{"id":564,"date":"2010-04-20T18:51:04","date_gmt":"2010-04-20T16:51:04","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=564"},"modified":"2024-01-08T11:21:04","modified_gmt":"2024-01-08T10:21:04","slug":"gletscherschmelze-verantwortlich-fuer-jodmangel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/gletscherschmelze-verantwortlich-fuer-jodmangel\/","title":{"rendered":"Gletscherschmelze verantwortlich f\u00fcr Jodmangel?"},"content":{"rendered":"<p>Sicher haben Sie schon mal irgendwo gelesen &#8222;Deutschland ist ein Jodmangelgebiet, weil das urspr\u00fcnglich vorhandene Jod w\u00e4hrend der letzten Eiszeit vor rund 11.000 Jahren verloren ging.&#8220;. In diesem Zusammenhang wird oftmals weiter behauptet \u201eDas Schmelzwasser der abtauenden Gletscher wusch das Jod aus B\u00f6den und Gesteinen und sp\u00fclte es ins Meer.\u201c.<!--more--><\/p>\n<h2>Warum die Gletscherschmelze nicht f\u00fcr den Jodmangel verantwortlich sein kann.<\/h2>\n<p>Nachfolgend sind sieben Gr\u00fcnde aufgef\u00fchrt warum diese weit verbreitete Annahme falsch sein muss.<\/p>\n<p>1. Die meisten europ\u00e4ischen Gletscher sind keine \u00dcberbleibsel aus der letzten Eiszeit (Pleistoz\u00e4n), sondern sie sind \u00fcberhaupt erst vor rund 5.000 Jahren entstanden. Bis dahin war Europa weitgehend eisfrei, d. h. es gab in Deutschland keine Gletscher die h\u00e4tten schmelzen k\u00f6nnen!<\/p>\n<p>2. W\u00e4hrend einer Eiszeit (Kaltzeit) ist es im \u00dcbrigen, wie der Begriff schon vermuten l\u00e4sst, kalt um nicht zu sagen eiskalt. ;-) Das bedeutet genau das Gegenteil, n\u00e4mlich dass es nicht zu Gletscherschmelzen, sondern zu Gletschervorst\u00f6\u00dfen kommt.<\/p>\n<p>3. Wenn \u00fcberhaupt, dann k\u00f6nnten die Gletscher also nur w\u00e4hrend der aktuellen Nacheiszeit (Holoz\u00e4n) geschmolzen sein. Aber auch in den sogenannten \u201eW\u00e4rmephasen\u201c eines Eiszeitalters ist das Klima relativ kalt, d.h. die Eisbedeckung in der N\u00e4he der Pole und der h\u00f6heren Gebirge bleibt fast vollst\u00e4ndig erhalten. Im aktuellen K\u00e4nozoischen Eiszeitalter gab es in der &#8222;W\u00e4rmephase&#8220; sogar bereits sehr kalte Phasen, wie z.B. vor 6.000 bis 4.000 Jahren und 2000 Jahren, in denen es zu Gletscherausdehnungen und -neubildungen (s.o.) kam.<\/p>\n<p>4. Nat\u00fcrliches Jod kommt in B\u00f6den, in Gesteinen und im Meerwasser vor. Durch Regen oder Schmelzwasser aus dem Boden oder Gesteinen gel\u00f6stes Jod versickert entweder \u00fcber tiefere Erdschichten z.T. ins Grundwasser* (gelangt also ins Trinkwasser) oder es wird oberirdisch in die Fl\u00fcsse und auf diesem Weg teilweise weiter ins Meerwasser geleitet.<\/p>\n<p>5. Diese Verwitterungsprozesse finden fortlaufend statt, d.h. auch heute noch wird in Gesteinen enthaltenes Jod auf diese Weise freigesetzt. Auch die Boden- bzw. Humusbildung (N\u00e4hrstoffdepot f\u00fcr Pflanzen) ist zu keinem Zeitpunkt abgeschlossen gewesen.<\/p>\n<p>6. Die Wasserl\u00f6slichkeit von Jod ist gering. Die Gletscher werden vermutlich keinen Alkohol enthalten haben, welcher die L\u00f6slichkeit des Jods erheblich verbessert h\u00e4tte. ;-) Au\u00dferdem ist eher unwahrscheinlich, dass das Schmelzwasser selektiv nur das Jod und nicht auch andere wasserl\u00f6sliche Substanzen ausgewaschen haben soll.<\/p>\n<p>7. Jod welches in ein Oberfl\u00e4chengew\u00e4sser gelangt ist, bleibt dort nicht gebunden (bis es im Meer angekommen ist), sondern es wird auch als Jodgas in die Luft freigesetzt. Durch Niederschl\u00e4ge gelangt es wieder in den Boden vor Ort.<\/p>\n<p>* Deutsche Heilb\u00e4der mit Jodquellen sind beispielsweise Bad Bevensen, Bad Endorf, Bad Hall, Bad Schwartau, Sulzbrunn im Allg\u00e4u, Bad T\u00f6lz, Bad Westernkotten, Bad Wiessee am Tegernsee, Nordseebad Dangast, Ostseeheilb\u00e4der Ahlbeck, Heringsdorf und Bansin.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/das-wichtigste-zum-spurenelement-jod\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-10118\" src=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-content\/uploads\/2012\/03\/SDG-Tipp.png\" alt=\"\" width=\"112\" height=\"48\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/das-wichtigste-zum-spurenelement-jod\/\">\u2192 Das Wichtigste zum Spurenelement Jod<\/a> erfahren Sie unter dem vorstehenden Link. Alle bisher zum Streitthema Jod ver\u00f6ffentlichten Artikel k\u00f6nnen sie sich unter dem Schlagwort \u2192 <a href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/tag\/jod\/\">Jod<\/a> anzeigen lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sicher haben Sie schon mal irgendwo gelesen &#8222;Deutschland ist ein Jodmangelgebiet, weil das urspr\u00fcnglich vorhandene Jod w\u00e4hrend der letzten Eiszeit vor rund 11.000 Jahren verloren ging.&#8220;. 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