{"id":3037,"date":"2016-09-14T11:33:23","date_gmt":"2016-09-14T09:33:23","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=3037"},"modified":"2025-08-05T08:27:44","modified_gmt":"2025-08-05T06:27:44","slug":"hormone-veraendern-das-sehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/hormone-veraendern-das-sehen\/","title":{"rendered":"Hormone ver\u00e4ndern das Sehen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dass der menschliche K\u00f6rper komplex ist, haben wir immer geahnt. Dass Schilddr\u00fcsenhormone das Farbsehen beeinflussen, \u00fcberrascht dennoch. Genau dieses Ph\u00e4nomen erkundet ein Wissenschaftler der Universit\u00e4t Duisburg-Essen (UDE) in einer gro\u00dfen Studie. Neue Erkenntnisse wurden jetzt im Magazin Frontiers in Cellular Neuroscience ver\u00f6ffentlicht.<\/strong><\/p>\n<p>Ohne die Schilddr\u00fcsenhormone Thyroxin (T4) und Triiodothyronin (T3) geht gar nichts. Sie regulieren Prozesse wie den Stoffwechsel und wirken bei der Entwicklung des K\u00f6rpers sowie des Nervensystems mit. \u00dcberraschenderweise h\u00e4ngt auch von ihnen ab, wie wir Farben erkennen. Ist die Netzhaut mit solchen Hormonen unterversorgt, nimmt man Farben schlechter wahr oder kann sie gar nicht sehen.<\/p>\n<p>\u201eSchilddr\u00fcsenhormone aktivieren die Synthese bestimmter Pigmente in der Netzhaut. Dieser Prozess ist \u00e4u\u00dferst dynamisch, denn die Synthese wird auch im Erwachsenenalter beeinflusst, wenn die Hormonkonzentration schwankt. Das zeigten Experimente an Nagetieren und Menschen\u201c, erkl\u00e4rt Yoshiyuki Henning, Doktorand an der UDE. Der Biologe erforscht mit Karol Szafranski vom Leibniz-Institut f\u00fcr Alternsforschung \u2013 Fritz-Lipmann-Institut (FLI) in Jena diese spezielle Hormonversorgung. Eine zu hohe Konzentration k\u00f6nnte mit degenerativen Erkrankungen der Netzhaut zusammenh\u00e4ngen \u2013 was bislang kaum untersucht wurde. <!--more--><\/p>\n<p>In ihrem Artikel beschreiben die beiden Wissenschaftler einen der bekanntesten und effizientesten Schilddr\u00fcsenhormontransporter in der Netzhaut von M\u00e4usen: kurz MCT8. Solche Transporter sind extrem wichtig \u2013 nur so gelangen die Hormone in die Zielzellen. MCT8 konnte besonders stark in den ersten Lebenswochen nachgewiesen werden, bei erwachsenen Tieren nur noch in geringen Mengen. Daher vermuten die Forscher, dass der Transporter eine besondere Rolle in der finalen Reifungsphase der Netzhaut spielt, also w\u00e4hrend sich das neuronale Netzwerk ausdifferenziert. Das macht auch das Allan-Herndon-Dudley-Syndrom deutlich, ein genetischer Defekt von MCT8, der mit erheblichen geistigen und motorischen Beeintr\u00e4chtigungen einhergeht. Weitere Untersuchungen sind geplant, um herauszufinden wie sich die Sehf\u00e4higkeit \u00e4ndert, wenn der Transporter fehlt.<\/p>\n<p>Die aktuelle Studie ist der Anfang eines gro\u00dfen Projekts: \u201eWir wollen besser verstehen, wie die Netzhaut sich entwickelt und funktioniert, um Zusammenh\u00e4ngen zwischen einer gest\u00f6rten Versorgung mit Schilddr\u00fcsenhormonen und verschiedenen Sehst\u00f6rungen nachzugehen. Denn solche hormonellen St\u00f6rungen sind heute weit verbreitet, doch \u00fcber ihre Wirkung auf das Sehen wei\u00df man noch zu wenig\u201c, so Henning.<\/p>\n<p>Publikation: Age-dependent changes of monocarboxylate transporter 8 availability in the postnatal murine retina, Henning Y, Szafranski K, Front. Cell. Neurosci., 26 August 2016 | http:\/\/dx.doi.org\/10.3389\/fncel.2016.00205<\/p>\n<p>Quelle: leibniz-fli.de\u00a0(<span style=\"color: #ff0000;\">defekter Link wurde am 13.09.23 gel\u00f6scht<\/span>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass der menschliche K\u00f6rper komplex ist, haben wir immer geahnt. Dass Schilddr\u00fcsenhormone das Farbsehen beeinflussen, \u00fcberrascht dennoch. Genau dieses Ph\u00e4nomen erkundet ein Wissenschaftler der Universit\u00e4t Duisburg-Essen (UDE) in einer gro\u00dfen Studie. Neue Erkenntnisse wurden jetzt im Magazin Frontiers in Cellular Neuroscience ver\u00f6ffentlicht. 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