{"id":29,"date":"2015-03-12T09:34:36","date_gmt":"2015-03-12T08:34:36","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=29"},"modified":"2025-08-05T09:08:39","modified_gmt":"2025-08-05T07:08:39","slug":"schilddruesenkrebs-wenn-radiojod-nicht-mehr-wirkt-helfen-neue-medikamente","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/schilddruesenkrebs-wenn-radiojod-nicht-mehr-wirkt-helfen-neue-medikamente\/","title":{"rendered":"Schilddr\u00fcsenkrebs \u2013 Wenn Radiojod nicht mehr wirkt, helfen neue Medikamente"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein differenzierter Schilddr\u00fcsenkrebs, bei dem die Tumorzellen dem normalen Schilddr\u00fcsengewebe noch \u00e4hneln, l\u00e4sst sich meist durch Operation und Radiojod heilen. Manche Schilddr\u00fcsenkrebszellen nehmen das Radiojod jedoch nicht auf. Wenn der Krebs sich dann ausbreitet, k\u00f6nnen neue Wirkstoffe wie der Multikinase-Hemmer Lenvatinib die Erkrankung erneut kontrollieren.<\/strong><\/p>\n<p>Wie diese neuen Medikamente die Aktivit\u00e4t von Signalmolek\u00fclen und dadurch das Wachstum von Tumorzellen bremsen, wann die Therapie indiziert ist und welche Nebenwirkungen auftreten k\u00f6nnen, erl\u00e4utern Experten auf der Pressekonferenz der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Endokrinologie (DGE) am 18. M\u00e4rz 2015 in L\u00fcbeck.<\/p>\n<p>In Deutschland diagnostizieren \u00c4rzte pro Jahr bei etwa 7 200 Menschen Schilddr\u00fcsenkrebs. \u201eBei den meisten Patienten werden die Tumoren rechtzeitig bemerkt, sodass die Heilungschancen exzellent sind\u201c, berichtet Professor Dr. Dr. med. Dagmar F\u00fchrer, Direktorin der Klinik f\u00fcr Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen am Universit\u00e4tsklinikum Essen. Todesf\u00e4lle sind insgesamt selten. Im Jahr 2010 starben etwa 700 Menschen an Schilddr\u00fcsenkrebs. <!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">-Anzeige-<br \/>\n<script async src=\"https:\/\/pagead2.googlesyndication.com\/pagead\/js\/adsbygoogle.js?client=ca-pub-2860650483659473\" crossorigin=\"anonymous\"><\/script><br \/>\n<!-- SDG-2025-Display-Responsiv --><br \/>\n<ins class=\"adsbygoogle\" style=\"display: block;\" data-ad-client=\"ca-pub-2860650483659473\" data-ad-slot=\"5199025168\" data-ad-format=\"auto\" data-full-width-responsive=\"true\"><\/ins><br \/>\n<script>\n     (adsbygoogle = window.adsbygoogle || []).push({});\n<\/script><\/p>\n<p>\u201eBei Patienten mit einem progressiven, also fortschreitenden Schilddr\u00fcsenkarzinom, das mit Radiojod nicht behandelt werden kann, waren die Behandlungsoptionen der Patienten bislang sehr begrenzt\u201c, sagt Professor F\u00fchrer. Klassische, traditionelle Chemotherapien, die bei anderen Krebsformen gute Ergebnisse erzielen, seien bei Schilddr\u00fcsenkrebs nahezu wirkungslos. Mit der Entwicklung von sogenannten Multikinase-Inhibitoren, die sowohl im Tumor als auch in der Tumorumgebung Wachstumssignale ausschalten, habe sich die Situation wesentlich ge\u00e4ndert. Der Arzneistoff Sorafenib, 2006 zur Behandlung von Nierenkrebs eingef\u00fchrt, hat k\u00fcrzlich in einer klinischen Studie bei Patienten mit Schilddr\u00fcsenkrebs das sogenannte progressionsfreie \u00dcberleben, das hei\u00dft der Zeitraum, in dem eine definierte Tumorl\u00e4sion nicht w\u00e4chst, auf durchschnittlich 10,8 Monate verl\u00e4ngert, gegen\u00fcber 5,8 Monaten unter Placebo und ist seit Sommer 2014 auch zur Behandlung von Patienten mit radiojodrefrakt\u00e4rem Schilddr\u00fcsenkrebs zugelassen. Unter Lenvatinib, ebenfalls ein Multikinase-Inhibitor, nahm das sogenannte progressionsfreie \u00dcberleben sogar von 3,6 auf durchschnittlich 18,3 Monate zu. Zudem zeigten 65 Prozent der Patienten ein Ansprechen auf die Lenvatinib Therapie, in zwei Prozent der F\u00e4lle kam es zu einer vollst\u00e4ndigen R\u00fcckbildung aller Tumorabsiedlungen. \u201eDies ist in der Krebstherapie ein beachtliches Ergebnis\u201c, sagt DGE-Mediensprecher Professor Dr. med. Dr. h. c. Helmut Schatz aus Bochum. Der Experte rechnet noch in diesem Sommer mit der Einf\u00fchrung von Lenvatinib in Europa. In den USA wurde das Mittel bereits im Februar zugelassen.<\/p>\n<div style=\"background-color: #f8f9fa; border: 2px solid #6c757d; padding: 20px; border-radius: 0; color: #343a40; font-family: Arial, sans-serif;\">\n<h3 style=\"margin-top: 0;\">Wissensbaustein Schilddr\u00fcsenkrebs<\/h3>\n<p>Schilddr\u00fcsenkrebs ist eine seltene, aber ernstzunehmende Erkrankung der Schilddr\u00fcse. Fr\u00fch erkannt, sind die Heilungschancen in vielen F\u00e4llen gut. Deshalb ist es wichtig, Symptome ernst zu nehmen und sich umfassend \u00fcber Diagnose- und Behandlungsm\u00f6glichkeiten zu informieren. Auf der zentralen Seite &#8222;<strong>Was tun bei Schilddr\u00fcsenkrebs?<\/strong>&#8220; finden Sie alle wichtigen Informationen rund um die Erkrankung, Therapieformen und Nachsorge.<\/p>\n<p><a style=\"display: inline-block; background-color: #28a745; color: white; padding: 10px 20px; border-radius: 5px; text-decoration: none; font-weight: bold; text-align: center;\" href=\"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/schilddruesenkrebs\/\">Mehr erfahren<\/a><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der breite Angriffspunkt der Multikinase-Inhibitoren hat eine Kehrseite: Die Behandlung geht mit einer Reihe von Nebenwirkungen einher: Bluthochdruck, Durchf\u00e4lle, Ersch\u00f6pfung, Appetitlosigkeit, \u00dcbelkeit und Gewichtsabnahme sind h\u00e4ufig, und wie bei anderen Kinase-Inhibitoren kann es zu schmerzhaften Schwellungen und R\u00f6tungen der H\u00e4nde und F\u00fc\u00dfe kommen. Diese Nebenwirkungen lassen sich jedoch beherrschen \u201eWichtig ist, dass die Indikation richtig gestellt ist und die Therapie gut kontrolliert wird. Deshalb sollten die Patienten von einem Spezialisten, am besten von einem Endokrinologen mit onkologischem Schwerpunkt, behandelt werden\u201c, empfiehlt Professor Schatz. Bei richtiger Indikationsstellung sehen die Experten die neuen Multikinase-Inhibitoren als wichtigen Fortschritt f\u00fcr die Behandlung des radiojodrefrakt\u00e4ren Schilddr\u00fcsenkarzinoms, zumal weitere Substanzen in der Entwicklung sind.<\/p>\n<p>M. Schlumberger et al.: Lenvatinib versus placebo in radioiodine-refractory thyroid cancer. New Engl. J. Med. 2015. 372:621-630. http:\/\/www.nejm.org\/doi\/full\/10.1056\/NEJMoa1406470#t=article<\/p>\n<p>Quelle:\u00a0<a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news627121\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">idw-online.de<\/a> (Link gepr\u00fcft am 13.09.23)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein differenzierter Schilddr\u00fcsenkrebs, bei dem die Tumorzellen dem normalen Schilddr\u00fcsengewebe noch \u00e4hneln, l\u00e4sst sich meist durch Operation und Radiojod heilen. Manche Schilddr\u00fcsenkrebszellen nehmen das Radiojod jedoch nicht auf. Wenn der Krebs sich dann ausbreitet, k\u00f6nnen neue Wirkstoffe wie der Multikinase-Hemmer Lenvatinib die Erkrankung erneut kontrollieren. 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