therapie entgegenwirken. \u201eDem Risiko, eine Osteoporose zu entwickeln, k\u00f6nnen wir mit einer t\u00e4glichen Gabe von 1000 I.E. Vitamin D und je nach Situation mit zus\u00e4tzlichen knochensch\u00fctzenden Medikamenten begegnen; der Thrombosegefahr l\u00e4sst sich bei besonders gef\u00e4hrdeten Patienten mit einer klassischen Antikoagulations-Therapie vorbeugen\u201c, nennt er Beispiele.<\/p>\n<p>\u201eKenntnisreich und verantwortungsvoll angewendet, kann die Therapie mit Glukokortikoiden eine segensreiche und Lebens(qualit\u00e4t) rettende Ma\u00dfnahme bei v\u00f6llig verschiedenen Erkrankungen sein\u201c, fasst DGE-Pressesprecher Professor Dr. med. Matthias Weber aus Mainz zusammen. \u201eDoch \u00c4rzte und Patienten m\u00fcssen gleicherma\u00dfen gut Bescheid wissen.\u201c<\/p>\n<p>Wann eine Glukokortikoidtherapie sinnvoll ist und welche Alternativen es dazu heute gibt, sind weitere Themen auf der gemeinsamen Online-Pressekonferenz der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) und der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Endokrinologie (DGE) am Mittwoch, den 16. Juni 2021 um 11.00 Uhr.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news770709\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">idw-online.de<\/a> (Link gepr\u00fcft am 14.09.23)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich ver\u00f6ffentliche die nachfolgende Pressemitteilung, weil Cortison die Standardtherapie bei Endokriner Orbitopathie (Augenbeteiligung beim Morbus Basedow) ist. Das Thema d\u00fcrfte von daher auch etliche Schilddr\u00fcsenpatientInnen interessieren. Autoimmunerkrankungen, Allergien, Entz\u00fcndungen: Eine Therapie mit Glukokortikoiden kann Wunder wirken, manchmal sogar Leben retten. 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