{"id":648,"date":"2013-09-03T15:48:53","date_gmt":"2013-09-03T13:48:53","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=648"},"modified":"2024-02-06T21:10:38","modified_gmt":"2024-02-06T20:10:38","slug":"geld-regiert-die-schilddruesenwelt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/geld-regiert-die-schilddruesenwelt\/","title":{"rendered":"Geld regiert die Schilddr\u00fcsenwelt"},"content":{"rendered":"<p>Die Zeiten, in denen \u00c4rzte ausschliesslich das umgesetzt haben was sie als medizinisch sinnvoll erachtet haben, sind endg\u00fcltig vorbei. Das Wohl des Patienten steht schon lange nicht mehr im Mittelpunkt des Geschehens. Inzwischen geht es nur noch um eins &#8211; Geld!<\/p>\n<p>So wird beispielsweise seit 2003 deutschlandweit \u00fcber eine Absenkung des TSH-Normbereiches von 4 &#8211; 4,5 mU\/l auf 2 &#8211; 2,5 mU\/l gestritten. Bislang konnten sich jedoch weder die offiziellen Fachgesellschaften noch f\u00fchrende Schilddr\u00fcsenexperten auf die neue Norm einigen. Das liegt allerdings weniger an medizinisch begr\u00fcndeten Differenzen, sondern ist der Bef\u00fcrchtung geschuldet, dass es dann nicht mehr nur 5 % sondern 20 % Hypothyreosepatienten in der Bev\u00f6lkerung g\u00e4be. Als Folge w\u00fcrden sich die f\u00fcr die Behandlung aller Schilddr\u00fcsenpatienten veranschlagten Kosten verdreifachen.<!--more--><\/p>\n<p>Aus demselben Grund wird &#8211; wider besseres Wissen &#8211; auch immer wieder behauptet, dass die alleinige Bestimmung des TSH ausreichend f\u00fcr den Ausschluss oder die Verlaufskontrolle einer Schilddr\u00fcsenerkrankung sei. Dabei ist schon lange bekannt wie st\u00f6ranf\u00e4llig die Untersuchung des TSH und wie unzuverl\u00e4ssig seine Aussagekraft insbesondere im Hinblick auf die Behandlung der autoimmunen Schilddr\u00fcsenerkrankungen ist.<\/p>\n<p>Geradezu gef\u00e4hrlich wird es, wenn allj\u00e4hrlich zur Schilddr\u00fcsenwoche die Palpation der Schilddr\u00fcse propagiert wird. Denn es gibt nur einen einzigen Grund warum sich ein Arzt auf die veraltete und unzuverl\u00e4ssige Tastuntersuchung st\u00fctzen sollte, obwohl ihm moderne und sehr viel zuverl\u00e4ssigere Diagnoseverfahren wie die Sonografie zur Verf\u00fcgung stehen &#8211; es ist billiger! Geiz ist geil? F\u00fcr den Arzt leider nur solange bis ihn ein Patient verklagt, dessen Schilddr\u00fcsenvergr\u00f6\u00dferung er mit einem Jodpr\u00e4parat behandelt hat obwohl f\u00fcr die Struma eine hypertrophe Hashimoto-Thyreoiditis oder ein Morbus Basedow \u00a0urs\u00e4chlich verantwortlich war. Denn das darf man nicht vergessen &#8211; die Risiken f\u00fcr unzureichende Diagnostik und falsche Behandlung tr\u00e4gt der Arzt allein.<\/p>\n<p>Aber wenn man bei der Diagnose schon nicht sparen kann, dann doch wenigstens bei der Behandlung. Generika heisst das Stichwort! Dass es klinisch relevante Unterschiede von 0,8 bis 1,25 % in der Bioverf\u00fcgbarkeit der einzelnen LT-Pr\u00e4parate gibt war zwar auch schon vor Umsetzung der Gesundheitsreform zum 01. April 2007 bekannt, wurde angesichts des erhofften Einsparpotentials allerdings nicht beachtet. Schade nur, dass aus der Kostensenkung nichts geworden ist. Denn im Jahr 2007 gab es 18,7 Millionen Verordnungen von Schilddr\u00fcsentherapeutika (= 1,354 Milliarden Tagesdosen). Das entsprach einem Anstieg von 3,1 % gegen\u00fcber dem Vorjahr. Der dadurch erzielte Umsatz betrug 296,5 Millionen EUR und lag damit um 5,4 % h\u00f6her als im Vorjahr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Zeiten, in denen \u00c4rzte ausschliesslich das umgesetzt haben was sie als medizinisch sinnvoll erachtet haben, sind endg\u00fcltig vorbei. Das Wohl des Patienten steht schon lange nicht mehr im Mittelpunkt des Geschehens. Inzwischen geht es nur noch um eins &#8211; Geld! 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