{"id":574,"date":"2024-01-15T13:00:51","date_gmt":"2024-01-15T12:00:51","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=574"},"modified":"2025-06-15T11:30:34","modified_gmt":"2025-06-15T09:30:34","slug":"beurteilung-der-schilddruesenparameter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/beurteilung-der-schilddruesenparameter\/","title":{"rendered":"Beurteilung der Schilddr\u00fcsenparameter"},"content":{"rendered":"<p>Die korrekte Beurteilung der Schilddr\u00fcsenwerte fT3, fT4 und TSH ist ausgesprochen schwierig, weil sie von zahlreichen unterschiedlichen Faktoren abh\u00e4ngig ist.<\/p>\n<p>Bei schilddr\u00fcsengesunden PatientInnen bzw. vor Therapiebeginn werden die gemessenen Werte beispielsweise anders beurteilt als bei schilddr\u00fcsenkranken PatientInnen unter einer Therapie mit einem Schilddr\u00fcsenhormonpr\u00e4parat. Hier wird tendenziell ein TSH im niedrig normalen Bereich (0,5 \u2013 1,0 mIU\/ml), ein fT4 im oberen Bereich und ein fT3 im mittleren Bereich angestrebt. In Ausnahmef\u00e4llen kann es aber auch notwendig sein \u00fcber die Referenzbereiche hinauszugehen.<!--more--><\/p>\n<p>Bei der Beurteilung der Schilddr\u00fcsenparameter ist au\u00dferdem zu ber\u00fccksichtigen, dass es durch die unterschiedlichsten Einflussfaktoren zu verf\u00e4lschten Werten kommen kann, welche die Schilddr\u00fcsenhormonstoffwechsellage nicht korrekt widerspiegeln. An Medikamenten sind hier insbesondere Amiodaron und Lithium zu nennen. Einige Hersteller der Testverfahren weisen zudem darauf hin, dass sehr hohe Antik\u00f6rpertiter die Testergebnisse beeinflussen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2><strong>Einflussfaktoren auf das TSH<\/strong><\/h2>\n<p>Schwere Allgemeinerkrankungen k\u00f6nnen ebenso wie Stress und Di\u00e4ten eine deutliche Erniedrigung des TSH zur Folge haben. Bei k\u00f6rperlicher Belastung oder K\u00e4lte steigt das TSH an.<\/p>\n<p>Auch durch St\u00f6rungen der Nebennierenrindenfunktion wird die TSH-Sekretion beeinflusst (Morbus Addison \u25ba TSH erh\u00f6ht \/ Morbus Cushing \u25ba TSH erniedrigt).<\/p>\n<p>Verschiedene Medikamente wie z.B. Dopamin, Somatostatin, Hydrocortison, Glucokortikoide, Bromocriptin, Salicylate usw. k\u00f6nnen das TSH senken. T3-T4-Kombinationspr\u00e4parate haben fast immer eine dauerhafte Suppression des TSH zur Folge. Dopamin-Antagonisten wie Metoclopramid, Domperidon und Haloperidol k\u00f6nnen ebenso wie Thyreostatika zu einer Erh\u00f6hung des TSH f\u00fchren.<\/p>\n<aside class=\"info-box\" style=\"border: 1px solid #ccc; padding: 1em; background-color: #f9f9f9; margin: 1em 0 2em 0;\">\n  <strong>Tipp:<\/strong> <a href=\"\/thyreoiditis\/spezial-symptome-schilddruesenfehlfunktion\/\">Die Symptome einer Schilddr\u00fcsenfehlfunktion erkennen<\/a> \u2013 und richtig zuordnen!<br \/>\n<\/aside>\n<h2><strong>Einflussfaktoren auf FT3 und FT4<\/strong><\/h2>\n<p>1. Als Low-T3-Syndrom bezeichnet man eine erniedrigte Konzentration des Schilddr\u00fcsenhormons Triiodthyronin (T3) im Blut, wobei das Reverse-T3 (rT3) relativ hoch ist. TSH und fT4 sind meist normal. Zum Low-T3-Syndrom kommt es bei schweren Allgemeinerkrankungen wie einem Herzinfarkt oder dem Non-Thyroidal-Illness-Syndrom (Euthyroid-Sick-Syndrom, TACITUS-Syndrom). Als Ursache f\u00fcr das Low-T3-Syndrom wird eine schlechtere Umwandlung von T4 in T3 (Hypodejodierung) im Rahmen von entz\u00fcndlichen Prozessen angenommen. Vollst\u00e4ndig gekl\u00e4rt sind die Zusammenh\u00e4nge aber noch nicht.<\/p>\n<p>2. Inzwischen h\u00e4ufiger Ber\u00fccksichtigung finden Variablen wie Alter, Geschlecht oder auch die Einnahme \u00f6strogenhaltiger Ovulationshemmer bzw. das Vorliegen einer Schwangerschaft. Bei Kindern gelten grunds\u00e4tzlich andere Referenzbereiche als oben angegeben! Bei M\u00e4nnern liegen die Werte von fT3 und fT4 tendenziell h\u00f6her als bei Frauen. Bei Frauen die Ovulationshemmer einnehmen liegen die fT3- und fT4-Werte h\u00f6her als bei Frauen die keine Ovulationshemmer einnehmen. Bei Schwangeren sind eine Erniedrigung des TSH sowie eine geringgradige Erh\u00f6hung des fT4 h\u00e4ufig.<\/p>\n<p>Hinweis: Die obige Zusammenstellung fasst nur die h\u00e4ufigsten Einflussfaktoren auf die Schilddr\u00fcsenwerte zusammen. Sie ist keinesfalls vollst\u00e4ndig.<\/p>\n<hr \/>\n<p>Letzte Aktualisierung: 15. Januar 2024<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die korrekte Beurteilung der Schilddr\u00fcsenwerte fT3, fT4 und TSH ist ausgesprochen schwierig, weil sie von zahlreichen unterschiedlichen Faktoren abh\u00e4ngig ist. Bei schilddr\u00fcsengesunden PatientInnen bzw. vor Therapiebeginn werden die gemessenen Werte beispielsweise anders beurteilt als bei schilddr\u00fcsenkranken PatientInnen unter einer Therapie mit einem Schilddr\u00fcsenhormonpr\u00e4parat. 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