{"id":694,"date":"2012-09-04T14:55:39","date_gmt":"2012-09-04T12:55:39","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=694"},"modified":"2025-08-05T08:53:26","modified_gmt":"2025-08-05T06:53:26","slug":"susannes-erfahrungsbericht-hashimoto-thyreoiditis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/susannes-erfahrungsbericht-hashimoto-thyreoiditis\/","title":{"rendered":"Susanne&#8217;s Erfahrungsbericht Hashimoto-Thyreoiditis"},"content":{"rendered":"<p>Alle auf www.schilddruesenguide.de bisher ver\u00f6ffentlichten Erfahrungsberichte von Hashimoto-Patientinnen: <a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/glaubt-an-euch-kaempft-fuer-eure-gesundheit-und-wehrt-euch\/\">Andrea<\/a>, <a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/die-goldene-dosis-oder-auf-der-suche-nach-dem-unmoeglichen-traum\/\">Annette<\/a>, <a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/barbaras-erfahrungsbericht-hashimoto-thyreoiditis\/\">Barbara<\/a>, <a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/brittas-diaet-tagebuch-abnehmen-mit-hashimoto-thyreoiditis\/\">Britta<\/a>, <a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/katjas-erfahrungsbericht-abnehmen-mit-hashimoto-thyreoiditis\/\">Katja<\/a>, <a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/saras-erfahrungsbericht-i-in-meinem-leben-spielt-hashimoto-kaum-noch-eine-rolle\/\">Sara<\/a>, <a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/susannes-erfahrungsbericht-hashimoto-thyreoiditis\/\">Susanne<\/a> &#8211; falls sie auch bereit sind Ihre Geschichte aufzuschreiben, melden Sie sich gern per E-Mail.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte mich sehr herzlich bei Nicole bedanken, weil sie diesen Bericht hier auf der Homepage ver\u00f6ffentlicht. Alles was ich hier aufgeschrieben habe, sind meine eigenen subjektiven Erfahrungen. Sie sollen Mut machen, nicht an Hashimoto zu verzweifeln. Es gibt f\u00fcr jedes Problem eine L\u00f6sung. Was nicht passend ist, m\u00fcssen wir eben f\u00fcr uns passend machen. Ich musste lernen, mein Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen und diese Erfahrungen m\u00f6chte ich gern an Euch weitergeben. Solltet Ihr Fragen etc. zu meinem Bericht haben, k\u00f6nnt Ihr Euch gern unter<span style=\"color: #ff0000;\"> [Anm.: E-Mail-Adresse ist nicht mehr aktuell] <\/span>mit mir in Verbindung setzen. <!--more--><\/p>\n<h2><strong>1. Krankheitsverlauf, Diagnose und Therapie<\/strong><\/h2>\n<p>Diagnose\u00a0\u2192 <a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/informationen-zum-krankheitsbild-hashimoto-thyreoiditis\/\">Hashimoto\/Schilddr\u00fcsenunterfunktion<\/a><\/p>\n<p>Mut zum Leben, trotz der Diagnose!!!<\/p>\n<p>Ich bin 37 Jahre alt und wei\u00df seit 3 Jahren, da\u00df ich Hashimoto habe. Wobei, so ganz richtig ist das nicht. Mir wurde zun\u00e4chst gesagt, ich habe eine Schilddr\u00fcsenunterfunktion. Erst durch m\u00fchseliges Nachforschen fand ich selbst heraus, da\u00df ich Hashimoto habe.<\/p>\n<p>Wie wurde Hashimoto bzw. eine Schilddr\u00fcsenunterfunktion bei mir entdeckt?<\/p>\n<p>Schon seit fr\u00fchester Jugend war ich zwar geistig ziemlich rege und fit, aber k\u00f6rperlich nie zu H\u00f6chstleistungen imstande. Sport war f\u00fcr mich Mord! Leider wurde es auch im Erwachsenenalter nicht besser. Mir fehlte einfach der Schwung. Ich wurde als faul betitelt. Ich war nicht faul, ich hatte nur einfach nicht die Kraft und Energie mehr zu leisten als das absolut Notwendige. Selbst das fiel mir schon schwer genug. Ich lief von Arzt zu Arzt, von Heilpraktiker zu Heilpraktiker. Keiner konnte mir helfen. Meiner Freundin ging es \u00e4hnlich. Nur waren die Symptome bei ihr umgekehrt. Sie wu\u00dfte vor lauter Energie und Kraft nicht mehr wohin. Auch bei ihr stellten sich dauernd Infekte ein. Sie war genauso oft krank wie ich. Irgendwann lie\u00df sie ihre Schilddr\u00fcse untersuchen. Ich dachte mir damals, da\u00df kann auch mir nicht schaden. Schlie\u00dflich hatte man mich bei einer Untersuchung im Krankenhaus [Anm.: Name wurde entfernt] im Alter von ca. 20 Jahren schon dezent darauf hingewiesen, da\u00df ich bei einer Schwangerschaft Probleme mit der Schilddr\u00fcse bekommen k\u00f6nnte. Also lie\u00df ich mich zu einer Nuklearmedizinerin \u00fcberweisen. Das Ergebnis war dann eindeutig. Schilddr\u00fcsenunterfunktion.<\/p>\n<p>Weitere Informationen zu meinen wissenschaftlich fundierten, gut strukturierten und leicht verst\u00e4ndlichen Patientenratgebern erhalten Sie, wenn Sie auf die Grafik klicken &#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/ebooks\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-17298 size-full\" src=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/E-Book-Reihe-Diagnose-Hashimoto-Thyreoiditis.png\" alt=\"Buchcover und Kundenrezensionen zu den E-Books der Reihe &quot;Diagnose-Hashimoto-Thyreoiditis&quot;\" width=\"708\" height=\"514\" srcset=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/E-Book-Reihe-Diagnose-Hashimoto-Thyreoiditis.png 708w, https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/E-Book-Reihe-Diagnose-Hashimoto-Thyreoiditis-300x218.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 708px) 100vw, 708px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dosierung der Schilddr\u00fcsenhormontabletten<\/p>\n<p>Total gl\u00fccklich, da\u00df ich endlich wu\u00dfte, was ich habe, schmi\u00df ich die Schilddr\u00fcsentabletten ein. Damit sollte nun alles besser werden, laut Aussage der Nuklearmedizinerin. Die ersten 3 Monate war das auch so. Ich nahm ab, hatte Energie. Mir ging es richtig gut. Nach 3 Monaten ging es mir wieder schlecht. Ein Termin bei der \u00c4rztin war nicht sofort zu bekommen, denn ich bin nicht privat versichert. In einem Telefongespr\u00e4ch riet sie mir, die Dosierung zu erh\u00f6hen. Das tat ich. Damit fing die Spirale der Dosierung und Kontrolle der Werte an. Am Anfang der Tabletteneinnahme begann ich mit einer ganz kleinen Dosierung, ca. 12,5 \u00b5g eines T4-Pr\u00e4parates [Anm.: Produktname wurde entfernt]. Immer wenn es mir dann wieder schlechter ging, steigerte ich die Dosis. Schlie\u00dflich landete ich bei 100 \u00b5g. Toll ging es mir dabei immer noch nicht, aber die \u00c4rztin warnte mich, nicht in eine \u00dcberfunktion zu kommen. \u00dcberfunktion w\u00e4re viel gef\u00e4hrlicher als Unterfunktion. Mein Krebsrisiko w\u00fcrde rapide steigen und Osteoporose w\u00e4re schon vorprogrammiert. Also lebe ich bis heute mit einer leichten Unterfunktion. Mir ist es nie gelungen, den idealen Wohlf\u00fchlwert von TSH basal 1 zu erreichen. So bestehen mein Leben aus Anpassung der Dosierung und die Kontrolle der Werte durch den Arzt. Mein Befinden stimmt aber nicht immer mit den Werten \u00fcberein. So habe ich mir angew\u00f6hnt, vor einem Arztbesuch meinen Zustand schriftlich festzuhalten. Nach der Besprechung mit dem Arzt \u00fcberpr\u00fcfe ich, ob Werte und Befinden \u00fcbereinstimmen. Ich entscheide dann selbst\u00e4ndig, welche Dosierung f\u00fcr mich die richtige ist. Ein Wechsel zu einem T3-T4-Kombinationspr\u00e4parat [Anm.: Produktname wurde entfernt] haben zu einer Stabilisierung meines Zustandes gef\u00fchrt. Der Endokrinologe ist f\u00fcr mich zum Partner geworden, der mir ratend zur Seite steht. Die Entscheidungen \u00fcber meinen K\u00f6rper treffe ich aber selbst.<\/p>\n<p>Krankheitsausl\u00f6ser<\/p>\n<p>Die Krankheit trage ich bestimmt schon mein ganzes Leben in mir. Aber Pubert\u00e4t, Schwangerschaft oder Wechseljahre kann ich nicht als Ausl\u00f6ser f\u00fcr mich verbuchen. Ich nehme an, da\u00df es die Lebensumstellung war. Ich begann Sozialwissenschaften zu studieren und mein sonst so geregeltes Leben kam dadurch v\u00f6llig aus dem Tritt. Es gab keine festen Stundenpl\u00e4ne mehr. Kommilitonen wechselten st\u00e4ndig. Um Sitzpl\u00e4tze mu\u00dfte ich k\u00e4mpfen. Pflichtf\u00e4cher, die ich belegen mu\u00dfte, standen nicht in ausreichender Anzahl f\u00fcr alle Studierenden zur Verf\u00fcgung. Zum ersten Mal mu\u00dfte ich mich v\u00f6llig allein durchschlagen. Freiheit kann auch belastend sein, wenn man sie nicht gewohnt ist. Ich schaffte dann meinen Abschlu\u00df als Diplom Sozialwissenschaftlerin in der vorgegebenen Regelstudienzeit, was damals nicht selbstverst\u00e4ndlich war. Aber in ein geregeltes Leben bin ich nie wieder zur\u00fcckgekommen.<\/p>\n<p>Phasen der Krankheit<\/p>\n<p>Ich habe f\u00fcr mich festgestellt, da\u00df es mehrere Phasen der Krankheit gibt. Zun\u00e4chst einmal hat sich mein K\u00f6rper unangenehm bemerkbar gemacht, indem er nicht mehr so funktionierte, wie er sollte. Ich ignorierte das lange. Bis die Anzeichen \u00fcberdeutlich wurden. Als es mir dann gelungen war, nach einer langen Odyssee meiner Krankheit einen Namen zu geben, begann die Euphorie. Jetzt wird alles wieder gut! Nach ersten R\u00fcckschl\u00e4gen begann ich alles \u00fcber die Krankheit zu lesen. Ich sog alles in mich auf. Leider fand ich das Allheilmittel nicht. Ich verfiel in eine depressive Phase. Mir war alles egal. Irgendwann habe ich dann begonnen, mich mit der Krankheit zu arrangieren. Denn ich habe gelernt, da\u00df die Krankheit auch eine Art Schutz f\u00fcr mich war, weil ich nicht Nein sagen konnte. Die Krankheit hat mir gezeigt, da\u00df ich nicht so weiter machen konnte wie bisher. Ich habe gelernt, meine Ressourcen besser einzusetzen. Seitdem geht es mir besser. Aber der Kampf h\u00f6rt nie auf. Ich nehme ihn aber jetzt an und versuche Hashimoto mit Humor und positivem Denken zu begegnen.<\/p>\n<p>Gr\u00fcndung einer Selbsthilfegruppe<\/p>\n<p>Als es mir so schlecht ging, suchte ich verzweifelt nach Gleichgesinnten. Leider gab es damals in Hannover keine Selbsthilfegruppe zu dem Thema. Im Internet erfuhr ich dann von einer weiter entfernten Gruppe. Mit letzter Kraft fuhr ich dort hin. Hashimoto- und Morbus Basedow-Betroffene waren in dieser Gruppe gemischt. Das hat mir nicht so gut gefallen. Nach dieser Erfahrung war mir klar, ich mu\u00df selbst aktiv werden. Jedes Mal diesen weiten Weg zu fahren, h\u00e4tte ich damals nicht geschafft. Also erkundigte ich mich \u00fcberall, wie man eine Selbsthilfegruppe gr\u00fcndet. Meine Erfahrungen aus der \u00d6ffentlichkeitsarbeit kamen mir dabei zugute. Ich beschlo\u00df, mich nur auf Hashimoto und Schilddr\u00fcsenunterfunktion zu beschr\u00e4nken. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten gibt es uns nun schon seit mehreren Jahren. Unsere Gruppe steht neuen Betroffenen immer offen. Wer also Interesse hat, sich pers\u00f6nlich \u00fcber die Krankheit auszutauschen, kontaktiert mich einfach unter <span style=\"color: #ff0000;\">[Anm.: Die Selbsthilfegruppe wurde zwischenzeitlich aufgel\u00f6st. In Hannover gibt es aber Treffen f\u00fcr vorwiegend Hashimoto-Patienten die\u00a0\u00fcber das Forum www.ht-mb.de organisiert werden.]<\/span><\/p>\n<h2><strong>2. Auswirkungen der Krankheit im Alltag<\/strong><\/h2>\n<p>Hashimoto und Arbeit<\/p>\n<p>An meinem k\u00f6rperlichen Tiefpunkt sagte mir mein Arzt, er k\u00f6nne mich nur noch arbeitsunf\u00e4hig schreiben. Und das mit 34 Jahren! Ich war total geschockt. Vom Studium in die Fr\u00fchrente. Wobei ich mit Hashimoto wahrscheinlich wenig Erfolg gehabt h\u00e4tte, eine Fr\u00fchrente zu bekommen. Betroffene, die es versucht haben, waren bis jetzt nicht erfolgreich. Also dann, vom Studium zum Sozialfall! Ich wollte mich aber nicht damit abfinden, unt\u00e4tig und ohne selbst verdientes Geld zu Hause herumzusitzen. Also begann ich mir zu \u00fcberlegen, was ich tun k\u00f6nnte. Ich hatte Gl\u00fcck. Meine Mutter verwaltete und vermietete H\u00e4user. Sie wollte ihre T\u00e4tigkeit aufgeben und so \u00fcbernahm ich das Vermieten und Verwalten. Ich kann selbst\u00e4ndig arbeiten und mir meine Zeit einteilen. Wenn ich m\u00fcde bin oder nicht mehr kann, lege ich mich einfach hin. Mein B\u00fcro ist praktischerweise neben meiner Wohnung. Ich brauche also nur eine T\u00fcr weitergehen. Zufrieden bin ich damit aber nicht. Daf\u00fcr habe ich nicht studiert. Deswegen m\u00f6chte ich mich beruflich noch einmal umorientieren. Ich habe l\u00e4ngere Zeit f\u00fcr ein Museum in der Presse- und \u00d6ffentlichkeitsarbeit gearbeitet. Mein absoluter Traumjob. Leider konnte ich dort nicht weiterarbeiten. Das Museum hatte kein Geld. Aber auch hier mu\u00dfte ich mir den Job nach meinen Bedingungen und Bed\u00fcrfnissen gestalten. St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck habe ich die T\u00e4tigkeit so umgestaltet, da\u00df ich sie gern und gut ausf\u00fchren konnte. Was nicht passend ist, mu\u00df ich mir passend machen. Sollte jemand im Raum Hannover bei einem Non-Profit-Unternehmen einen Job in der \u00d6ffentlichkeitsarbeit zu vergeben haben und sich nicht scheuen, eine gehandikapte, aber motivierte Mitarbeiterin einzustellen, nehmen Sie bitte sofort Kontakt zu mir auf.<\/p>\n<p>Hashimoto und Perfektion<\/p>\n<p>Ich bin eine Perfektionistin! Perfektionisten k\u00f6nnen nicht gl\u00fccklich sein! Da ist etwas Wahres dran. Mein Streben nach Vollendung hat mit Sicherheit den Ausbruch meiner Krankheit beg\u00fcnstigt. Ich wollte \u00fcberall die Beste und Erste sein. Dazu mu\u00dfte ich sehr viel leisten, um dieses Ziel zu erreichen. Letztendlich blieb ich oft hinter meinen eigenen Anspr\u00fcchen zur\u00fcck, weil mein K\u00f6rper mir nicht gehorchte. Er versagte den Dienst. Dadurch mu\u00dfte ich lernen, loszulassen (Kraft zum Loslassen, Melody Beattie). Auch heute noch finde ich es sehr schwierig, positiv zu denken, an mich zu glauben. Aber wenn ich meine Gef\u00fchle nicht nach au\u00dfen bringe, richten sie sich gegen mich selbst. Das will ich nicht mehr. Geholfen hat mir dabei die Selbsthypnose. Die Hypnose beeinflu\u00dft mein Unterbewu\u00dftsein und hilft mir dabei, mich selbst zu finden und zu mir zu stehen.<\/p>\n<p>Hashimoto und Stre\u00df<\/p>\n<p>Wie f\u00fcr jede andere Krankheit gilt auch f\u00fcr Hashimoto: Stre\u00df ist \u201et\u00f6dlich\u201c. Aber wie baue ich Stre\u00df ab? Sport kann ich nicht treiben, dazu reichen meine Kr\u00e4fte nicht aus. Spazieren gehen kann ich aber. Morgens h\u00f6re ich immer meine Kassette mit der Hypnose. Das entspannt. Zus\u00e4tzlich mache ich noch bestimmte Finger\u00fcbungen (Gesundheit in unseren H\u00e4nden, Kim Da Silva), die mich f\u00fcr den Tag fit machen. Seit kurzem mache ich auch eine \u00dcbung aus dem Lachyoga, die mir Energie gibt. Morgens erledige ich gern Aufgaben, die meinen Geist fordern, z. B. die Buchf\u00fchrung. Erst gegen Nachmittag oder Abend werde ich auch k\u00f6rperlich mobil. Meine Knochen scheinen dann wach zu sein. Also richte ich meinen Tagesablauf darauf aus.<\/p>\n<p>Hashimoto und Beziehung<\/p>\n<p>Ich bin Single, weil ich Angst vor N\u00e4he habe. In den Hochphasen meiner Krankheit lebte ich wie eine Einsiedlerin. Ich lie\u00df niemanden an mich heran, machte alles mit mir selbst aus. Mich strengten zu enge Beziehungen und Kontakte sehr an. Ich brauchte meine R\u00fcckzugsm\u00f6glichkeit. Ich mu\u00dfte erst einmal selbst begreifen, was mit mir und meinem K\u00f6rper los war. Nat\u00fcrlich gab es Kontakte zu Menschen. Ich fand es aber sehr schwierig, mich zu outen. Meine Krankheit f\u00fcr andere begreiflich zu machen. \u00c4u\u00dferlich sieht man mir Hashimoto nicht an. Das macht das Verstehen f\u00fcr die anderen umso schwieriger. Richtig kompliziert wurde es dann, als ich mich wieder verliebt hatte. Wie und wann sage ich es dem Betreffenden? Ich hatte mich daf\u00fcr entschieden, relativ bald die Wahrheit zu sagen. Aber was sollte ich sagen, wie sollte ich es begreiflich machen? Ich habe es versucht. Der Versuch ist gescheitert. Trotzdem bin ich der Meinung, da\u00df ich zu der Krankheit stehen mu\u00df. Inzwischen gehe ich selbstbewu\u00dfter damit um. Wer mit mir in Beziehung tritt, mu\u00df auch meine Krankheit akzeptieren. Sie ist ein Teil von mir.<\/p>\n<p>Hashimoto und Termine<\/p>\n<p>Wenn ich mich mit jemand verabredet hatte, konnte es passieren, dass ich kurzfristig absagen musste, weil es mir nicht gut ging. Auch vor wichtigen Gesch\u00e4ftsterminen passierte mir das \u00f6fter. Ich \u00fcberlegte mir, warum das so ist. Meistens hatte ich mir den Terminkalender so voll gepackt, dass ich keine Ruhepausen dazwischen hatte. Der K\u00f6rper holte sich dann einfach die n\u00f6tige Ruhe, indem er schlapp machte. Jetzt plane ich meine Termine nicht mehr so eng und damit geht es mir besser. Auch habe ich gelernt, dass Wichtige von dem Unwichtigen zu trennen. Das hilft ungemein. Oder ich geriet aus irgendeinem Grund in Panik vor dem Termin. Also begann ich die Termine so vorzubereiten, dass ich das Heft in der Hand behalten konnte und mich nicht ausgeliefert f\u00fchlte.<\/p>\n<h2><strong>3. Anhaltende Symptome der Erkrankung<\/strong><\/h2>\n<p>Hashimoto und Gewicht<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Thema in meinem Leben ist mein Gewicht. In guten Zeiten wog ich bei einer Gr\u00f6\u00dfe von 1,73 m 54 kg. Heute kann ich davon nur tr\u00e4umen. Ich versuchte jede Di\u00e4t (Weight Watchers, Trennkost usw.). Nichts half. Ich nahm immer noch zu. Au\u00dferdem torpedierte mein K\u00f6rper fast jede Di\u00e4t, da ich Gem\u00fcse und Obst nur sehr begrenzt und gekocht vertrage. Heute k\u00fcmmere ich mich nicht mehr um mein Essen. Denn Essen hat viel mit Kontrolle zu tun und ich m\u00f6chte loslassen. Ich esse, was mir Spa\u00df macht. Wenn ich mich eiwei\u00dfreicher ern\u00e4hre, geht es mir besser. Ich nehme dann auch ein wenig ab. Leider halte ich mich nicht konsequent daran. Durch Eiwei\u00dfriegel schaffe ich es aber zumindest, mein Gewicht zu halten. Auch portioniere ich meine S\u00fc\u00dfigkeiten, so da\u00df ich damit ganz gut leben kann. Fre\u00dforgien halten sich so in Grenzen. F\u00fcr mich schon ein Erfolg. Ich bin nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig dick, da ich eigentlich nur einen \u201eBabybauch\u201c habe. Als Schwangere h\u00e4tte ich eine klasse Figur, wie mir letztens eine Verk\u00e4uferin best\u00e4tigte.<\/p>\n<p>Hashimoto und \u00d6deme<\/p>\n<p>Seit geraumer Zeit nehme ich an meinem K\u00f6rper Beulen war, sogenannte \u00d6deme (Wassereinlagerungen in der Haut, Orangenhaut). Ungeheuer schm\u00fcckend. Leider gibt es dagegen keine wirksame Hilfe, laut \u00c4rzte und Heilpraktiker. Aber anstatt mich dar\u00fcber aufzuregen, habe ich auch das akzeptiert. Es lebt sich einfach besser, wenn ich mich so akzeptiere wie ich bin.<\/p>\n<p>Hashimoto und Gelenkschmerzen<\/p>\n<p>Mir schliefen die H\u00e4nde ein. Manchmal hatte ich das Gef\u00fchl, da\u00df meine F\u00fc\u00dfe mein Gewicht nicht mehr tragen konnten. Sie schienen mir einfach weg zu knicken. Das Schreiben mit F\u00fcller fiel mir schwer. Zum Gl\u00fcck gibt es ja heute Computer. Nachts wachte ich auf, weil ich Wadenkr\u00e4mpfe bekam. Auch hierf\u00fcr habe ich f\u00fcr mich eine L\u00f6sung gefunden. Gegen die Kr\u00e4mpfe hilft mir Magnesium Phosphoricum D6. Bei Gelenkbeschwerden nehme ich Vitamin E. Da mir auch sicher ein paar andere Vitamine nicht schaden k\u00f6nnen, schlucke ich ein Nahrungserg\u00e4nzungspr\u00e4parat [Anm.: Produktname wurde entfernt], welches vor allem Vitamin B enth\u00e4lt. Aber am schnellsten Hilfe bringen meine Finger\u00fcbungen.<\/p>\n<p>Hashimoto und Konzentration<\/p>\n<p>Manchmal komme ich mir schon vor wie eine alte Frau. Dauernd vergesse ich etwas. Meist nichts Wichtiges, aber doch \u00e4rgerlich. Menschen stehen vor mir und ich kann mich partout nicht mehr an ihre Namen erinnern. Ich gehe aus dem Zimmer und wei\u00df nicht mehr, was ich eigentlich machen wollte. Das hat mich in Panik versetzt. Nachts hatte ich Albtr\u00e4ume, etwas Wichtiges zu vergessen. Seit dem ich mir eingestehe, auch Fehler machen zu d\u00fcrfen, ist diese Panik schon wesentlich abgemildert worden.<\/p>\n<h2><strong>4. Nachtrag am 03.02.2009 Fortsetzung meiner Geschichte Mut zum Leben wegen Hashimoto<\/strong><\/h2>\n<p>Vertrag mit mir selbst<\/p>\n<p>Am 19. Mai 2007 schlo\u00df ich einen Vertrag mit mir selbst. Ein Jahr lang wollte ich mich nur um meine Gesundheit k\u00fcmmern. Denn nur wenn ich wieder gesund werden w\u00fcrde, w\u00fcrde ich auch eine Arbeit und ein erf\u00fclltes Privatleben bekommen k\u00f6nnen. Diesen Vertrag fand ich in dem Buch \u201eSo bleibe ich gesund\u201c von Matthias Lauterbach und Susanne Hilbig. Am Anfang hielt ich mich sklavisch an die Vorgaben in dem Buch. Sp\u00e4ter lag es nur noch zur Zierde auf meinem Tisch.<\/p>\n<p>Neurodermitis<\/p>\n<p>Eine Neurodermitis lenkte den Fokus n\u00e4mlich wieder auf das Thema Krankheit. Ich rannte von Arzt zu Arzt, von, nein, diesmal sparte ich mir die Heilpraktiker und wendete mich sofort an den Verband Deutscher Neurodermitiker. Sie empfahlen mir entsprechende Produkte und eine Ern\u00e4hrungsumstellung. Diesen Rat befolgte ich. Das verschaffte mir erst einmal eine Pause von dem elendigen Jucken. Ich sah zwar immer noch im Gesicht und am Dekolletee zum Gruseln aus, konnte aber erst einmal wieder nachts schlafen ohne mich st\u00e4ndig zu kratzen.<\/p>\n<p>Neubeginn<\/p>\n<p>Durch die Neurodermitis zur Unt\u00e4tigkeit gezwungen, (wer stellt schon jemanden ein, der so aussieht), begann ich \u00fcber mich und mein Leben nachzudenken. Bis jetzt hatte ich mich beruflich und privat sehr nach anderen Menschen gerichtet. Ich wollte geliebt werden und niemanden verletzten. Aber gl\u00fccklich bin ich damit nicht geworden, sondern nur krank. Die Neurodermitis hat mir das noch einmal ganz klar gemacht. Ich nutzte meine Zwangspause dazu, mich selbst kennenzulernen. Ich tat Dinge, die mir Spa\u00df machten. Ich versuchte mich meinen Problemen gestalterisch zu n\u00e4hern. Es entstanden viele Collagen. Ich bildete mich weiter. Bis mir irgendwann klar wurde, dass ich Menschen helfen m\u00f6chte, denen es \u00e4hnlich geht, wie mir damals. Die helfende Hand, die mir damals gefehlt hat, will ich anderen Menschen anbieten, damit sie nicht so leiden m\u00fcssen, wie ich. So wurde ich psychologische Beraterin. Endlich kann ich anderen Menschen helfen. Das wollte ich schon immer.<\/p>\n<p>Gesundheit<\/p>\n<p>Der Verein f\u00fcr Sch\u00fcsslersalze empfahl ein Buch, \u201eHeilen ohne Medikamente\u201c von Andreas Winter. Ich besorgte es mir gleich. Der Text war mir eigentlich zu trocken und zu langweilig, aber heute wei\u00df ich, dass darin Suggestionspunkte versteckt waren, die eine schnelle Selbsthypnose erm\u00f6glicht haben. Nachdem ich die CD eingeworfen hatte, durchlebte ich in 20 Minuten s\u00e4mtliche Gef\u00fchlszust\u00e4nde. Von traurig bis w\u00fctend bis verzeihend. Auf einmal wusste ich, warum ich zuviel a\u00df und warum ich krank war. Ich nahm innerhalb k\u00fcrzester Zeit mehrere Kilos ab, ohne mich zu qu\u00e4len.<\/p>\n<p>Heute bin ich gesund. Im Job bin ich ebenfalls erfolgreich. Seitdem ich gelernt habe, mich selbst zu lieben und zu akzeptieren, bin ich gl\u00fccklich. Geholfen haben mir dabei die B\u00fccher von Louise L. Hay und die darin enthaltenen liebevollen Illustrationen von Joan Perrin Falquet, die ich auch gleich f\u00fcr meine eigene Homepage engagiert habe. Au\u00dferdem die CD Gl\u00fccksbringer von Dr. med. Eckart von Hirschhausen, dem besten Mann und Arzt der Welt! Danke an Euch alle, Ihr seid toll!<\/p>\n<div style=\"border: 1px solid #ccc; border-radius: 8px; padding: 15px; max-width: 300px; margin: 20px auto; text-align: center; background-color: #fdfdfd;\"><a title=\"Besuche den Hashimoto-Guide\" href=\"http:\/\/www.hashimoto-guide.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n<img decoding=\"async\" style=\"max-width: 200px; height: auto; border: none;\" title=\"Hashimoto-Guide\" src=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-content\/uploads\/2025\/07\/Logo-Hashimoto-Guide-scaled.jpg\" alt=\"Hashimoto-Guide\" \/><br \/>\n<\/a><\/p>\n<p style=\"font-size: 14px; color: #333; margin-top: 10px;\">Mehr Infos zur Hashimoto-Thyreoiditis finden Sie unter<br \/>\n<a style=\"color: #006699; text-decoration: none;\" href=\"http:\/\/www.hashimoto-guide.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\nwww.hashimoto-guide.de<br \/>\n<\/a><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alle auf www.schilddruesenguide.de bisher ver\u00f6ffentlichten Erfahrungsberichte von Hashimoto-Patientinnen: Andrea, Annette, Barbara, Britta, Katja, Sara, Susanne &#8211; falls sie auch bereit sind Ihre Geschichte aufzuschreiben, melden Sie sich gern per E-Mail. Ich m\u00f6chte mich sehr herzlich bei Nicole bedanken, weil sie diesen Bericht hier auf der Homepage ver\u00f6ffentlicht. 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