{"id":20162,"date":"2026-10-09T11:08:28","date_gmt":"2026-10-09T09:08:28","guid":{"rendered":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=20162"},"modified":"2026-10-09T11:08:53","modified_gmt":"2026-10-09T09:08:53","slug":"studie-untersucht-erstmals-das-absetzen-nicht-notwendiger-medikation-am-beispiel-von-levothyroxin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/studie-untersucht-erstmals-das-absetzen-nicht-notwendiger-medikation-am-beispiel-von-levothyroxin\/","title":{"rendered":"Studie untersucht erstmals das Absetzen nicht notwendiger Medikation am Beispiel von Levothyroxin"},"content":{"rendered":"<p><strong>Eine angemessene medizinische Versorgung bedeutet eine bedarfsgerechte, wirksame und an den Patientinnen und Patienten orientierte Behandlung. Dies bedeutet auch, die Gabe von Medikamenten regelm\u00e4\u00dfig kritisch zu pr\u00fcfen. Das zu dieser Thematik vom Dresdner Bereich f\u00fcr Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakult\u00e4t der Technischen Universit\u00e4t Dresden (TUD) verantwortete und an drei Standorten Mitteldeutschlands durchgef\u00fchrte Forschungsprojekt DELTA-RCT wird mit ca. 3,5 Millionen Euro durch das Bundesministerium f\u00fcr Forschung, Technologie und Raumfahrt gef\u00f6rdert.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Initiiert durch ein gemeinsames allgemeinmedizinisches Forschungsteam der Medizinischen Fakult\u00e4ten der Universit\u00e4ten in Dresden, Leipzig und Cottbus, startete jetzt das Forschungsprojekt \u201eDELTA-RCT: Das Absetzen von Levothyroxin bei Patientinnen und Patienten mit latenter Hypothyreose\u201c. Bei Hypothyreose handelt es sich um eine relativ h\u00e4ufig auftretende Schilddr\u00fcsenunterfunktion, von der insbesondere Frauen und \u00e4ltere Menschen betroffen sind. Auff\u00e4llig f\u00fcr die latente Hypothyreose sind Symptomfreiheit und ein leicht erh\u00f6hter TSH-Wert, der oft zuf\u00e4llig gefunden wird. Das TSH (schilddr\u00fcsenstimulierendes Hormon) steuert die Hormonproduktion der Schilddr\u00fcse, wenn sie zu wenig oder zu viele Hormone produziert.<\/p>\n<p>Die daf\u00fcr von der Medizinischen Fakult\u00e4t der TUD verantwortete multizentrische klinische Studie l\u00e4uft bis Juni 2030. Sie untersucht, ob und wie Levothyroxindosen bis maximal 50 Mikrogramm bei Patientinnen und Patienten mit latenter Hypothyreose unter haus\u00e4rztlicher Betreuung sicher abgesetzt werden k\u00f6nnen. Die Teilnehmenden werden per Zufall in verschiedene Gruppen eingeteilt: Entweder sie nehmen Levothyroxin wie bisher weiter ein, oder die Tabletten werden schrittweise oder auf einmal abgesetzt. Die Studie ist doppelt verblindet, das hei\u00dft: Weder die Teilnehmenden noch die \u00c4rztinnen und \u00c4rzte wissen, wer welcher Gruppe zugeteilt ist. Hintergrund ist, dass der Nutzen von Levothyroxin bei latenter Schilddr\u00fcsenunterfunktion bisher wissenschaftlich nicht sicher belegt ist, das Medikament aber trotzdem h\u00e4ufig und oft \u00fcber viele Jahre verordnet wird. Die Studie soll zeigen, ob das Absetzen der Tabletten f\u00fcr die Patientinnen und Patienten ebenso sicher ist wie die Weiterbehandlung und keine Nachteile mit sich bringt.<\/p>\n<p>Die Teilnehmenden werden dabei \u00fcber mehrere Monate haus\u00e4rztlich begleitet. Die regelm\u00e4\u00dfige Pr\u00fcfung der Schilddr\u00fcsenwerte sowie das Erfassen von Beschwerden und Lebensqualit\u00e4t sollen eine umfassende Bewertung der Auswirkungen der verschiedenen Behandlungsstrategien erm\u00f6glichen. \u201eWird der Nachweis erbracht, dass ein sicheres Absetzen m\u00f6glich ist, werden wir entsprechende Handlungsempfehlungen f\u00fcr \u00c4rztinnen und \u00c4rzte ver\u00f6ffentlichen\u201c, fasst Projektleiterin Dr. Karen Voigt das Ziel der Studie zusammen.<\/p>\n<p>Ein besonderes Merkmal des Projekts ist die Einbindung eines Patienten- und Haus\u00e4rzte-Beirats, der kritisch alle Projektphasen begleitet. Auch die Ver\u00f6ffentlichung des Pr\u00fcfplans sowie der Studienergebnisse f\u00fcr Fach- und Laienpublikum erfolgen unter Beteiligung des Beirats.<\/p>\n<p>\u201eMit DELTA-RCT betreten wir Neuland. Umso mehr freut es mich, dass wir als Medizinische Fakult\u00e4t der TUD dieses Projekt koordinierend leiten, denn \u00f6ffentlich gef\u00f6rderte Studien in der Allgemeinmedizin sind nach wie vor selten\u201c, sagt Prof. Esther Troost, Dekanin der Medizinischen Fakult\u00e4t der TUD.<\/p>\n<p><strong>\u201eDas Projekt ist auch gesundheitspolitisch relevant, weil es pr\u00fcfen soll, wie sich medizinisch nicht notwendige Ma\u00dfnahmen einsparen lassen, ohne die Patientensicherheit zu gef\u00e4hrden\u201c, erg\u00e4nzt Prof. Uwe Platzbecker, Medizinischer Vorstand des Universit\u00e4tsklinikums Dresden.<\/strong><\/p>\n<p>Das Projekt wird vom Dresdner Bereich f\u00fcr Allgemeinmedizin der MF-TUD verantwortet und in enger Zusammenarbeit mit dem Koordinierungszentrum Klinische Studien der MF-TUD, dem Institut f\u00fcr Allgemeinmedizin der Universit\u00e4t Leipzig sowie dem Department f\u00fcr Prim\u00e4rversorgung \u2013 Allgemeinmedizin der Medizinischen Universit\u00e4t Lausitz \u2013 Carl Thiem in Cottbus und den jeweils zugeh\u00f6rigen allgemeinmedizinischen Forschungspraxennetzen durchgef\u00fchrt. Die Gesamtprojektleitung liegt bei Dr. Karen Voigt (MF-TUD, MUL-CT Cottbus), die \u00e4rztliche Leitung \u00fcbernehmen Dr. Martin Bortz (MUL-CT Cottbus, MF-TUD) und Prof. Jeannine Sch\u00fcbel (MUL-CT Cottbus).<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news874565\">idw-online.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine angemessene medizinische Versorgung bedeutet eine bedarfsgerechte, wirksame und an den Patientinnen und Patienten orientierte Behandlung. Dies bedeutet auch, die Gabe von Medikamenten regelm\u00e4\u00dfig kritisch zu pr\u00fcfen. Das zu dieser Thematik vom Dresdner Bereich f\u00fcr Allgemeinmedizin der Medizinischen Fakult\u00e4t der Technischen Universit\u00e4t Dresden (TUD) verantwortete und an drei Standorten Mitteldeutschlands [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_metis_text_type":"standard","_metis_text_length":4313,"_post_count":0,"footnotes":""},"categories":[1944],"tags":[1980],"class_list":["post-20162","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-schilddruesenforschung","tag-delta-rct"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20162","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=20162"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20162\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":20164,"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/20162\/revisions\/20164"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=20162"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=20162"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=20162"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}