{"id":3135,"date":"2016-12-20T13:06:49","date_gmt":"2016-12-20T12:06:49","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=3135"},"modified":"2025-08-05T09:06:20","modified_gmt":"2025-08-05T07:06:20","slug":"schilddruesenkrebs-genom-analysen-seltener-tumorarten-bieten-ansatzpunkte-fuer-therapie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/schilddruesenkrebs-genom-analysen-seltener-tumorarten-bieten-ansatzpunkte-fuer-therapie\/","title":{"rendered":"Schilddr\u00fcsenkrebs: Genom-Analysen seltener Tumorarten bieten Ansatzpunkte f\u00fcr Therapie"},"content":{"rendered":"<p><strong>Schilddr\u00fcsenkrebs geh\u00f6rt zu den selteneren Krebsarten. Die allermeisten Formen sind gut behandelbar und haben eine sehr gute Prognose. Einige seltenere Formen sind jedoch wesentlich aggressiver in ihrem Wachstum und sprechen oft nicht gut auf die Behandlung mit den bisher bekannten Therapien an. Aktuelle Forschungen zur Analyse des Genoms dieser Tumoren liefern jetzt neue Einsichten in die Krebsentstehung und bieten aus Sicht der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Endokrinologie (DGE) Anhaltspunkte f\u00fcr neue Therapieans\u00e4tze.<\/strong><\/p>\n<p>In Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 7000 Menschen an einem b\u00f6sartigen Tumor in der Schilddr\u00fcse. Experten vermuten, dass dieser Krebs sogar noch h\u00e4ufiger ist. \u201eRund 90 Prozent der Schilddr\u00fcsentumore stellen sogenannte differenzierte papill\u00e4re oder follikul\u00e4re Schilddr\u00fcsenkarzinome dar. Diese k\u00f6nnen durch eine Operation \u2013 meist in Kombination mit einer Behandlung mit radioaktivem Jod \u2013 sehr gut behandelt werden\u201c, sagt Professor Dr. med. Matthias M. Weber, Leiter der Endokrinologie der Universit\u00e4tsmedizin der Johannes Gutenberg-Universit\u00e4t Mainz.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">-Anzeige-<br \/>\n<script async src=\"https:\/\/pagead2.googlesyndication.com\/pagead\/js\/adsbygoogle.js?client=ca-pub-2860650483659473\" crossorigin=\"anonymous\"><\/script><br \/>\n<!-- SDG-2025-Display-Responsiv --><br \/>\n<ins class=\"adsbygoogle\" style=\"display: block;\" data-ad-client=\"ca-pub-2860650483659473\" data-ad-slot=\"5199025168\" data-ad-format=\"auto\" data-full-width-responsive=\"true\"><\/ins><br \/>\n<script>\n     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});\n<\/script><\/p>\n<p>Bei f\u00fcnf bis zehn Prozent der Tumore sind differenzierte Funktionen \u2013 wie zum Beispiel die Radiojodaufnahme \u2013 zugunsten eines aggressiven Wachstuns verloren gegangen. \u201eDiese gering differenzierten (PDTC) oder anaplastischen Karzinome (ATC) sind bislang nicht heilbar und nur mit deutlich schlechterem Ergebnis behandelbar\u201c, berichtet Weber. \u201eDie mittlere \u00dcberlebenszeit bei diesen oft schon bei der Diagnose weit fortgeschrittenen und sehr aggressiven Schilddr\u00fcsentumoren liegt oft nur noch im Bereich von wenigen Jahren oder gar Monaten\u201c, so der DGE-Mediensprecher.<\/p>\n<p>Bei der Entstehung dieser seltenen Schilddr\u00fcsenkarzinome blieben bisher noch sehr viele Fragen offen. So war zum Beispiel unklar, ob sie direkt aus normalen Zellen entstehen oder sich aus einem differenzierten Schilddr\u00fcsenkarzinom heraus entwickeln. Unbekannt war auch, was zu dem raschen Wachstum f\u00fchrt. Eine gezielte Genom-Untersuchung hat auf beide Fragen jetzt erstmals Antworten gefunden.<\/p>\n<p>Ein Team um I\u00f1igo Landa und James Fagin vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York hat Gen-Mutationen in 117 PDTCs und ATCs untersucht und mit dem bereits bekannten Mutationsmuster von papill\u00e4ren Schilddr\u00fcsenkarzinomen verglichen. \u201eDie Untersuchungen zeigen, dass PDTCs und ATCs im Gegensatz zu papill\u00e4ren Karzinomen ein komplexes und umfassendes Spektrum an Genver\u00e4nderungen in verschiedenen Signalwegen, Wachstums- und Zellzyklusregulatoren aufweisen, damit ein buntes Potpourri an Mutationen, welche dem Tumor das hohe Aggressivit\u00e4tspotenzial verschaffen\u201c, erl\u00e4utert Professor Dr. Dr. med. Dagmar F\u00fchrer, Direktorin der Klinik f\u00fcr Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen am Universit\u00e4tsklinikum Essen. PTCs haben hingegen ein sehr einfaches Mutationsmuster, in der Regel eine aktivierende BRAF V600E oder seltener RAS-Mutationen. Diese Tumoren haben auch eine exzellente Prognose. \u201eDas \u201agenetische Chaos\u2018 nimmt insgesamt vom gering differenzierten zum anaplastischen Karzinom noch einmal zu, was die besonders kurze \u00dcberlebenszeit beim ATC erkl\u00e4rt.\u201c<\/p>\n<div style=\"background-color: #f8f9fa; border: 2px solid #6c757d; padding: 20px; border-radius: 0; color: #343a40; font-family: Arial, sans-serif;\">\n<h3 style=\"margin-top: 0;\">Wissensbaustein Schilddr\u00fcsenkrebs<\/h3>\n<p>Schilddr\u00fcsenkrebs ist eine seltene, aber ernstzunehmende Erkrankung der Schilddr\u00fcse. Fr\u00fch erkannt, sind die Heilungschancen in vielen F\u00e4llen gut. Deshalb ist es wichtig, Symptome ernst zu nehmen und sich umfassend \u00fcber Diagnose- und Behandlungsm\u00f6glichkeiten zu informieren. Auf der zentralen Seite &#8222;<strong>Was tun bei Schilddr\u00fcsenkrebs?<\/strong>&#8220; finden Sie alle wichtigen Informationen rund um die Erkrankung, Therapieformen und Nachsorge.<\/p>\n<p><a style=\"display: inline-block; background-color: #28a745; color: white; padding: 10px 20px; border-radius: 5px; text-decoration: none; font-weight: bold; text-align: center;\" href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/schilddruesenkrebs\/\">Mehr erfahren<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eDie neue Studie bietet Chancen f\u00fcr die Diagnostik und die Behandlung von Schilddr\u00fcsenkarzinomen\u201c, glaubt F\u00fchrer: \u201eDie genaue genetische Analyse von Schilddr\u00fcsenkarzinomen k\u00f6nnte uns in Zukunft noch besser zeigen, welche Tumore von einem raschen Fortschreiten bedroht sind und welche weniger aggressiv behandelt werden m\u00fcssen.\u201c F\u00fcr einige der entdeckten Treibermutationen in PDTCs und ATCs gibt es Medikamente. F\u00fcr andere sind Wirkstoffe in der Entwicklung. \u201eImmunonkologische Therapien sind gerade bei Tumoren mit hoher genetischer Instabilit\u00e4t vielversprechend. Ein solches \u201egenetisches Chaos\u201c wie beim ATC l\u00e4sst erwarten, dass Immuntherapeutika auch hier wirksam sein k\u00f6nnten\u201c, so Professor F\u00fchrer. Es komme jetzt darauf an, f\u00fcr Patienten mit diesen seltenen Tumoren Studien anzubieten, um die bislang \u00e4u\u00dferst ung\u00fcnstige Prognose der Erkrankung zu durchbrechen.<\/p>\n<p>Literatur: Landa I., Ibrahimpasic T., Boucai L., Sinha R., Knauf JA., Shah RH., Dogan S., Ricarte-Filho JC., Krishnamoorthy GP., Xu B., Schultz N., Berger MF., Sander C., Taylor BS., Ghossein R., Ganly I., Fagin JA.: Genomic and transcriptomic hallmarks of poorly differentiated and anaplastic thyroid cancers. Journal of Clinical Investigation 2016; 126(3): 1052-66.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news665460\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">idw-online.de<\/a> (<span style=\"color: #ff0000;\">Link gepr\u00fcft am 13.09.23<\/span>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schilddr\u00fcsenkrebs geh\u00f6rt zu den selteneren Krebsarten. Die allermeisten Formen sind gut behandelbar und haben eine sehr gute Prognose. Einige seltenere Formen sind jedoch wesentlich aggressiver in ihrem Wachstum und sprechen oft nicht gut auf die Behandlung mit den bisher bekannten Therapien an. 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