{"id":580,"date":"2024-01-15T12:30:51","date_gmt":"2024-01-15T11:30:51","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=580"},"modified":"2025-09-17T13:51:06","modified_gmt":"2025-09-17T11:51:06","slug":"schilddruesenerkrankungen-bei-maennern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/schilddruesenerkrankungen-bei-maennern\/","title":{"rendered":"Schilddr\u00fcsenerkrankungen bei M\u00e4nnern: Seltener, aber oft \u00fcbersehen"},"content":{"rendered":"<p>Schilddr\u00fcsenprobleme sind Frauensache? Nicht ganz. Auch wenn deutlich mehr Frauen an Hashimoto-Thyreoiditis oder einer Schilddr\u00fcsenunterfunktion leiden, kommen Schilddr\u00fcsenerkrankungen bei M\u00e4nnern durchaus vor \u2013 werden aber deutlich seltener erkannt.\u00a0Das liegt nicht nur an der niedrigeren H\u00e4ufigkeit, sondern auch daran, dass typische Symptome bei M\u00e4nnern oft verharmlost, verschwiegen oder fehlgedeutet werden. Vor allem Tabuthemen wie Libidoverlust, Potenzschw\u00e4che oder Unfruchtbarkeit bleiben h\u00e4ufig unausgesprochen \u2013 auch in der \u00e4rztlichen Sprechstunde.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2>Schilddr\u00fcsenbeschwerden bei M\u00e4nnern<\/h2>\n<p>Die Krankheitssymptome sind bei M\u00e4nnern und Frauen grunds\u00e4tzlich \u00e4hnlich. Als M\u00e4nner-typisch k\u00f6nnte man vielleicht nennen:<\/p>\n<ul>\n<li>Haarausfall bis hin zu vorzeitigen <strong>Glatzenbildung<\/strong><\/li>\n<li><strong>Gyn\u00e4komastie<\/strong>, eine Vergr\u00f6\u00dferung der m\u00e4nnlichen Brust<\/li>\n<li><strong>Libidoverlust<\/strong> und\u00a0<strong>Potenzschw\u00e4che<\/strong>. Schon lange ist bekannt, dass eine Schilddr\u00fcsenunterfunktion (Mangel an Schilddr\u00fcsenhormonen, Hypothyreose) bei M\u00e4nnern h\u00e4ufig zu einem reduzierten Lustempfinden f\u00fchrt. In diesem Zusammenhang kann es auch zu Erektionsproblemen kommen.<\/li>\n<li><strong>Fertilit\u00e4tsst\u00f6rungen<\/strong>. Das <strong>OAT-Syndrom<\/strong> (Oligo-Astheno-Teratozoospermie-Syndrom) ist die h\u00e4ufigste Ursache f\u00fcr eine verminderte Zeugungsf\u00e4higkeit des Mannes. Eine der m\u00f6glichen Ursachen ist eine Unterfunktion der Schilddr\u00fcse.\u00a0Die Merkmale des OAT-Syndroms sind eine geringe Spermienanzahl (oligo), eine verminderte Beweglichkeit der Spermien (astheno) und eine erh\u00f6he Rate an fehlgeformten Spermien (terato).<\/li>\n<li><span style=\"color: #000000;\"><strong>Unfruchtbarkeit<\/strong>. Die Hashimoto-Thyreoiditis ist die h\u00e4ufigste Ursache f\u00fcr eine Unterfunktion der Schilddr\u00fcse (Hypothyreose). Vereinzelt wird in diesem Zusammenhang diskutiert, ob bei an einer Hashimoto-Thyreoiditis erkrankten unfruchtbaren M\u00e4nnern eventuell ein Mangel an Selen von Bedeutung ist. Die selenabh\u00e4ngige Glutathionperoxidase soll ein entscheidendes Strukturprotein im Schwanzst\u00fcck von Spermien sein. Au\u00dferdem gibt es Hinweise, dass die f\u00fcr eine Hashimoto-Thyreoiditis charakteristischen Thyreo-Peroxidase-Antik\u00f6rpern die Spermienqualit\u00e4t negativ beeinflussen.<\/span><\/li>\n<li><strong>Abbau von Muskelmasse<\/strong><\/li>\n<li>Auff\u00e4lliger <strong>Verlust von Muskelkraft<\/strong><\/li>\n<li><strong>Testosteronmangel<\/strong>. Ein Testosteronmangel kommt bei M\u00e4nnern mit Schilddr\u00fcsenunterfunktion h\u00e4ufiger vor.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Schilddr\u00fcsendiagnostik bei M\u00e4nnern: Was geh\u00f6rt dazu?<\/h2>\n<p>Bei Verdacht auf eine Schilddr\u00fcsenerkrankung (v.\u202fa. bei M\u00fcdigkeit, Libidoverlust oder unerf\u00fclltem Kinderwunsch) sollte eine gr\u00fcndliche Hormonuntersuchung erfolgen:<\/p>\n<p><strong>Empfohlene Laborwerte:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>TSH<\/strong> (regulierendes Hormon)<\/li>\n<li><strong>fT3 und fT4<\/strong> (freie Schilddr\u00fcsenhormone)<\/li>\n<li><strong>TPO-Antik\u00f6rper<\/strong> (bei Verdacht auf Hashimoto)<\/li>\n<li><strong>Testosteron (gesamt + frei)<\/strong> und ggf. SHBG<\/li>\n<li><strong>Selen-Spiegel<\/strong> (insb. bei Fruchtbarkeitsproblemen)<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Medikament\u00f6se Behandlung<\/h2>\n<div style=\"background-color: #fde6ee; border: 1px solid #e91e63; padding: 16px; border-radius: 8px; font-family: sans-serif; max-width: 600px; margin: 20px auto;\">\n<h3 style=\"margin-top: 0; color: #e91e63; font-size: 1.2em;\">&#x1f48a; Schilddr\u00fcse und Selen \u2013 was das Spurenelement f\u00fcr Ihre Hormonbalance tun kann<\/h3>\n<p style=\"color: #4a2c35; line-height: 1.5;\">Selen ist unverzichtbar f\u00fcr eine gesunde Schilddr\u00fcse. Warum es so wichtig ist, wie es bei Hashimoto helfen kann \u2013 und welche Pr\u00e4parate empfehlenswert sind, lesen Sie hier.<\/p>\n<p><a style=\"display: inline-block; padding: 10px 16px; background-color: #e91e63; color: #fff; text-decoration: none; border-radius: 4px; font-weight: bold;\" href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/schilddruese-und-selen-warum-dieses-spurenelement-so-wichtig-ist\/\">Jetzt lesen<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p>Inwieweit sich die geschilderten Beschwerden durch eine gute medikament\u00f6se Einstellung der Schilddr\u00fcsenfunktion zur\u00fcckbilden ist im Einzelfall unterschiedlich. Besser wird die Symptomatik auf jeden Fall! Die Einstellung mit einem Schilddr\u00fcsenhormonpr\u00e4parat ist bei M\u00e4nnern erfahrungsgem\u00e4\u00df sogar sehr viel einfacher als bei Frauen, weil sie keinen Monatszyklus haben und die frauentypischen hormonellen Umstellungsphasen wie Schwangerschaften oder Wechseljahre auch kein Thema sind.<\/p>\n<p>M\u00e4nner haben sich bislang nur vereinzelt mit Fragen an mich gewandt. Dabei ging es meistens um anhaltende M\u00fcdigkeit, Regenerationsprobleme nach sportlichen Aktivit\u00e4ten und das Nicht-Wieder-Erreichen der gewohnten k\u00f6rperlichen Belastbarkeit. Sie versuchen oft mit einem intensiveren Training dem entgegenzuwirken, haben damit aber nur einen begrenzten Erfolg. Hilfreicher ist da beispielsweise oft eine hochdosierte N\u00e4hrstofftherapie (insbesondere Selen) oder auch die Einnahme von zus\u00e4tzlichem T3 nach den Trainingseinheiten.<\/p>\n<h2>M\u00e4nner reden anders \u2013 oder gar nicht<\/h2>\n<p>Viele M\u00e4nner mit Schilddr\u00fcsenproblemen wenden sich auch erst sp\u00e4t oder gar nicht an \u00e4rztliches Fachpersonal. Die \u201etypischen M\u00e4nnerfragen\u201c, die dann gestellt werden, lauten:<\/p>\n<ul>\n<li>Warum bin ich st\u00e4ndig m\u00fcde, obwohl ich keinen Stress habe?<\/li>\n<li>Wieso habe ich keine Lust mehr auf Sex?<\/li>\n<li>Warum nehme ich zu, obwohl ich regelm\u00e4ssig Sport treibe?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Hier ist wichtig zu wissen: Schilddr\u00fcsenerkrankungen betreffen nicht nur die Schilddr\u00fcse, sondern k\u00f6nnen tiefgreifende Auswirkungen auf das gesamte hormonelle Gleichgewicht und das k\u00f6rperliche Leistungsverm\u00f6gen haben. Auch M\u00e4nner sollten also ihre Schilddr\u00fcse im Blick haben!<\/p>\n<hr \/>\n<p>Letzte Aktualisierung: 17. September 2025<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schilddr\u00fcsenprobleme sind Frauensache? Nicht ganz. Auch wenn deutlich mehr Frauen an Hashimoto-Thyreoiditis oder einer Schilddr\u00fcsenunterfunktion leiden, kommen Schilddr\u00fcsenerkrankungen bei M\u00e4nnern durchaus vor \u2013 werden aber deutlich seltener erkannt.\u00a0Das liegt nicht nur an der niedrigeren H\u00e4ufigkeit, sondern auch daran, dass typische Symptome bei M\u00e4nnern oft verharmlost, verschwiegen oder fehlgedeutet werden. 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