{"id":3019,"date":"2016-09-01T09:00:09","date_gmt":"2016-09-01T07:00:09","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=3019"},"modified":"2025-08-05T09:07:06","modified_gmt":"2025-08-05T07:07:06","slug":"zwei-treffer-machen-den-schilddruesentumor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/zwei-treffer-machen-den-schilddruesentumor\/","title":{"rendered":"Zwei Treffer machen den Schilddr\u00fcsentumor"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das autonome Adenom ist die h\u00e4ufigste Variante gutartiger Tumore der Schilddr\u00fcse. Mutationen in zwei Genen sind f\u00fcr gut 70 Prozent von ihnen verantwortlich. Wissenschaftler der Uni W\u00fcrzburg haben jetzt einen weiteren Ausl\u00f6ser identifiziert.<\/strong><\/p>\n<p>Hormone der Schilddr\u00fcse sind an der Steuerung vieler Funktionen des menschlichen K\u00f6rpers beteiligt: Sie nehmen Einfluss auf den Zucker-, Fett- und Eiwei\u00dfhaushalt, regeln die K\u00f6rpertemperatur, den Herzschlag und den Kreislauf und vieles andere mehr. Beim Kind steuern sie zudem die Entwicklung von Gehirn und Nerven sowie das Knochenwachstum. Kein Wunder, dass eine Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion sich bei den Betroffenen deutlich bemerkbar macht. Sie berichten h\u00e4ufig von einem anhaltenden Unruhezustand, einer st\u00e4ndigen Gereiztheit, Schlaflosigkeit, einem unerkl\u00e4rlichen Gewichtsverlust, vermehrtem Schwitzen und einem erh\u00f6hten Puls. Unbehandelt hat eine Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion gravierende Folgen, vor allem eine erh\u00f6hte Sterblichkeit aufgrund von Herz-Kreislauf-Krankheiten.<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">-Anzeige-<br \/>\n<script async src=\"https:\/\/pagead2.googlesyndication.com\/pagead\/js\/adsbygoogle.js?client=ca-pub-2860650483659473\" crossorigin=\"anonymous\"><\/script><br \/>\n<!-- SDG-2025-Display-Responsiv --><br \/>\n<ins class=\"adsbygoogle\" style=\"display: block;\" data-ad-client=\"ca-pub-2860650483659473\" data-ad-slot=\"5199025168\" data-ad-format=\"auto\" data-full-width-responsive=\"true\"><\/ins><br \/>\n<script>\n     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});\n<\/script><\/p>\n<p><strong>Suche nach den verantwortlichen Mutationen<\/strong><\/p>\n<p>Ausl\u00f6ser einer solchen \u00dcberfunktion sind in vielen F\u00e4llen Schilddr\u00fcsentumore, von denen die \u00fcberwiegende Zahl gutartig ist. Unter ihnen bildet wiederum das sogenannte \u201eautonome Adenom\u201c die Mehrheit. Seine Entstehung ist mittlerweile gut erforscht: \u201eWir wissen, dass spezielle Mutationen in bestimmten Genen f\u00fcr rund 70 Prozent aller autonomer Adenome verantwortlich sind\u201c, sagt Dr. Davide Calebiro vom Institut f\u00fcr Pharmakologie und Toxikologie und Bio-Imaging Center der Universit\u00e4t W\u00fcrzburg.<\/p>\n<p>Unbekannt war bislang allerdings, ob diese Mutationen ausreichen, um Schilddr\u00fcsenzellen zu krankhaftem Wachstum und \u00fcberm\u00e4\u00dfiger Hormonproduktion anzuregen \u2013 oder ob es dazu weiterer Faktoren bedarf. Unklar war auch, welche Faktoren an der Entstehung der \u00fcbrigen 30 Prozent autonomer Adenome beteiligt sind.<\/p>\n<p>Bei der Suche nach weiteren Krankheitsursachen kann ein internationales Team von Wissenschaftlern \u2013 unter F\u00fchrung von Davide Calebiro, Luca Persani von der Universit\u00e4t Mailand und Ralf Paschke von der University of Calgary \u2013 jetzt einen Erfolg vermelden. Seine Ergebnisse hat es in der aktuellen Ausgabe des Journal of Clinical Investigation (JCI) ver\u00f6ffentlicht \u2013 Davide Calebiro ist Erstautor der Studie. Daran beteiligt waren au\u00dferdem Forscher der Arbeitsgruppe von Professor Martin Fassnacht vom Universit\u00e4tsklinikum W\u00fcrzburg. Das Interdisziplin\u00e4re Zentrum f\u00fcr Klinische Forschung (IZKF) der Uni W\u00fcrzburg hat die Arbeit unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>\u201eWir haben f\u00fcr unsere Studie insgesamt 19 autonome Adenome mit Hilfe des \u201aWhole-Exome-Sequencings\u2018 untersucht\u201c, beschreibt Calebiro die Vorgehensweise der Wissenschaftler. Mit dieser Technik wird nicht das komplette Erbgut der Zellen untersucht; im Mittelpunkt stehen nur die sogenannten Exons der Gene \u2013 also ausschlie\u00dflich die Abschnitte, die tats\u00e4chlich auch in Proteine umgeschrieben werden. Zwischen ein und zwei Prozent betr\u00e4gt normalerweise der Gesamtanteil der Exone (\u201eExom\u201c) an der DNA. \u201eDabei konnten wir zeigen, dass ein bedeutender Prozentsatz dieser Adenome eine Mutation in einem Gen tr\u00e4gt, das in die Steuerung der Zellteilung und der Zelldifferenzierung involviert ist\u201c, so Calebiro.<\/p>\n<div style=\"background-color: #f8f9fa; border: 2px solid #6c757d; padding: 20px; border-radius: 0; color: #343a40; font-family: Arial, sans-serif;\">\n<h3 style=\"margin-top: 0;\">Wissensbaustein Schilddr\u00fcsenkrebs<\/h3>\n<p>Schilddr\u00fcsenkrebs ist eine seltene, aber ernstzunehmende Erkrankung der Schilddr\u00fcse. Fr\u00fch erkannt, sind die Heilungschancen in vielen F\u00e4llen gut. Deshalb ist es wichtig, Symptome ernst zu nehmen und sich umfassend \u00fcber Diagnose- und Behandlungsm\u00f6glichkeiten zu informieren. Auf der zentralen Seite &#8222;<strong>Was tun bei Schilddr\u00fcsenkrebs?<\/strong>&#8220; finden Sie alle wichtigen Informationen rund um die Erkrankung, Therapieformen und Nachsorge.<\/p>\n<p><a style=\"display: inline-block; background-color: #28a745; color: white; padding: 10px 20px; border-radius: 5px; text-decoration: none; font-weight: bold; text-align: center;\" href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/schilddruesenkrebs\/\">Mehr erfahren<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Genmutation f\u00fchrt zu vermehrter Zellteilung<\/strong><\/p>\n<p>EZH1 \u2013 oder Enhancer of Zeste Homolog 1 \u2013 lautet der wissenschaftliche Name dieses Gens. Mutationen dieses Gens stehen in einem engen Zusammenhang mit bereits bekannten Ver\u00e4nderungen anderer Gene, die ebenfalls f\u00fcr die Entstehung autonomer Adenome verantwortlich sind. Funktionelle Studien zeigen au\u00dferdem, dass Mutationen auf dem EZH1-Gen bestimmte Signalwege so ver\u00e4ndern, dass sich Zellen der Schilddr\u00fcse vermehrt teilen.<\/p>\n<p>\u201eWir konnten zeigen, dass eine Hot-Spot-Mutation in dem EZH1-Gen der zweith\u00e4ufigste genetische Defekt in autonomen Adenomen ist\u201c, fasst Davide Calebiro das zentrale Ergebnis der jetzt ver\u00f6ffentlichten Arbeit zusammen. Das geh\u00e4ufte Auftreten zusammen mit anderen Mutationen spricht seiner Meinung nach f\u00fcr ein \u201eTwo-Hit-Model\u201c, auf Deutsch: eine Zwei-Treffer-Hypothese. Demnach erh\u00f6ht die erste Mutation die Veranlagung f\u00fcr die Entstehung von Tumoren; die zweite setzt dann den unheilvollen Prozess in Gang.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news657374\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">idw-online.de\u00a0<\/a>(<span style=\"color: #ff0000;\">Link gepr\u00fcft am 13.09.23<\/span>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das autonome Adenom ist die h\u00e4ufigste Variante gutartiger Tumore der Schilddr\u00fcse. Mutationen in zwei Genen sind f\u00fcr gut 70 Prozent von ihnen verantwortlich. Wissenschaftler der Uni W\u00fcrzburg haben jetzt einen weiteren Ausl\u00f6ser identifiziert. 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