{"id":210,"date":"2011-03-17T08:23:50","date_gmt":"2011-03-17T07:23:50","guid":{"rendered":"http:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=210"},"modified":"2023-09-20T06:38:18","modified_gmt":"2023-09-20T04:38:18","slug":"was-waere-wenn-jodblockade-bei-bestehenden-schilddruesenerkrankungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/was-waere-wenn-jodblockade-bei-bestehenden-schilddruesenerkrankungen\/","title":{"rendered":"Was w\u00e4re, wenn &#8230; Jodblockade bei bestehenden Schilddr\u00fcsenerkrankungen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wegen einer Jodmangelstruma nehme ich bereits Jodtabletten ein. W\u00e4re ich damit auch vor radioaktivem Jod gesch\u00fctzt?<\/strong> Nein. Die in diesen Tabletten enthaltene Menge an Jod ist zu gering um eine Jodblockade der Schilddr\u00fcse bewirken zu k\u00f6nnen. Zur Behandlung von Jodmangelerkrankungen eingesetzte Medikamente enthalten lediglich 0,1 \u2013 0,2 mg Jod pro Tablette. Medikamente, wie sie kurzfristig f\u00fcr eine Jodblockade der Schilddr\u00fcse eingesetzt werden, enthalten eine 500 bis 1000mal h\u00f6here Dosierung, \u00fcblicherweise 65 mg Jod pro Tablette.<\/p>\n<p><strong>Ich habe eine Schilddr\u00fcsenunterfunktion aufgrund einer Hashimoto-Thyreoiditis. D\u00fcrfte ich im Fall der F\u00e4lle Kaliumjodid-Tabletten einnehmen?<\/strong> Ja. Jod wirkt sich auf den Krankheitsverlauf einer Hashimoto-Thyreoiditis zwar grunds\u00e4tzlich negativ aus, stellt im Fall einer erforderlichen Jodblockade aber keine Kontraindikation dar. Letztendlich ist es eine Nutzen-Risiko-Abw\u00e4gung: F\u00fcr den Schutz vor einem strahleninduzierten Schilddr\u00fcsenkrebs nimmt man eine kurzfristige Verschlechterung der Hashimoto-Thyreoiditis in Kauf.<!--more--><\/p>\n<p><strong>Ich nehme schon lange Schilddr\u00fcsentabletten ein. Dadurch ist die Schilddr\u00fcse doch sowieso stillgelegt, oder nicht?<\/strong> Nein. Schilddr\u00fcsenhormonpr\u00e4parate blockieren die Schilddr\u00fcse nicht. Es wird durch die Einnahme nur die fehlende Menge an Schilddr\u00fcsenhormonen ersetzt. Oft ist zus\u00e4tzlich aber auch noch eine Eigenproduktion vorhanden.<\/p>\n<p><strong>Ich leide unter einer Unvertr\u00e4glichkeit von Jod. F\u00fcr mich k\u00e4me eine Einnahme von Jodtabletten doch nicht in Frage, oder?<\/strong> Es ist richtig, dass bei bestimmten Erkrankungen (Dermatitis herpetiformis Duhring, hypokomplement\u00e4mische Vaskulitis, echter Jodallergie, Jododerma tuberosum, Myotonia congenita) keine Kaliumjodid-Tabletten eingenommen werden d\u00fcrfen.<\/p>\n<p><strong>Seit kurzem bin an einer Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion erkrankt. Wie s\u00e4he es da mit einer Jodblockade aus?<\/strong> Eine Schilddr\u00fcsen\u00fcberfunktion (Hyperthyreose) stellt eine Kontraindikation f\u00fcr die Einnahme von Jodtabletten dar. Dabei ist unerheblich, was die Ursache daf\u00fcr ist. Sowohl bei einer Autoimmunhyperthyreose aufgrund eines Morbus Basedow als auch bei Vorliegen einer funktionellen Autonomie d\u00fcrfen Kaliumjodid-Tabletten nicht eingenommen werden. Es besteht ansonsten die Gefahr einer noch st\u00e4rkeren \u00dcberfunktion der Schilddr\u00fcse bis hin zu einer lebensbedrohlichen, thyreotoxischen Krise.<\/p>\n<p><strong>Wegen eines Morbus Basedow nehme ich Schilddr\u00fcsenhemmer ein. Dadurch sind die Schilddr\u00fcsenwerte jetzt normal. <\/strong>&#8222;Patienten, die bereits mit Thyreostatika behandelt werden, m\u00fcssen diese Behandlung fortf\u00fchren und in kurzen Abst\u00e4nden \u00e4rztlich untersucht werden. [&#8230;] Thyreostatika, die wegen einer Hyperthyreose eingenommen werden m\u00fcssen, zeigen eine verminderte Wirksamkeit bei gleichzeitiger Einnahme von Kaliumjodid G.L. 65 mg-Tabletten. Die thyreoidale Jodaufnahme wird kompetitiv gehemmt durch Substanzen, die \u00fcber den gleichen &#8222;trapping&#8220;-Mechanismus wie Jodid in die Schilddr\u00fcse eingeschleust werden (z. B. Perchlorat, das dar\u00fcber hinaus die Rezirkulation von Jod innerhalb der Dr\u00fcse hemmt), aber auch durch Substanzen, die selbst nicht transportiert werden, wie Thiocyanat bei Konzentrationen \u00fcber 5 mg\/dl.&#8220; Quelle: Gerot Lannach (Herstellerinformation zu Kaliumjodid G.L. 65 mg-Tabletten) <span style=\"color: #ff0000;\">Link funktioniert nicht mehr.<\/span><\/p>\n<p><strong>Bei mir wurden mehrere kalte Schilddr\u00fcsenknoten festgestellt. Es besteht der Verdacht auf Schilddr\u00fcsenkrebs.<\/strong> Bei Verdacht auf Schilddr\u00fcsenkrebs und auch bei einer bestehenden Schilddr\u00fcsenkrebserkrankung sollten hochdosierte Jodgaben grunds\u00e4tzlich vermieden werden.<\/p>\n<p><strong>Ich wurde vor einigen Jahren an der Schilddr\u00fcse operiert. M\u00fcsste ich mich trotzdem noch vor radioaktivem Jod sch\u00fctzen?<\/strong> Das kommt darauf an, welche Art der Schilddr\u00fcsenoperation durchgef\u00fchrt und ob dabei wirklich das gesamte Schilddr\u00fcsengewebe entnommen wurde. Bei einem Schilddr\u00fcsenkarzinom wird immer eine m\u00f6glichst vollst\u00e4ndige Entfernung der gesamten Schilddr\u00fcse (Thyreoidektomie) angestrebt. Eine Strumaresektion (Strumektomie) wird hingegen bei gutartigen Schilddr\u00fcsenerkrankungen eingesetzt. Dabei wird ein Teil des Schilddr\u00fcsengewebes stehen gelassen. Manchmal reicht auch eine Hemithyreoidektomie (Entfernung eines Schilddr\u00fcsenlappens), wenn es beispielsweise durch einen Schilddr\u00fcsenknoten zu einer einseitigen Schilddr\u00fcsenvergr\u00f6\u00dferung gekommen ist und der zweite Schilddr\u00fcsenlappen gesund ist. Bei einer Enukleation wird nur ein einzelner Schilddr\u00fcsenknoten entfernt und das umgebene Schilddr\u00fcsengewebe geschont.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wegen einer Jodmangelstruma nehme ich bereits Jodtabletten ein. W\u00e4re ich damit auch vor radioaktivem Jod gesch\u00fctzt? Nein. Die in diesen Tabletten enthaltene Menge an Jod ist zu gering um eine Jodblockade der Schilddr\u00fcse bewirken zu k\u00f6nnen. 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