{"id":20118,"date":"2026-06-16T09:37:34","date_gmt":"2026-06-16T07:37:34","guid":{"rendered":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/?p=20118"},"modified":"2026-06-16T09:38:18","modified_gmt":"2026-06-16T07:38:18","slug":"lugolsche-loesung-ist-kein-lebensmittel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schilddruesenguide.de\/thyreoiditis\/lugolsche-loesung-ist-kein-lebensmittel\/","title":{"rendered":"Lugolsche L\u00f6sung ist kein Lebensmittel"},"content":{"rendered":"<p><strong>Im Internet beworbene Mittel k\u00f6nnen Gesundheit gef\u00e4hrden<\/strong><\/p>\n<p>Vor allem in den sozialen Medien und auf Internetportalen werden Mittel zur Nahrungserg\u00e4nzung angeboten, deren Inhaltsstoffe nicht f\u00fcr den Verzehr vorgesehen sind. Eines der Mittel, dessen Einnahme derzeit gegen Jodmangel beworben wird, ist die sogenannte Lugolsche L\u00f6sung. Diese Jod-Kaliumjodid-L\u00f6sung wurde fr\u00fcher zur Desinfektion von \u00e4u\u00dferen Wunden verwendet und wird heutzutage nur noch als Laborchemikalie eingesetzt. Das Bundesamt f\u00fcr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) weist darauf hin, dass die Lugolsche L\u00f6sung nicht f\u00fcr den menschlichen Verzehr bestimmt ist. Das Erzeugnis erf\u00fcllt nicht die Anforderungen, die in der EU und in Deutschland an Nahrungserg\u00e4nzungsmittel und damit an Lebensmittel gestellt werden.<!--more--><\/p>\n<p>\u201eDer Jodgehalt in der Lugolschen L\u00f6sung ist au\u00dferordentlich hoch. Die Einnahme geringer Mengen kann zu schweren unerw\u00fcnschten Effekten auf die Schilddr\u00fcse f\u00fchren\u201c, erkl\u00e4rt Prof. Dr. Gaby-Fleur B\u00f6l, Pr\u00e4sidentin des BVL. \u201eErzeugnisse, denen wie bei der Lugolschen L\u00f6sung elementares Jod zugesetzt wird, sind nicht als Lebensmittel verkehrsf\u00e4hig.\u201c<\/p>\n<p>Im Internet werden Produkte wie die Lugolsche L\u00f6sung h\u00e4ufig nicht direkt als Nahrungserg\u00e4nzungsmittel bzw. zum Verzehr angeboten, um regulatorische Einschr\u00e4nkungen zu umgehen. So finden sich bei den entsprechenden Angeboten Bezeichnungen wie \u201etechnische L\u00f6sung\u201c, \u201ekein Lebensmittel\u201c, \u201enicht zum Verzehr geeignet\u201c oder \u201enicht f\u00fcr die innerliche Anwendung\u201c. Wie das BVL mitteilt, sind diese Produkte aber auch dann als Lebensmittel und damit als nicht zul\u00e4ssig anzusehen, wenn eine orale Aufnahme durch Menschen nicht ausgeschlossen werden kann.<\/p>\n<p><strong>Hintergrundwissen Lugol&#8217;sche L\u00f6sung<\/strong><\/p>\n<p>Das BVL \u00fcbernimmt im Rahmen der Gemeinsamen Expertenkommission und der Arbeiten an den \u201eStofflisten des Bundes und der L\u00e4nder\u201c umfassende Managementaufgaben. Es koordiniert als Vorsitz der verantwortlichen Arbeitsgruppen die Einstufung von Stoffen in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung (BfR), dem Bundesinstitut f\u00fcr Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), verschiedenen Lebensmittel- und Arzneimittel-\u00dcberwachungsbeh\u00f6rden der Bundesl\u00e4nder sowie Beh\u00f6rdenvertretern aus der Schweiz und \u00d6sterreich.<\/p>\n<p><strong>Bereits in einem Tropfen der Lugolschen L\u00f6sung sind mehr als 6000 Mikrogramm (\u00b5g) Jod enthalten.<\/strong> Die Einnahme dieser Menge kann zu einer erheblichen \u00dcberschreitung der empfohlenen t\u00e4glichen Jodzufuhr f\u00fchren. Nach Angaben des Bundesinstituts f\u00fcr Risikobewertung (BfR) wird damit die von der Europ\u00e4ischen Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit (EFSA) f\u00fcr Erwachsene abgeleitete tolerierbare Obergrenze f\u00fcr die Zufuhr von Jod aus allen Quellen (Tolerable Upper Intake Level, UL) von 600 \u00b5g pro Tag um das Zehnfache \u00fcberschritten \u2013 siehe BfR-Mitteilung 027\/2026.<\/p>\n<p>Menschen, die \u00fcber die t\u00e4gliche Ern\u00e4hrung hinaus Jod zuf\u00fchren, sollten auf Nahrungserg\u00e4nzungsmittel mit h\u00f6chstens 100 \u00b5g Jod pro Tagesdosis zur\u00fcckgreifen. Diese H\u00f6chstmenge empfiehlt das BfR, um sicher zu stellen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher eine angemessene Menge supplementieren k\u00f6nnen und dabei nicht zu viel Jod aufnehmen. Das BVL r\u00e4t darauf zu achten, dass Nahrungserg\u00e4nzungsmittel verwendet werden, die ausschlie\u00dflich die zugelassenen und durch die EFSA als sicher bewerteten Jod-Verbindungen Natriumjodid, Natriumjodat, Kaliumjodid und Kaliumjodat enthalten (\u00a7 3 (1) der Nahrungserg\u00e4nzungsmittelverordnung in Verbindung mit Anhang II der Richtlinie 2002\/46\/EG). Erzeugnisse, in denen sich elementares Jod wie in der Lugolschen L\u00f6sung befindet, sind als Nahrungserg\u00e4nzungsmittel nicht verkehrsf\u00e4hig.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/idw-online.de\/de\/news871219\">idw-online.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Internet beworbene Mittel k\u00f6nnen Gesundheit gef\u00e4hrden Vor allem in den sozialen Medien und auf Internetportalen werden Mittel zur Nahrungserg\u00e4nzung angeboten, deren Inhaltsstoffe nicht f\u00fcr den Verzehr vorgesehen sind. 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