{"id":835,"date":"2010-09-09T11:21:45","date_gmt":"2010-09-09T09:21:45","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=835"},"modified":"2025-09-10T09:25:32","modified_gmt":"2025-09-10T07:25:32","slug":"multiple-sklerose","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/multiple-sklerose\/","title":{"rendered":"Multiple Sklerose &#8211; Was hat das mit der Schilddr\u00fcse zu tun?"},"content":{"rendered":"<p>Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entz\u00fcndliche Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS). Bei den meisten Betroffenen verl\u00e4uft sie schubf\u00f6rmig \u2013 mit Phasen, in denen neue Symptome auftreten oder sich bestehende verschlechtern. MS wird heute als Autoimmunerkrankung angesehen, bei der das k\u00f6rpereigene Immunsystem irrt\u00fcmlich die Myelinscheiden der Nervenzellen angreift, also die Schutzschicht, die f\u00fcr eine reibungslose Reizweiterleitung im Nervensystem sorgt.<!--more--><\/p>\n<h2>Ursachen &amp; Risikofaktoren<\/h2>\n<p>Die genauen Ursachen der MS sind bis heute nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt. Als Ausl\u00f6ser vermutet man eine Kombination aus:<\/p>\n<ul>\n<li>genetischer Veranlagung<\/li>\n<li>Umweltfaktoren (z.\u202fB. Vitamin-D-Mangel, Virusinfektionen)<\/li>\n<li>Fehlreaktionen des Immunsystems<\/li>\n<\/ul>\n<p>Was auff\u00e4llt: Frauen sind rund doppelt so h\u00e4ufig betroffen wie M\u00e4nner, und die Erkrankung beginnt meist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr. Damit \u00e4hnelt das Krankheitsprofil in vielerlei Hinsicht auch dem von Hashimoto-Thyreoiditis und anderen autoimmunen Schilddr\u00fcsenerkrankungen.<\/p>\n<div class=\"infobox\" style=\"border: 1px solid #ccc; background-color: #f9f9f9; padding: 1.5em; margin: 2em 0;\">\n<h3 style=\"margin-top: 0;\">Studien: Zusammenhang zwischen MS und Schilddr\u00fcsenerkrankungen<\/h3>\n<p>Einige Studien belegen, dass <strong>Multiple Sklerose<\/strong> h\u00e4ufiger zusammen mit <strong>autoimmunen Schilddr\u00fcsenerkrankungen<\/strong> wie Hashimoto-Thyreoiditis auftritt. Hier ein \u00dcberblick \u00fcber die Forschungsergebnisse:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Zivadinov u.a.:<\/strong> In einer gro\u00dfen Kohortenstudie litten 11,9\u202f% der MS-PatientInnen auch an Schilddr\u00fcsenerkrankungen. Diese Komorbidit\u00e4ten waren mit st\u00e4rkeren Hirnver\u00e4nderungen assoziiert. (<a href=\"https:\/\/www.ajnr.org\/content\/early\/2016\/02\/18\/ajnr.A4681\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quelle<\/a>)<\/li>\n<li><strong>Gautam u.a.:<\/strong> MS-PatientInnen haben ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr autoimmune Schilddr\u00fcsenerkrankungen und die Entwicklung einer Schilddr\u00fcsenunterfunktion. (<a href=\"https:\/\/pubmed.ncbi.nlm.nih.gov\/37925961\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quelle<\/a>)<\/li>\n<li><strong>Dobson u.a.:<\/strong> Schilddr\u00fcsenerkrankungen sind die h\u00e4ufigsten autoimmunen Komorbidit\u00e4ten bei MS. Mit Blick darauf werden genetische \u00dcberschneidungen vermutet. (<a href=\"https:\/\/link.springer.com\/article\/10.1007\/s00415-012-6790-1\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quelle<\/a>)<\/li>\n<li><strong>Munteis u.a.:<\/strong> Schilddr\u00fcsenautoantik\u00f6rper waren bei MS-PatientInnen deutlich h\u00e4ufiger als in der Kontrollgruppe. (<a href=\"https:\/\/onlinelibrary.wiley.com\/doi\/abs\/10.1111\/j.1468-1331.2007.01882.x\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Quelle<\/a>)<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Fazit:<\/strong> Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto und MS treten nicht selten gemeinsam auf. Bestehen Symptome aus beiden Bereichen, sollte gezielt nach einer Doppel-Diagnose gesucht werden.<\/p>\n<\/div>\n<h2>Gemeinsame Schnittstellen: MS &amp; Autoimmunthyreoiditis<\/h2>\n<p>In der wissenschaftlichen Literatur wird zunehmend diskutiert, dass bei Menschen mit MS h\u00e4ufig auch St\u00f6rungen der Schilddr\u00fcse auftreten \u2013 insbesondere Hashimoto-Thyreoiditis oder seltener Morbus Basedow.<\/p>\n<p><strong>M\u00f6gliche Verbindungen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Beide Krankheiten sind autoimmun bedingt und zeigen sich oft bei jungen Frauen.<\/li>\n<li>Es gibt Hinweise, dass bestimmte genetische Faktoren (z.\u202fB. HLA-DR-Varianten) sowohl MS als auch Hashimoto beg\u00fcnstigen k\u00f6nnten.<\/li>\n<li>Auch chronische Entz\u00fcndungen und ein gest\u00f6rtes Gleichgewicht der T-Helferzellen scheinen bei beiden Erkrankungen eine Rolle zu spielen.<\/li>\n<li>Bei manchen MS-PatientInnen kommt es im Verlauf zu einer Schilddr\u00fcsenfehlfunktion, m\u00f6glicherweise auch als Nebenwirkung einer Immuntherapie.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Einige Studien deuten sogar darauf hin, dass Autoimmunerkrankungen sich gegenseitig &#8222;beg\u00fcnstigen&#8220; k\u00f6nnen \u2013 d.\u202fh. wer eine hat, tr\u00e4gt ein erh\u00f6htes Risiko, eine weitere zu entwickeln.<\/p>\n<p><strong>Warum das f\u00fcr Schilddr\u00fcsenpatientInnen wichtig ist:<\/strong><\/p>\n<p>Wenn Sie bereits eine Diagnose wie Hashimoto-Thyreoiditis haben und zus\u00e4tzlich unter neurologischen Symptomen leiden,<\/p>\n<p>wie beispielsweise<\/p>\n<ul>\n<li>Sehst\u00f6rungen oder Augenschmerzen<\/li>\n<li>Taubheitsgef\u00fchle oder Kribbeln in Armen &amp; Beinen<\/li>\n<li>Gangunsicherheit, Koordinationsprobleme<\/li>\n<li>chronische Ersch\u00f6pfung oder Schw\u00e4che<\/li>\n<\/ul>\n<p>&#8230;dann lohnt es sich, dies neurologisch abkl\u00e4ren zu lassen. Nicht jede neurologische St\u00f6rung ist gleich MS \u2013 aber der fr\u00fchzeitige Ausschluss oder Nachweis ist f\u00fcr die Therapie entscheidend.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Letzte Aktualisierung: 10. September 2025<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entz\u00fcndliche Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS). Bei den meisten Betroffenen verl\u00e4uft sie schubf\u00f6rmig \u2013 mit Phasen, in denen neue Symptome auftreten oder sich bestehende verschlechtern. 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