{"id":8123,"date":"2020-03-27T12:00:05","date_gmt":"2020-03-27T11:00:05","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=8123"},"modified":"2024-01-03T09:05:19","modified_gmt":"2024-01-03T08:05:19","slug":"leserfragen-zur-coronavirus-pandemie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/leserfragen-zur-coronavirus-pandemie\/","title":{"rendered":"Leserfragen zur Coronavirus-Pandemie"},"content":{"rendered":"<p>Viele Schilddr\u00fcsenpatientInnen machen sich Sorgen, ob die Versorgung mit Schilddr\u00fcsenhormonpr\u00e4paraten auch in Zeiten der Coronavirus-Pandemie gesichert ist. Zur Verunsicherung haben nicht zuletzt auch die wiederholten Lieferengp\u00e4sse der vergangenen Jahre beigetragen. Hinzu kommt die Angst vor Ansteckung.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3364\" aria-describedby=\"caption-attachment-3364\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/L-Thyroxin-Praeparate.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-3364 size-medium\" src=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/L-Thyroxin-Praeparate-300x149.png\" alt=\"\u00dcbersicht L-Thyroxin-Pr\u00e4parate\" width=\"300\" height=\"149\" srcset=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/L-Thyroxin-Praeparate-300x149.png 300w, https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/L-Thyroxin-Praeparate-768x381.png 768w, https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/L-Thyroxin-Praeparate.png 836w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3364\" class=\"wp-caption-text\">Zum Vergr\u00f6\u00dfern bitte auf die Grafik klicken!<\/figcaption><\/figure>\n<p>Also grunds\u00e4tzlich ist es so, dass es in Deutschland eine ganze Reihe von Herstellern von L-Thyroxin-Pr\u00e4paraten gibt. Diese haben zudem oft mehrere Produktionsst\u00e4tten &#8211; meist auch mindestens eine in Deutschland deren Kapazit\u00e4t im Zuge der Coronavirus-Pandemie erh\u00f6ht werden kann wenn das erforderlich werden sollte. Ja, es ist richtig, dass die Rohstoffe oft aus China (die Produktion ist z.Z. eingeschr\u00e4nkt) oder Indien (aktuell gibt es ein Exportverbot) kommen, aber ebenfalls nicht nur. Bislang betreffen die <strong>Lieferengp\u00e4sse<\/strong> jedenfalls nur einige wenige <strong>Schilddr\u00fcsenhormonpr\u00e4parate<\/strong>, wobei diese Lieferschwierigkeiten nach meinem Kenntnisstand nicht im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie stehen sollen. <!--more--><\/p>\n<p>Vereinzelt wird \u00fcber <strong>Praxisschlie\u00dfungen<\/strong> berichtet nachdem dort eine Coronavirus-Infektion festgestellt und das Praxisteam entsprechend in Quarant\u00e4ne geschickt wurde. In dem Fall wenden Sie sich bitte an den jeweiligen Vertretungsarzt, wenn Sie ein neues Rezept ben\u00f6tigen. Wer das ist wird in der Regel \u00fcber einen Aushang an der Praxist\u00fcr und \u00fcber den Anrufbeantworter mitgeteilt.\u00a0Auch wenn nicht davon auszugehen ist, dass irgendwann alle Arztpraxen vor Ort im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie schlie\u00dfen m\u00fcssen sind in dem Fall unb\u00fcrokratische L\u00f6sungen denkbar. In Deutschland nehmen rund 8 Millionen Menschen t\u00e4glich ein Schilddr\u00fcsenhormonpr\u00e4parat ein &#8211; diese wird man nicht unversorgt lassen. Es w\u00fcrde dann vermutlich einfach so sein, dass man in der Apotheke gegen Vorlage einer alten, leeren Packung &#8211; ohne Rezept &#8211; eine neue Schachtel erh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Einen frei verk\u00e4uflichen <strong>Ersatz f\u00fcr Schilddr\u00fcsenhormone<\/strong> gibt es nicht! In den sozialen Netzwerken wird dazu geraten sich f\u00fcr den Notfall die Bausteine f\u00fcr die Schilddr\u00fcsenhormone (Jod, L-Tyrosin) zu kaufen und au\u00dferdem noch Selen um die Umwandlung des Speicherhormons T4 in das stoffwechselaktive Hormon T3 sicherzustellen. Das macht aber nur dann Sinn wenn noch gen\u00fcgend funktionsf\u00e4hige Schilddr\u00fcsenzellen vorhanden sind. Wenn die Schilddr\u00fcse beispielsweise durch eine Hashimoto-Thyreoiditis vollst\u00e4ndig zerst\u00f6rt worden ist oder auch nach einer operativen Schilddr\u00fcsenentfernung kann das logischerweise nicht funktionieren! Von daher w\u00e4re es vielleicht eine m\u00f6gliche L\u00f6sung f\u00fcr alle die nur eine latente Hypothyreose (versteckte Schilddr\u00fcsenunterfunktion) haben und bislang lediglich eine sehr geringe Dosis einnehmen.<\/p>\n<p>H\u00e4ufig wird auch <strong>Angst vor Ansteckung mit dem Coronavirus in der Arztpraxis oder in der Apotheke <\/strong>ge\u00e4u\u00dfert<strong>.<\/strong> In den meisten St\u00e4dten gibt es spezielle Corona-Ambulanzen in denen die Verdachtsf\u00e4lle getestet werden &#8211; eben damit sie m\u00f6glichst nicht mit entsprechenden Beschwerden zu ihrem Hausarzt gehen und dort im Wartezimmer andere PatientInnen anstecken k\u00f6nnen. Unabh\u00e4ngig davon, ist es sinnvoll das Rezept f\u00fcr das Schilddr\u00fcsenmedikament telefonisch vorzubestellen. Die Abholung geht dann \u00fcblicherweise sehr schnell, d.h. man muss nicht einmal ins Wartezimmer und ist nach wenigen Minuten schon wieder drau\u00dfen. Alternativ kann man im Einzelfall sicher auch absprechen, dass das Rezept per Post zugeschickt wird. Und anstatt in die Apotheke vor Ort zu gehen, kann man auch einfach eine Online-Apotheke nutzen. Das hat zudem noch den Vorteil, dass man die Rezeptgeb\u00fchr spart.<\/p>\n<p><strong>Planbare Untersuchungen beim Hausarzt und Eingriffe im Krankenhaus werden verschoben<\/strong>. Das kann im Einzelfall nat\u00fcrlich \u00e4rgerlich sein. Aber es macht, beispielsweise bei Hashimoto-Thyreoiditis-Erkrankten, in der Regel nichts wenn man die routinem\u00e4ssigen Kontrolltermine (Blutabnahme, Sonografie) ausnahmsweise mal einige Monate nach hinten schiebt. Ob eine Schilddr\u00fcsenoperation notwendig ist entscheiden die behandelnden \u00c4rzte f\u00fcr jeden Einzelfall nach sorgf\u00e4ltiger Pr\u00fcfung. Bei einer Schilddr\u00fcsenvergr\u00f6\u00dferung oder gutartigen Schilddr\u00fcsenknoten kommt es auch hier nicht auf einige Wochen fr\u00fcher oder sp\u00e4ter an. Behandlungen wegen Schilddr\u00fcsenkrebs werden meines Wissens bislang wie gewohnt durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Und zum Schluss &#8211; weil das die mit Abstand h\u00e4ufigste Frage ist. Schilddr\u00fcsenerkrankungen sind zwar meistens chronische Erkrankungen &#8211; <strong>Schilddr\u00fcsenpatientInnen<\/strong> (mit Ausnahme von Schilddr\u00fcsenkrebserkrankten) <strong>geh\u00f6ren<\/strong> aber trotzdem <strong>nicht zu den<\/strong> momentan bekannten <strong>Risikogruppen<\/strong> f\u00fcr eine Infektion mit dem Coronavirus beziehungsweise die COVID-19-Erkrankung.<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>SDG-Tipp: <a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/coronavirus-covid-19-und-schilddruesenerkrankungen-hashimoto-thyreoiditis-morbus-basedow\/\">Coronavirus, COVID-19 und Schilddr\u00fcsenerkrankungen (Hashimoto-Thyreoiditis, Morbus Basedow)<\/a> &#8230; eine \u00dcbersicht aller bisher zu diesem Thema auf www.schilddruesenguide.de ver\u00f6ffentlichten Artikel<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viele Schilddr\u00fcsenpatientInnen machen sich Sorgen, ob die Versorgung mit Schilddr\u00fcsenhormonpr\u00e4paraten auch in Zeiten der Coronavirus-Pandemie gesichert ist. 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