{"id":4819,"date":"2018-11-15T09:00:13","date_gmt":"2018-11-15T08:00:13","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=4819"},"modified":"2025-08-05T08:18:19","modified_gmt":"2025-08-05T06:18:19","slug":"genetischer-hintergrund-von-schilddruesenhormonspiegeln-weiter-erforscht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/genetischer-hintergrund-von-schilddruesenhormonspiegeln-weiter-erforscht\/","title":{"rendered":"Genetischer Hintergrund von Schilddr\u00fcsenhormonspiegeln weiter erforscht"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das ThyroidOmics Consortium, ein internationaler Zusammenschluss von ForscherInnen, hat Neuigkeiten zu Erbanlagen ver\u00f6ffentlicht die wichtig f\u00fcr die Schilddr\u00fcsenfunktion sind.<\/strong><\/p>\n<p>Gesundheitsdaten aus Vorpommern liefern erneut wertvolle Informationen f\u00fcr den medizinischen Fortschritt<\/p>\n<p>Wissenschaftler haben zahlreiche Gene entdeckt, die den Spiegel von Schilddr\u00fcsenhormonen beeinflussen und zu einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr Schilddr\u00fcsen\u00fcber-und-unterfunktionen f\u00fchren. Rund zehn Prozent der Bev\u00f6lkerung leidet unter derartigen St\u00f6rungen. Fehlfunktionen der Schilddr\u00fcse erh\u00f6hen unter anderem das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und deren Todesfolge. Bei zwei dieser Gene konnten die Funktion als Transport von Schilddr\u00fcsenhormonen in die Zelle bzw. eine direkte Beeinflussung des Hormonstoffwechsels aufgezeigt werden. Dadurch stellen sie potenzielle Zielgene f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Medikamentenentwicklung dar. Die Studienergebnisse wurden Ende Oktober in der renommierten Fachzeitschrift \u201eNature Communications\u201c*ver\u00f6ffentlicht.<!--more--><\/p>\n<p>Bei dieser internationalen Studie im Rahmen des ThyroidOmics Consortium1**, an der mehr als 130 Wissenschaftler beteiligt waren, wurden Daten von mehr als 72.000 Personen untersucht. Dabei wurden mehr als 100 Genorte entdeckt, die die genannten Schilddr\u00fcsenparameter beeinflussen, wobei etwa die H\u00e4lfte der gefundenen Verkn\u00fcpfungen bisher unbekannt war. In der Summe beeinflussen die schilddr\u00fcsenspezifischen genetischen Variationen das Risiko zur Bildung einer Struma, also einer Schwellung von Schilddr\u00fcsengewebe, aber auch andere Parameter wie Blutfettwerte, K\u00f6rpergr\u00f6\u00dfe oder Nierenfunktion.<\/p>\n<p>Auch von den beiden Greifswalder Bev\u00f6lkerungsstudien SHIP (Study of Health in Pomerania) und SHIPTrend flossen Daten von mehr als 4.500 Teilnehmern in das aktuelle Projekt mit ein. Dr. Alexander Teumer, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universit\u00e4tsmedizin Greifswald und dem Deutschen Zentrum f\u00fcr Herz-Kreislauf-Forschung e.V. (DZHK) sowie einer der f\u00fchrenden Autoren der aktuellen Studie, hebt die sehr gute Zusammenarbeit in dem internationalen Konsortium hervor: \u201eIch freue mich \u00fcber die erneute erfolgreiche Zusammenarbeit eines internationalen Forscherteams aus Mathematikern, Medizinern und Biologen, die diese wertvollen wissenschaftlichen Erkenntnisse erst erm\u00f6glicht hat, wobei auch die vielen tausend freiwilligen Studienteilnehmer einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet haben. Insbesondere konnten wir bei den funktionalen Analysen der beiden Zielgene von einer langj\u00e4hrigen Kooperation mit den Rotterdamer Kollegen profitieren.\u201c<\/p>\n<p>Die gewonnenen Erkenntnisse verbessern das Verst\u00e4ndnis \u00fcber die Funktion der Schilddr\u00fcse und sollen durch individuelle Risikoabsch\u00e4tzung effektivere Therapieans\u00e4tze bei der Behandlung von Schilddr\u00fcsenfehlfunktionen liefern. Weiterhin erm\u00f6glichen die gefundenen Ergebnisse Analysen zum Ursache-Wirkungsprinzip von Schilddr\u00fcsenfunktion auf andere Krankheiten, ohne zwingend langwierige und kostenintensive klinische Studien durchf\u00fchren zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>*Publikation Nature Communications, 26.10.2018 Teumer, Chaker, Groeneweg, Li, Di Munno, Barbieri et al. \u201eGenome-wide analyses identify a role for SLC17A4 and AADAT in thyroid hormone regulation\u201c doi:www.nature.com\/articles\/s41467-018-06356-1<\/p>\n<p>Das**ThyroidOmics Consortium (thyroidomics.com) ist ein Zusammenschluss auf Kooperationsbasis von weltweit f\u00fchrenden epidemiologischen und klinischen Studien zur Erforschung der Schilddr\u00fcsenfunktion und von Schilddr\u00fcsenkrankheiten. Schwerpunkt liegt dabei auf der Anwendung von genetischen, epigenetischen, Transkriptom-, Proteom-und Metabolomdaten (OMICS-Daten). Das Konsortium wird von Marco Medici (Erasmus Medical Center, Rotterdam, Niederlande) zusammen mit Alexander Teumer (Universit\u00e4tsmedizin Greifswald, Greifswald, Deutschland) koordiniert.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.medizin.uni-greifswald.de\/fileadmin\/user_extern_upload\/Presse\/2018\/PI_76_2_2018_UMG.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">medizin.uni-greifswald.de<\/a> (<span style=\"color: #ff0000;\">Link gepr\u00fcft am 14.09.23<\/span>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ThyroidOmics Consortium, ein internationaler Zusammenschluss von ForscherInnen, hat Neuigkeiten zu Erbanlagen ver\u00f6ffentlicht die wichtig f\u00fcr die Schilddr\u00fcsenfunktion sind. 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