{"id":4052,"date":"2018-07-02T09:00:51","date_gmt":"2018-07-02T07:00:51","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=4052"},"modified":"2025-06-15T11:36:28","modified_gmt":"2025-06-15T09:36:28","slug":"ermittlung-der-individuell-richtigen-schilddruesenhormondosis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/ermittlung-der-individuell-richtigen-schilddruesenhormondosis\/","title":{"rendered":"Ermittlung der individuell richtigen Schilddr\u00fcsenhormondosis"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bis die richtige Dosierung der Schilddr\u00fcsenhormone gefunden ist kann es einige Zeit dauern. Die zuerst gew\u00e4hlte Anfangsdosis ist meist eine andere als die sp\u00e4tere Wohlf\u00fchldosis. Gerade die Einstellungszeit erfordert also einiges an Geduld. Das liegt daran, dass man eine Dosis eines Schilddr\u00fcsenhormonpr\u00e4parats immer erst einige Wochen beibehalten muss bis es Sinn macht die Schilddr\u00fcsenwerte zu kontrollieren und gegebenenfalls anschlie\u00dfend die Dosierung wieder zu \u00e4ndern.<\/strong><!--more--><\/p>\n<h3>Initialdosis<\/h3>\n<figure id=\"attachment_1201\" aria-describedby=\"caption-attachment-1201\" style=\"width: 322px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1201\" src=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Schilddruesenhormone.jpg\" alt=\"Blister Schilddr\u00fcsenhormontabletten\" width=\"322\" height=\"223\" srcset=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Schilddruesenhormone.jpg 322w, https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-content\/uploads\/2015\/07\/Schilddruesenhormone-300x208.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 322px) 100vw, 322px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1201\" class=\"wp-caption-text\">Schilddr\u00fcsenhormone\u00a0 m\u00fcssen t\u00e4glich, entweder 30 Minuten vor dem Fr\u00fchst\u00fcck oder unmittelbar vor dem Schlafengehen, eingenommen werden.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Einstellung mit einem Schilddr\u00fcsenhormonpr\u00e4parat ist also eine langwierige Angelegenheit die sich normalerweise \u00fcber mehrere Monate &#8211; in Einzelf\u00e4llen sogar ein bis zwei Jahre &#8211; hinzieht.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wird die Initialdosis (auch: <strong>Aufs\u00e4ttigungs- oder Anfangsdosis<\/strong>) ermittelt. Als grobe Richtschnur wird dabei von einem Schilddr\u00fcsenhormonbedarf von ein bis zwei Mikrogramm Levothyroxinnatrium pro Kilogramm K\u00f6rpergewicht ausgegangen.<\/p>\n<p>Diese Initialdosis ist normalerweise h\u00f6her als die sp\u00e4ter notwendige <strong>Erhaltungsdosis<\/strong>, damit m\u00f6glichst schnell eine Besserung des Befindens erreicht wird. Im Hinblick darauf ist jedoch zu ber\u00fccksichtigen, dass Schilddr\u00fcsenhormone aufgrund m\u00f6glicher unangenehmer Erstreaktionen einschleichend dosiert werden m\u00fcssen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em>Beispiel: Bei einer 65 kg schweren Frau wird Levothyroxinnatrium zun\u00e4chst in einer Dosis von 100 \u00b5g verordnet. Dieses wird langsam eingeschlichen, d.h. in der ersten Woche 1\/4 Tablette (25 \u00b5g), in der zweiten Woche 1\/2 Tablette (50 \u00b5g), in der dritten Woche 3\/4 Tablette (75 \u00b5g) und ab der vierten Woche dann eine ganze Tablette (100 \u00b5g).<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<h3>Ziel: TSH im Normalbereich<\/h3>\n<p>Bei der Schilddr\u00fcsenhormontherapie geht es zun\u00e4chst einmal darum die Schilddr\u00fcsenunterfunktion medikament\u00f6s so auszugleichen, dass das TSH (Thyroidea Stimulating Hormon) wieder im Normalbereich ist. Damit einher geht in der Regel bereits eine deutliche Linderung der vorhandenen Krankheitssymptome.<\/p>\n<p>Der sogenannte <strong>Steady state<\/strong> (&#8222;gleichbleibender Zustand&#8220;) des TSH wird ungef\u00e4hr sechs Wochen nach einer Dosis\u00e4nderung erreicht. Dies ist bei der Entscheidung zur Laborkontrolle der Schilddr\u00fcsenwerte nach Dosis\u00e4nderungen zu ber\u00fccksichtigen. Das bedeutet, die erste Blutabnahme zur Einsch\u00e4tzung der Schilddr\u00fcsenfunktionslage findet \u00fcblicherweise sechs bis neun Wochen nach Beginn der Schilddr\u00fcsenhormontherapie statt.<\/p>\n<aside class=\"info-box\" style=\"border: 1px solid #ccc; padding: 1em; background-color: #f9f9f9; margin: 1em 0 2em 0;\">\n  <strong>Tipp:<\/strong> <a href=\"\/thyreoiditis\/spezial-symptome-schilddruesenfehlfunktion\/\">Die Symptome einer Schilddr\u00fcsenfehlfunktion erkennen<\/a> \u2013 und richtig zuordnen!<br \/>\n<\/aside>\n<h3>Individuelle Wohlf\u00fchldosis<\/h3>\n<p>Normale Schilddr\u00fcsenwerte (TSH, fT3, fT4) werden f\u00e4lschlicherweise oft mit Beschwerdefreiheit des\/der Patienten\/Patientin gleichgesetzt. Ganz so einfach ist es jedoch nicht. Die Referenzbereiche sind relativ weit gefasst, so dass auch trotz vermeintlich normaler Schilddr\u00fcsenwerte Krankheitssymptome weiter bestehen oder neu auftreten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Diesbez\u00fcglich gilt es genau auszuloten bei welcher Schilddr\u00fcsenhormondosis sowohl m\u00f6glichst normale Schilddr\u00fcsenwerte als auch ein Wohlbefinden des\/der Schilddr\u00fcsenpatienten\/ Schilddr\u00fcsenpatientin erreicht werden. Das kann im Einzelfall sehr unterschiedlich sein und wird mehr oder weniger durch Ausprobieren, d.h. wiederholte geringf\u00fcgige Dosis\u00e4nderungen mit anschlie\u00dfender Laborkontrolle erreicht.<\/p>\n<p>Linktipp: W. Dietrich, N. Rigas, E. H. Fotiadou, G. Landgrafe-Mende, H. H. Klein, M. K. S. Leow, S. L. Goede &#8222;<a href=\"https:\/\/www.researchgate.net\/publication\/282868120_Die_Rekonstruktion_des_Sollwerts_der_Schilddrusenhomoostase_-_ein_Weg_zur_personalisierten_Therapie_der_Hypothyreose\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">Die Rekonstruktion des Sollwerts der Schilddr\u00fcsenhom\u00f6ostase \u2013 ein Weg zur personalisierten Therapie der Hypothyreose.<\/a>&#8220;\u00a0(<span style=\"color: #ff0000;\">Link gepr\u00fcft am 14.09.23<\/span>)<\/p>\n<hr \/>\n<p>Letzte Aktualisierung: 09. Februar 2024<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bis die richtige Dosierung der Schilddr\u00fcsenhormone gefunden ist kann es einige Zeit dauern. Die zuerst gew\u00e4hlte Anfangsdosis ist meist eine andere als die sp\u00e4tere Wohlf\u00fchldosis. Gerade die Einstellungszeit erfordert also einiges an Geduld. 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