{"id":8212,"date":"2020-04-29T16:43:04","date_gmt":"2020-04-29T14:43:04","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=8212"},"modified":"2025-08-05T09:14:15","modified_gmt":"2025-08-05T07:14:15","slug":"studien-geben-entwarnung-fuer-schwangere-frauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/studien-geben-entwarnung-fuer-schwangere-frauen\/","title":{"rendered":"Studien geben Entwarnung f\u00fcr schwangere Frauen"},"content":{"rendered":"<p><strong>TSH-Wert im oberen Normbereich keine Gefahr f\u00fcr das Baby<\/strong><\/p>\n<p>Werte des Thyreoidea-stimulierenden Hormons (TSH) zwischen 2,5 und 4,0 Milli-Einheiten pro Liter (mU\/l) wurden bei Schwangeren bisher h\u00e4ufig als eine leichte Unterfunktion der m\u00fctterlichen Schilddr\u00fcse interpretiert und aus Angst vor einer m\u00f6glichen Intelligenzminderung des ungeborenen Kindes sehr fr\u00fchzeitig mit Schilddr\u00fcsenhormonen behandelt. Diese Sorge ist unberechtigt, stellt der Berufsverband Deutscher Nuklearmediziner e.V. (BDN) anhand aktueller Studien fest. TSH-Werte in diesem Bereich haben weder einen negativen Einfluss auf den Verlauf der Schwangerschaft noch auf die geistige Entwicklung des Kindes. Schilddr\u00fcsenhormon-Tabletten sind nicht n\u00f6tig, sofern die Schilddr\u00fcse gesund ist. Damit vollzieht sich ein Umdenken in der Medizin, das bei werdenden Eltern f\u00fcr Erleichterung sorgen d\u00fcrfte.<!--more--><\/p>\n<p>Eine Schwangerschaft \u00fcbt erheblichen Einfluss auf die Schilddr\u00fcsenfunktion aus. \u201eDas liegt unter anderem am Schwangerschaftshormon humanes Choriongonadotropin, kurz hCG\u201c, erkl\u00e4rt BDN-Experte Professor Dr. med. Matthias Schmidt, Nuklearmediziner der Universit\u00e4t K\u00f6ln. \u201eIn gewisser Weise \u00fcbernimmt das hCG die Kontrolle \u00fcber die m\u00fctterliche Schilddr\u00fcse\u201c, erg\u00e4nzt Professor Dr. med. Karin Frank-Raue von der Endokrinologisch-Nuklearmedizinischen Gemeinschaftspraxis in Heidelberg. So steigt die Produktion des Schilddr\u00fcsenhormons Thyroxin um etwa 50 Prozent, der Jodbedarf w\u00e4chst, das Schilddr\u00fcsenvolumen nimmt zu.<\/p>\n<p><strong>Schwangerschaft ist Stresstest f\u00fcr die Schilddr\u00fcse<\/strong><\/p>\n<p>Damit wird die Schwangerschaft zu einer Art \u201eStresstest\u201c f\u00fcr die Schilddr\u00fcse, der das Organ vollends aus dem Gleichgewicht bringen kann, wenn es ohnehin schon angeschlagen gearbeitet hat. In der Folge k\u00f6nnen Schilddr\u00fcsenfunktionsst\u00f6rungen der Mutter zum ersten Mal auftreten. Besonders h\u00e4ufig handelt es sich dabei um Schilddr\u00fcsenunterfunktionen, sogenannte Hypothyreosen, oft verursacht durch die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis. Eine Hypothyreose kann zu schweren geistigen und k\u00f6rperlichen Sch\u00e4den des F\u00f6tus f\u00fchren, zudem treten vermehrt Schwangerschaftskomplikationen wie Fehl- oder Fr\u00fchgeburten auf. Eine Schilddr\u00fcsenunterfunktion der werdenden Mutter muss daher mit Schilddr\u00fcsenhormon-Tabletten behandelt werden, mit Levothyroxin.<\/p>\n<p><strong>Unklare Grenzwerte<\/strong><\/p>\n<p>Dabei war lange Zeit nicht klar, ab welchem TSH-Wert die Gabe von Schilddr\u00fcsenhormon-Tabletten eingeleitet werden muss. \u201eDenn die Unterscheidung zwischen einer Hashimoto-Thyreoiditis im fr\u00fchen Stadium und einer normalen Schilddr\u00fcse mit einem TSH-Wert im oberen Normbereich ist nicht immer ganz einfach\u201c, erl\u00e4utert Schmidt. In der Praxis hat sich ein niedriger Grenzwert von 2,5 mU\/l festgesetzt. \u201eDies geschah aus der Sorge heraus, dass dem sich entwickelnden Kind bei im oberen Grenzbereich liegenden m\u00fctterlichen TSH-Werten von 2,5 bis 4,0 mU\/l ein Schaden entstehen k\u00f6nnte\u201c, erg\u00e4nzt Frank-Raue.<\/p>\n<div class=\"frauen-teaser\" style=\"border: 1px solid #ccc; padding: 15px; margin: 20px 0; background-color: #f9f9f9;\"><strong><span style=\"color: #008000;\">&#x1f340;<\/span>Schilddr\u00fcse und Frau &#8211; alles was Sie zu dem Thema wissen m\u00fcssen<\/strong><br \/>\nDie Schilddr\u00fcse ist eng mit dem weiblichen Hormonhaushalt verkn\u00fcpft: Pubert\u00e4t, Zyklus, Verh\u00fctung, Kinderwunsch, Schwangerschaft, Stillzeit, Wochenbettdepression, postpartale Thyreoiditis und Wechseljahre &#8211; f\u00fcr uns Frauen sind hormonelle Probleme immer auch ein Wechselbad der Gef\u00fchle.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/spezial-schilddruese-frauen\/\">Jetzt mehr dar\u00fcber erfahren!<\/a><\/div>\n<p><strong>Kein Levothyroxin mehr bei schilddr\u00fcsengesunden Schwangeren mit TSH zwischen 2,5 und 4,0 mU\/l<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr diesen Bereich hat nun aufgrund neuer, gro\u00dfer internationaler Studien ein Umdenken stattgefunden. Die Interventionsstudien zeigen, dass bei gesunden Schwangeren mit TSH-Werten von 2,5 bis 4,0 mU\/l weder Fehlgeburten noch kindliche Fehlbildungen zunehmen oder Einbu\u00dfen bei den kognitiven F\u00e4higkeiten des Ungeborenen zu bef\u00fcrchten sind. \u201eBei solchen Werten ist eine Therapie mit Levothyroxin also nicht erforderlich, sofern die Schilddr\u00fcse der Mutter gesund ist\u201c, stellt Frank-Raue fest. Dies gelte in gleicher Weise f\u00fcr k\u00fcnstliche Befruchtungen. \u201eDiese Erkenntnis ist eine wichtige Entwarnung und d\u00fcrfte f\u00fcr Erleichterung bei Schwangeren sorgen\u201c, betont Schmidt. \u201eSie m\u00fcssen nicht f\u00fcrchten, dass ihr Kind bei im oberen Normbereich liegenden TSH-Werten geistige Einbu\u00dfen erleiden k\u00f6nnte.\u201c<\/p>\n<p><strong>Ab TSH 2,5 mU\/l in der Fr\u00fchschwangerschaft ist zun\u00e4chst nur weitere Diagnostik erforderlich<\/strong><\/p>\n<p>Um zu kl\u00e4ren, ob eine behandlungsbed\u00fcrftige Schilddr\u00fcsenerkrankung bei der Schwangeren vorliegt, empfehlen die Experten im ersten Schwangerschaftsdrittel ab einem TSH-Wert von 2,5 mU\/l weitere diagnostische Ma\u00dfnahmen. \u201eDiese Diagnostik umfasst die Geschichte der Vorerkrankungen bei der Schwangeren und in der Familie, eine k\u00f6rperliche Untersuchung, weitere Bluttests und einen Ultraschall der Schilddr\u00fcse\u201c, erl\u00e4utert Hormonspezialistin Frank-Raue. Stellt sich heraus, dass die Schwangere tats\u00e4chlich an einer Autoimmunerkrankung wie der Hashimoto-Thyreoiditis leidet, ist eine Verordnung von Levothyroxin ab einem TSH-Wert von \u00fcber 4,0 mU\/l zwingend.<\/p>\n<p><strong>Weg von der Therapie reiner Laborwerte<\/strong><\/p>\n<p>\u201eInsgesamt jedoch m\u00fcssen wir weg von der Therapie reiner Laborwerte, wie sie im TSH-Korridor von 2,5 bis 4,0 mU\/l h\u00e4ufig verordnet wurde, hin zur Therapie von Schwangeren mit behandlungsbed\u00fcrftigen Schilddr\u00fcsenerkrankungen\u201c, res\u00fcmiert Frank-Raue.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.berufsverband-nuklearmedizin.de\/presse\/pressemitteilungen\/meldung\/news\/studien-geben-entwarnung-fuer-schwangere-frauen\/\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">berufsverband-nuklearmedizin.de<\/a> (Link gepr\u00fcft am 14.09.23)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>TSH-Wert im oberen Normbereich keine Gefahr f\u00fcr das Baby Werte des Thyreoidea-stimulierenden Hormons (TSH) zwischen 2,5 und 4,0 Milli-Einheiten pro Liter (mU\/l) wurden bei Schwangeren bisher h\u00e4ufig als eine leichte Unterfunktion der m\u00fctterlichen Schilddr\u00fcse interpretiert und aus Angst vor einer m\u00f6glichen Intelligenzminderung des ungeborenen Kindes sehr fr\u00fchzeitig mit Schilddr\u00fcsenhormonen behandelt. 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