{"id":8916,"date":"2021-05-01T10:35:43","date_gmt":"2021-05-01T08:35:43","guid":{"rendered":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=8916"},"modified":"2025-08-05T08:10:19","modified_gmt":"2025-08-05T06:10:19","slug":"typ-1-diabetes-und-hashimoto-thyreoiditis-treten-haeufig-gemeinsam-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/typ-1-diabetes-und-hashimoto-thyreoiditis-treten-haeufig-gemeinsam-auf\/","title":{"rendered":"Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis treten h\u00e4ufig gemeinsam auf"},"content":{"rendered":"<p>H\u00e4ufig erkranken Menschen sowohl an Typ-1-Diabetes als auch an einer Schilddr\u00fcsen-Unterfunktion, der Hashimoto-Thyreoiditis, die mit psychischen und kognitiven Problemen einhergehen kann. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) m\u00f6chte anl\u00e4sslich der Schilddr\u00fcsenwoche vom 26. bis 30. April 2021 behandelnde \u00c4rzte auf den Zusammenhang zwischen Typ-1-Diabetes, Hashimoto-Thyreoiditis und psychischen und kognitiven Beeintr\u00e4chtigungen hinweisen.<!--more--><\/p>\n<p>Menschen mit Typ-1-Diabetes leiden doppelt so oft an einer Unterfunktion der Schilddr\u00fcse (Hypothyreose) wie Menschen ohne Diabetes. Eine Hypothyreose ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der die Schilddr\u00fcse zu wenig Hormone bildet; infolgedessen ist der Stoffwechsel verlangsamt und die Leistungsf\u00e4higkeit ist reduziert. Frauen sind h\u00e4ufiger betroffen als M\u00e4nner. Eine m\u00f6gliche Ursache ist die Hashimoto-Thyreoiditis, eine Autoimmunerkrankung, bei der die Schilddr\u00fcse dauerhaft entz\u00fcndet ist, weil der eigene K\u00f6rper Antik\u00f6rper gegen die Schilddr\u00fcse bildet.<\/p>\n<p>Der Krankheitsverlauf ist schleichend: Manchmal entsteht die Unterfunktion erst Monate oder sogar Jahre, nachdem die Antik\u00f6rper gegen die Schilddr\u00fcse im Blut zum ersten Mal nachweisbar sind. Erst wenn die Konzentrationen der Schilddr\u00fcsenhormone T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) reduziert sind, liegt eine manifeste Hypothyreose vor. Dies ist h\u00e4ufig auch der Zeitpunkt, an dem die Diagnose erstmals gestellt wird. Die Therapie besteht aus einer lebenslangen Einnahme des k\u00fcnstlich hergestellten Hormons L-Thyroxin, mit dem die Symptome sehr gut zu behandeln sind.<\/p>\n<p>Die Schilddr\u00fcse beeinflusst auch Stimmung und kognitive Funktionen. Eine Unterfunktion kann deshalb Aufmerksamkeitsst\u00f6rungen, Konzentrations- und Ged\u00e4chtnisprobleme sowie depressive Verstimmungen und Angstst\u00f6rungen verursachen. \u201eMenschen mit Typ-1-Diabetes haben nicht nur ein hohes Risiko f\u00fcr eine Hashimoto-Thyreoiditis, sie sind auch durch psychische Erkrankungen gef\u00e4hrdet\u201c, warnt Professor Dr. med. Karsten M\u00fcssig, Chefarzt der Klinik f\u00fcr Innere Medizin und Gastroenterologie am Franziskus-Hospital Harderberg.<\/p>\n<p>Bildgebende Verfahren lassen vermuten, dass diese Beeintr\u00e4chtigungen mit Durchblutungsst\u00f6rungen in bestimmten Arealen des Gehirns vergesellschaftet sind. \u201eM\u00f6glicherweise entstehen die psychischen und kognitiven Probleme bei Hashimoto-Thyreoiditis durch Ver\u00e4nderungen im Immunsystem sowie im Neurotransmitterhaushalt\u201c, erg\u00e4nzt Professor M\u00fcssig, Facharzt f\u00fcr Innere Medizin, Endokrinologie, Diabetologie, Nephrologie und Ern\u00e4hrungsmedizin DAEM\/DGEM.<\/p>\n<p>Eine aktuelle Studie, die Alexander Eckert vom Institut f\u00fcr Epidemiologie und Medizinische Biometrie der Universit\u00e4t Ulm mit seinen Kollegen 2020 im Journal of Diabetes publiziert hat, erweitert diesen Ansatz. Die Wissenschaftler untersuchten an einer gro\u00dfen Gruppe von Probanden zwischen 11 und 25 Jahren, ob psychische Erkrankungen bei jungen Menschen mit Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis h\u00e4ufiger sind als bei Menschen mit Typ-1-Diabetes ohne Hashimoto-Thyreoiditis. \u201eMenschen mit Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis, die mit L-Thyroxin behandelt werden mussten, litten deutlich h\u00e4ufiger unter psychischen Beschwerden als solche, die zwar Schilddr\u00fcsenautoantik\u00f6rper aufwiesen, aber noch keine medikament\u00f6se Therapie brauchten\u201c, berichtet Professorin Dr. med. Monika Kellerer, Vorsitzende der DDG .<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich der Schilddr\u00fcsenwoche vom 26. bis 30. April 2021 m\u00f6chte die DDG aufkl\u00e4ren und auf den Zusammenhang zwischen Typ-1-Diabetes, Hashimoto-Thyreoiditis und psychischen und kognitiven Probleme aufmerksam machen. \u201e\u00c4rzte m\u00fcssen bei Menschen mit Typ-1-Diabetes und Hashimoto-Thyreoiditis immer auch auf psychische und kognitive Beeintr\u00e4chtigungen bei ihren Patienten achten. Auch sollten \u00c4rzte bei Menschen mit Typ-1-Diabetes und beispielsweise einer Depression auch an eine Hashimoto-Thyreoiditis denken\u201c, mahnt Professorin Kellerer, Fach\u00e4rztin f\u00fcr Innere Medizin, Diabetologie und Endokrinologie und \u00c4rztliche Direktorin am Marienhospital in Stuttgart.<\/p>\n<p>Eckert, Alexander, Are psychiatric disorders associated with thyroid hormone therapy in adolescents and young adults with type 1 diabetes? In: Journal of Diabetes (2020), https:\/\/doi.org\/10.1111\/1753-0407.13145.<\/p>\n<p>Thomas Leyhe, Karsten M\u00fcssig, Cognitive and affective dysfunctions in autoimmune thyroiditis. In: Brain, Behavior, and Immunity (2014, 41), Pages 261-266, https:\/\/doi.org\/10.1016\/j.bbi.2014.03.008.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news767804\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">idw-online.de<\/a> (Link gepr\u00fcft am 14.09.23)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>H\u00e4ufig erkranken Menschen sowohl an Typ-1-Diabetes als auch an einer Schilddr\u00fcsen-Unterfunktion, der Hashimoto-Thyreoiditis, die mit psychischen und kognitiven Problemen einhergehen kann. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) m\u00f6chte anl\u00e4sslich der Schilddr\u00fcsenwoche vom 26. bis 30. 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