{"id":3594,"date":"2017-10-23T15:15:27","date_gmt":"2017-10-23T13:15:27","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=3594"},"modified":"2025-08-05T08:22:57","modified_gmt":"2025-08-05T06:22:57","slug":"erste-schritte-zur-verbesserten-jodueberwachung-der-europaeischen-bevoelkerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/erste-schritte-zur-verbesserten-jodueberwachung-der-europaeischen-bevoelkerung\/","title":{"rendered":"Erste Schritte zur verbesserten Jod\u00fcberwachung der europ\u00e4ischen Bev\u00f6lkerung"},"content":{"rendered":"<p><strong>Europa wird intelligenter durch bessere Jodversorgung<\/strong><\/p>\n<p>In Europa k\u00f6nnten die negativen gesundheitlichen Folgen von Jodmangel, zu denen auch kognitive Probleme geh\u00f6ren, mit einer harmonisierten \u00dcberwachung der Jodversorgung \u00fcberwunden werden.<br \/>\nDie Universit\u00e4tsmedizin Greifswald stellt jetzt eine neuartige Infrastruktur zur Verf\u00fcgung, um eine harmonisierte \u00dcberwachung der Jodzufuhr voranzutreiben. Mit dem EUthyroid-Netzwerk hat eine europaweite Initiative die Herausforderung angenommen, den Jodmangel zu reduzieren. Koordiniert von der Universit\u00e4tsmedizin Greifswald und gef\u00f6rdert von der EU arbeiten Wissenschaftler aus 27 europ\u00e4ischen L\u00e4ndern daran, Jodmangel und seine negativen gesundheitlichen Folgen zu \u00fcberwinden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) behauptet, dass eine \u00dcberwachung der Jodaufnahme entscheidend f\u00fcr eine nachhaltige Verbesserung der Jodzufuhr in Europa ist.<!--more--><\/p>\n<p>Jodmangel ist der wichtigste Risikofaktor f\u00fcr Schilddr\u00fcsenerkrankungen bei Erwachsenen und Kindern. Tats\u00e4chlich ist Jodmangel die weltweit h\u00e4ufigste Ursache f\u00fcr vermeidbare Gehirnsch\u00e4den und die WHO mahnt seit Jahren, dass in Europa zunehmend Menschen von den Folgen eines Jodmangels betroffen sind. Aber vor allem Schwangere und Stillende haben einen erh\u00f6hten Bedarf an Jod, um eine optimale Entwicklung ihres Babys zu gew\u00e4hrleisten. Denn selbst leichter Jodmangel w\u00e4hrend der Schwangerschaft kann zu einer fehlerhaften Gehirnentwicklung mit verringerter Intelligenz f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Daten \u00fcber die Jodzufuhr fehlen<\/strong><\/p>\n<p>Die meisten Regionen in der Welt sind laut der WHO Jodmangelgebiete. Dort ist eine regelm\u00e4\u00dfige \u00dcberwachung von Vorsorgeprogrammen wichtig, um sicherzustellen, dass diese den sich st\u00e4ndig \u00e4ndernden Anforderungen gerecht werden. \u201eEuropa hat viel Erfahrung mit der Harmonisierung von Ma\u00dfnahmen \u00fcber L\u00e4ndergrenzen hinaus, aber in der Jodpr\u00e4vention n\u00fctzen wir diese Expertise nicht\u201c wundert sich Prof. John Lazarus von der Universit\u00e4t Cardiff, regionaler Koordinator des \u201eIodine Global Network\u201c in West- und Zentral-Europa. \u201eMit EUthyroid entsteht jetzt endlich eine Dynamik, die in deutlich effektiveren Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen m\u00fcnden wird.\u201c<\/p>\n<p>In Europa ist die nat\u00fcrliche Jodzufuhr aufgrund vieler regionaler Unterschiede besonders heterogen. Nur wenige L\u00e4nder haben eine regelm\u00e4\u00dfige \u00dcberwachung, aber diejenigen, die regelm\u00e4\u00dfig Studien durchf\u00fchren, verwenden unterschiedliche Methoden. Der europ\u00e4ische Kontinent stellt somit einen komplexen Flickenteppich in Bezug auf Jodversorgung und Prophylaxe dar, der vergleichende wissenschaftliche Studien erschwert oder sogar unm\u00f6glich macht. Epidemiologe und EUthyroid-Koordinator Professor Henry V\u00f6lzke von der Universit\u00e4tsmedizin Greifswald hat daran gearbeitet, die Variablen der Studien in ganz Europa zu \u00fcberwinden. \u201eDa es in Europa keine einheitlichen Daten zur Jodversorgung gibt, k\u00f6nnen wir nur Vermutungen \u00fcber die Gr\u00f6\u00dfenordnung der Gesundheitsprobleme anstellen, die ein Jodmangel ausl\u00f6st. EUthyroid er\u00f6ffnet die M\u00f6glichkeit diese unbefriedigende Situation endlich zu \u00fcberwinden.\u201c<\/p>\n<p><strong>Infrastruktur zur Standardisierung von Studien verf\u00fcgbar<\/strong><\/p>\n<p>Eine der Hauptaufgaben von EUthyroid war es, Werkzeuge und Trainings zu entwickeln, um standardisierte Studien zur Jodversorgung durchzuf\u00fchren. EUthyroid hat nun eine umfassende Schulungsinfrastruktur eingef\u00fchrt, die das Personal in Studien-Erhebungen nach einheitlichen Parametern unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Die Infrastruktur von EUthyroid umfasst: Standardisierte Frageb\u00f6gen f\u00fcr Kinder und Erwachsene in mehreren Sprachen, um den sozio\u00f6konomischen Status von Studienteilnehmern zu ermitteln; ein Lehrvideo und eine schriftliche Anleitung, um in Bev\u00f6lkerungsstudien Schilddr\u00fcsenultraschall anzuwenden; Teilnehmer k\u00f6nnen ihre F\u00e4higkeiten in der Vermessung von Schilddr\u00fcsen an Beispielbildern testen und sich ihre Messungen gegen akzeptierte Standards vergleichen; Anleitungen f\u00fcr Laboruntersuchungen, die von der Blut- bzw. Urinentnahme bis hin zu den eigentlichen Messungen zur Bestimmung von Jod und Schilddr\u00fcsenparametern reichen. Zudem wurde ein zertifiziertes EUthyroid-Labor f\u00fcr vergleichende Messungen des Iodstatus etabliert.<\/p>\n<p>Mazedonien hat bereits die EUthyroid-Infrastruktur genutzt und Professor Borislav Karanfilski, Pr\u00e4sident des nationalen Komitees f\u00fcr Jodmangel und nationaler Koordinator vom EUthyroid-Projekt vom Zentrum f\u00fcr Regionalpolitik, Forschung und Kooperation \u2018STUDIORUM\u2019 ist \u00fcberzeugt. \u201eDie EUthyroid-Werkzeuge sind hervorragend und umfassen alle Aspekte der Einrichtung einer modernen Monitoring-Studie. Ich bef\u00fcrworte vom ganzen Herzen die Infrastruktur und kann jedem empfehlen, sie in vollem Umfang zu nutzen\u201c.<\/p>\n<p>Dr. Iris Erlund vom Nationalen Institut f\u00fcr Gesundheit und Wohlfahrt (THL) in Helsinki freut sich, dass die Vergleichbarkeit zum Thema geworden ist. \u201eInsgesamt m\u00fcssen wir Qualit\u00e4tsprobleme in der Humanstudie betonen, weil es Ressourcen einspart und den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Input in die richtige Richtung bringt. Pr\u00e4vention ist immer billiger.\u201c Das Laboratorium des THL, das sich auf Ern\u00e4hrungs- und klinisch-chemische Messungen aus Forschungsprojekten spezialisiert, dient als EUthyroid Referenzlabor.<\/p>\n<p>Mit der Etablierung der EUthyroid-Infrastruktur und Ma\u00dfnahmen f\u00fcr den Vergleich zwischen Laboren wurden erste Schritte zur verbesserten Jod\u00fcberwachung der europ\u00e4ischen Bev\u00f6lkerung unternommen. Professor Henry V\u00f6lzke erkl\u00e4rte: \u201eWir sind zuversichtlich, dass die Erhaltung dieser Infrastruktur \u00fcber die Laufzeit des Projekts hinaus ma\u00dfgeblich dazu beitragen wird, standardisierte Monitoring-Studien in Europa und sogar weltweit zu erreichen.\u201c<\/p>\n<p>Quelle:<a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news682999\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\"> idw-online.de<\/a> (<span style=\"color: #ff0000;\">Link gepr\u00fcft am 14.09.23<\/span>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Europa wird intelligenter durch bessere Jodversorgung In Europa k\u00f6nnten die negativen gesundheitlichen Folgen von Jodmangel, zu denen auch kognitive Probleme geh\u00f6ren, mit einer harmonisierten \u00dcberwachung der Jodversorgung \u00fcberwunden werden. Die Universit\u00e4tsmedizin Greifswald stellt jetzt eine neuartige Infrastruktur zur Verf\u00fcgung, um eine harmonisierte \u00dcberwachung der Jodzufuhr voranzutreiben. 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