{"id":8508,"date":"2020-09-25T10:09:39","date_gmt":"2020-09-25T08:09:39","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=8508"},"modified":"2025-08-05T08:13:58","modified_gmt":"2025-08-05T06:13:58","slug":"spitzenmedizin-fuer-die-schilddruese","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/spitzenmedizin-fuer-die-schilddruese\/","title":{"rendered":"Spitzenmedizin f\u00fcr die Schilddr\u00fcse"},"content":{"rendered":"<p>Klein, aber f\u00fcr unseren Organismus unentbehrlich: Die Schilddr\u00fcse ist eine der wichtigsten hormonproduzierenden Dr\u00fcsen im K\u00f6rper. Dabei beeinflussen ihre Hormone nicht nur organische Vorg\u00e4nge wie Kreislauf, Verdauung oder Energiestoffwechsel, sondern sie wirken auch auf Gehirnaktivit\u00e4t und Psyche. Eine hormonelle Fehlfunktion wie eine Unter- oder \u00dcberfunktion, etwa als Folge einer Autoimmunerkrankung (Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow), k\u00f6nnen deshalb eine Vielzahl von gesundheitlichen Beeintr\u00e4chtigungen im gesamten K\u00f6rper nach sich ziehen.<!--more--><\/p>\n<p>Es gibt aber auch Ver\u00e4nderungen, die lange Zeit symptomlos bleiben. Dazu geh\u00f6ren zum Beispiel Schilddr\u00fcsenknoten, die oft erst ab einer gewissen Gr\u00f6\u00dfe Beschwerden wie Druckgef\u00fchl oder Schluckbeschwerden ausl\u00f6sen. Sie sind im Jodmangelgebiet Deutschland sehr h\u00e4ufig und betreffen mit zunehmendem Alter fast 50 Prozent der Bev\u00f6lkerung. Sie k\u00f6nnen \u00fcberaktiv sein und dabei zu einer Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion f\u00fchren. Wenn die Knoten jedoch kalt sind, kann sich dahinter in seltenen F\u00e4llen ein Schilddr\u00fcsenkarzinom verbergen. Das Schilddr\u00fcsenkarzinom ist zwar der h\u00e4ufigste Krebs endokriner Organe, doch de facto sind weniger als ein Prozent aller Schilddr\u00fcsenknoten b\u00f6sartig. Umso wichtiger ist eine detaillierte Abkl\u00e4rung von Schilddr\u00fcsenknoten. Auf diese Weise k\u00f6nnen nicht nur fr\u00fchzeitig Schilddr\u00fcsenkarzinome entdeckt und rechtzeitig einer ad\u00e4quaten Therapie zugef\u00fchrt werden, sondern in den allermeisten F\u00e4llen kann auch ein Schilddr\u00fcsenkarzinom ausgeschlossen und so unn\u00f6tige Operationen vermieden werden. \u201eLeider ist es so, dass in Deutschland Patienten mit Schilddr\u00fcsenknoten h\u00e4ufig immer noch zu schnell und ohne detaillierte Abkl\u00e4rung durch eine\/n Schilddr\u00fcsenexperten\/in operiert werden. In der \u00fcberwiegenden Zahl der F\u00e4lle kann der Eingriff jedoch durch eine eingehende Untersuchung mittels Ultraschall, Szintigraphie und Feinnadelpunktion vermieden werden. An unserem Zentrum besteht daher eine enge Kooperation zwischen der Chirurgie (Direktor: Prof. Dr. Jens Werner) und der Endokrinologie sowie Nuklearmedizin, um einen sinnvollen Einsatz der chirurgischen M\u00f6glichkeiten sicherzustellen\u201c, sagt Prof. Christine Spitzweg, die Ober\u00e4rztin an der Medizinischen Klinik und Poliklinik IV (Direktor: Prof. Dr. Martin Reincke) sowie Leiterin des Interdisziplin\u00e4ren Schilddr\u00fcsenzentrums ist. Au\u00dferdem ist Frau Prof. Spitzweg Co-Leiterin des Neuroendokrinen Tumorzentrums (GEPNET-KUM) (Leiter: Prof. Dr. Christoph Auernhammer).<\/p>\n<p>Am LMU Klinikum k\u00fcmmert sich das multidisziplin\u00e4re \u00c4rzteteam des Interdisziplin\u00e4ren Schilddr\u00fcsenzentrums (ISKUM) um alle Erkrankungen des Organs. Zur besonderen Expertise des ISKUM geh\u00f6rt die Behandlung von Schilddr\u00fcsenkarzinomen. Insbesondere die fortgeschrittenen, metastasierten Schilddr\u00fcsenkarzinome stehen im Fokus des ISKUM. Denn erweist sich ein Schilddr\u00fcsenknoten als b\u00f6sartiger Tumor, ist eine sorgf\u00e4ltige leitlinienbasierte Planung und Umsetzung der Therapiestrategie eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr das \u00e4rztliche Ziel einer vollst\u00e4ndigen Heilung. \u201eAktuell arbeitet in Deutschland ein interdisziplin\u00e4res Expertengremium an der Verfassung neuer Leitlinien f\u00fcr die Diagnostik und Therapie von Schilddr\u00fcsenkarzinomen, die sich an internationalen Leitlinien orientieren und ein individualisiertes Therapiekonzept zum Ziel haben. Vertreter des ISKUM sind federf\u00fchrend beteiligt\u201c, erkl\u00e4rt Frau Prof. Spitzweg.<\/p>\n<p><strong>Prof. Dr. Christine Spitzweg erh\u00e4lt ein Academic Appointment als Adjunct Professor of Medicine an der renommierten Mayo Clinic in Rochester, Minnesota, USA \u2013 gro\u00dfe Auszeichnung f\u00fcr Prof. Spitzweg<\/strong><\/p>\n<p>Prof. Christine Spitzweg ist eine weltweit anerkannte Expertin auf ihrem Gebiet. Als erste, nicht in den USA t\u00e4tige europ\u00e4ische Forscherin erhielt die Internistin, Endokrinologin und Diabetologin 2014 den \u201eVan-Meter-Preis\u201c, der j\u00e4hrlich f\u00fcr herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Schilddr\u00fcse von der amerikanischen Schilddr\u00fcsen-Gesellschaft (American Thyroid Association) verliehen wird. Seitdem folgten zahlreiche weitere internationale Auszeichnungen. So wurde sie unter anderem als erste Nicht-Amerikanerin in das Direktorengremium der amerikanischen Schilddr\u00fcsengesellschaft gew\u00e4hlt und ganz aktuell als erste Deutsche in das Direktorengremium der International Thyroid Oncology Group aufgenommen, ein international f\u00fchrendes Expertengremium, das sich f\u00fcr die Entwicklung neuer Therapieans\u00e4tze f\u00fcr Patienten mit fortgeschrittenen Schilddr\u00fcsenkarzinomen einsetzt. F\u00fcr den Jahreskongress der amerikanischen Schilddr\u00fcsengesellschaft im n\u00e4chsten Jahr in Scottsdale, Arizona, wurde sie k\u00fcrzlich zur Vorsitzenden des Programmkomitees ernannt.<\/p>\n<p>Nun wurde Prof. Christine Spitzweg von der renommierten und weltweit zu den h\u00f6chstrangigsten Kliniken z\u00e4hlenden Mayo Clinic in Rochester (Minnesota, USA) zur nebenamtlichen Professorin f\u00fcr Innere Medizin ernannt (Academic Appointment als Adjunct Professor of Medicine sowie Research Collaborator Appointment in der Division of Endocrinology, Diabetes, Metabolism and Nutrition im Department of Medicine). \u201eSeit meinem Postdoc Fellowship, das ich an der Mayo Clinic zwischen 1998 und 2001 absolviert habe, habe ich eine enge Kooperation mit meinen Mayo Kollegen*innen in der Endokrinologie, der endokrinen Onkologie und Molekularen Medizin sowohl in der Klinik als auch in der Forschung aufrechterhalten. Dies hat meine klinische und wissenschaftliche Ausbildung enorm gepr\u00e4gt und mir den Weg bereitet, mich heute zu den international f\u00fchrenden Schilddr\u00fcsenexpertinnen z\u00e4hlen zu d\u00fcrfen. Diese Ernennung, die die gro\u00dfe Wertsch\u00e4tzung und internationale Anerkennung meiner klinischen und wissenschaftlichen Arbeit widerspiegelt, freut und ehrt mich ganz besonders\u201c, sagt Prof. Spitzweg.<\/p>\n<p><strong>Interdisziplin\u00e4re Zusammenarbeit im ISKUM<\/strong><\/p>\n<p>Nicht zuletzt das internationale Renomm\u00e9e von Prof. Spitzweg tr\u00e4gt mit dazu bei, dass Patienten aus der ganzen Welt anreisen, um sich im Interdisziplin\u00e4ren Schilddr\u00fcsenzentrum am LMU Klinikum in M\u00fcnchen untersuchen und behandeln zu lassen. \u201eGerade bei einem Schilddr\u00fcsenkarzinom k\u00f6nnen wir dank neuer diagnostischer und therapeutischer Entwicklungen inzwischen sehr viel gezielter, risikoadaptierter und individualisierter vorgehen\u201c, sagt Prof. Spitzweg. Zusammen mit der Nuklearmedizin (Direktor: Prof. Dr. Peter Bartenstein) arbeitet das Team um Christine Spitzweg mittels neuer molekular gezielter Therapien an Strategien, um die Radioiodtherapie &#8211; als die zentrale systemische Therapie bei metastasierten differenzierten Schilddr\u00fcsenkarzinomen &#8211; auch bei Patienten wieder zu erm\u00f6glichen, deren Tumor aufgeh\u00f6rt hat, Radioiod zu speichern.<\/p>\n<p>Patienten mit einem anaplastischen Schilddr\u00fcsenkarzinom, einem der aggressivsten Tumoren \u00fcberhaupt und deshalb eine gro\u00dfe Herausforderung an das Behandlungsteam, werden in enger Kooperation mit der Radioonkologie (Direktor: Prof. Dr. Claus Belka) behandelt. \u201eF\u00fcr das medull\u00e4re Schilddr\u00fcsenkarzinom haben wir sehr fr\u00fch an der Evaluation ganz neuer zielgerichteter Therapien in enger Zusammenarbeit mit dem Comprehensive Cancer Center (Direktor: Prof. Dr. Volker Heinemann) mitgewirkt. Diese sogenannten selektiven RET-Inhibitoren revolutionieren die Therapie dieser Patienten\u201c, erl\u00e4utert Spitzweg.<\/p>\n<p>Insgesamt profitiert der Patient von der engen interdisziplin\u00e4ren Zusammenarbeit f\u00fchrender Experten*innen verschiedenster Fachrichtungen, die das ISKUM auszeichnet \u2013 nicht zuletzt auch durch die Einbindung in das Comprehensive Cancer Center am LMU Klinikum, das ein hervorragendes Zusammenspiel aller Disziplinen wie der Endokrinologie, Nuklearmedizin, Chirurgie, Labormedizin, Pathologie, Onkologie, Strahlentherapie und Radiologie in einzigartiger Weise erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.lmu-klinikum.de\/aktuelles\/pressemitteilungen\/spitzenmedizin-fur-die-schilddruse\/40d1c8ca3c98f752\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">lmu-klinikum.de<\/a> (Link gepr\u00fcft am 14.09.23)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Klein, aber f\u00fcr unseren Organismus unentbehrlich: Die Schilddr\u00fcse ist eine der wichtigsten hormonproduzierenden Dr\u00fcsen im K\u00f6rper. 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