{"id":2784,"date":"2016-01-10T12:09:41","date_gmt":"2016-01-10T11:09:41","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=2784"},"modified":"2025-08-05T08:36:14","modified_gmt":"2025-08-05T06:36:14","slug":"schalter-entdeckt-forscher-erklaeren-regulierung-der-hormonproduktion-in-der-schilddruese","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/schalter-entdeckt-forscher-erklaeren-regulierung-der-hormonproduktion-in-der-schilddruese\/","title":{"rendered":"Schalter entdeckt &#8211; Forscher erkl\u00e4ren Regulierung der Hormonproduktion in der Schilddr\u00fcse"},"content":{"rendered":"<p><strong>Obwohl Schilddr\u00fcsenerkrankungen in der Bev\u00f6lkerung sehr h\u00e4ufig vorkommen, konnte die Wissenschaft bisher eine grundlegende Frage dazu nicht ausreichend beantworten: Wie wird die Produktion von Hormonen in der Schilddr\u00fcse eigentlich molekular reguliert?<\/strong><\/p>\n<p>Wissenschaftler der Universit\u00e4t Leipzig haben nun unter der Leitung von Prof. Dr. Torsten Sch\u00f6neberg in einer Studie wichtige Erkenntnisse \u00fcber diesen Prozess gewonnen und sie in dieser Woche im Fachblatt &#8222;The Journal of Biological Chemistry&#8220; ver\u00f6ffentlicht. Die Resultate ihrer Arbeit liefern auch neue Ans\u00e4tze, wie Erkrankungen der Schilddr\u00fcse und auch anderer, \u00e4hnlich funktionierender Dr\u00fcsen therapiert werden k\u00f6nnten. <!--more--><\/p>\n<p>Millionen Menschen in aller Welt sind von Schilddr\u00fcsenerkrankungen betroffen. Zu den bekanntesten geh\u00f6ren die Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion, wie bei der Basedow Erkrankung, und die Schilddr\u00fcsenunterfunktion mit Kropfbildung. Sehr viele Menschen mit Schilddr\u00fcsenfunktionsst\u00f6rungen wissen nicht einmal davon, jedoch k\u00f6nnen diese f\u00fcr Herzrhythmusst\u00f6rungen, Gewichtsprobleme, Unfruchtbarkeit (Infertilit\u00e4t) und psychische St\u00f6rungen verantwortlich sein. Deshalb werden auch Neugeborene routinem\u00e4\u00dfig auf Schilddr\u00fcsenfunktionsst\u00f6rungen untersucht.<\/p>\n<p>Die Schilddr\u00fcse ist eine Hormonfabrik, die unter normalen Bedingungen durch das Schilddr\u00fcsen-stimulierende Hormon TSH reguliert wird. TSH bindet an einen speziellen Rezeptor, den TSH-Rezeptor, der sich an der Oberfl\u00e4che von Schilddr\u00fcsenzellen befindet. Dieses TSH-Signal f\u00fchrt zu einer Produktion und Freisetzung von Schilddr\u00fcsenhormonen, genannt Thyroxin und Triiodthyronin. Diese beiden Hormone sind f\u00fcr nahezu alle Prozesse im K\u00f6rper &#8211; Stoffwechsel, Entwicklung und Wachstum, Reproduktion &#8211; essentiell. Manchmal jedoch k\u00f6nnen auch Autoantik\u00f6rper oder Mutationen, die die gleiche Wirkung auf den TSH-Rezeptor haben, die Schilddr\u00fcse unkontrolliert aktivieren. Dies f\u00fchrt dann zu einer \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Hormonproduktion mit zum Teil fatalen Folgen f\u00fcr den Gesamtorganismus.<\/p>\n<p>Ein Wissenschaftlerteam vom Institut f\u00fcr Biochemie der Medizinischen Fakult\u00e4t der Universit\u00e4t Leipzig widmete sich nun der Frage, wie TSH, Autoantik\u00f6rper und Mutationen unabh\u00e4ngig voneinander die gleiche aktivierende Wirkung auf die Schilddr\u00fcse haben k\u00f6nnen. Die Antwort daf\u00fcr lag im TSH-Rezeptor selbst.<\/p>\n<p>&#8222;Wir fanden eine kurze Peptidsequenz &#8211; wir nennen diese p10, da sie aus zehn Aminos\u00e4uren besteht &#8211; innerhalb des TSH-Rezeptors. Bei Bindung des TSH oder von Autoantik\u00f6rpern funktioniert diese interne Sequenz als Aktivator f\u00fcr den Rezeptor. Der Rezeptor schaltet sich also selber an, wenn TSH, ein Autoantik\u00f6rper oder eine Mutation ihn dazu bewegen&#8220;, sagt Studienleiter Sch\u00f6neberg. &#8222;Bei den meisten anderen Hormon-Rezeptorsystemen im K\u00f6rper aktiviert das Hormon den Rezeptor direkt&#8220;, erkl\u00e4rt die Nachwuchswissenschaftlerin und Erstautorin der Arbeit, Antje Br\u00fcser.<\/p>\n<p>Diese neu gewonnenen Informationen \u00fcber den Mechanismus des An- und Ausschaltens dieser Rezeptorfamilie k\u00f6nnen Wissenschaftler nutzen, um gezielt therapeutische Substanzen zu entwickeln. &#8222;Zum Beispiel ist es uns gelungen, mit modifizierten p10 Peptiden die Aktivierung des TSH-Rezeptors durch Autoantik\u00f6rper zu blockieren. Auch wenn man diese Peptide noch nicht therapeutisch einsetzen kann, so zeigen sie, dass es prinzipiell m\u00f6glich ist, solche Rezeptorfehlfunktionen direkt zu beeinflussen&#8220;, erl\u00e4utert Sch\u00f6neberg. Diese Ergebnisse er\u00f6ffnen nun die M\u00f6glichkeit zur Entwicklung von Pharmaka, die bei Schilddr\u00fcsenerkrankungen und Fertilit\u00e4tsst\u00f6rungen ihren Einsatz finden k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.zv.uni-leipzig.de\/service\/kommunikation\/medienredaktion\/nachrichten.html?ifab_modus=detail&amp;ifab_id=6360\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">uni-leipzig.de<\/a> (<span style=\"color: #ff0000;\">Link gepr\u00fcft am 13.09.23<\/span>)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl Schilddr\u00fcsenerkrankungen in der Bev\u00f6lkerung sehr h\u00e4ufig vorkommen, konnte die Wissenschaft bisher eine grundlegende Frage dazu nicht ausreichend beantworten: Wie wird die Produktion von Hormonen in der Schilddr\u00fcse eigentlich molekular reguliert? 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